Unbequeme Denkmale im Blick

DSC_3854Paderborn (IP). „Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale“ lautet das Motto beim europaweiten Tag des offenen Denkmals, der in diesem Jahr am Sonntag, 8. September, stattfindet. Das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gefundene Motto greift die zentralen Fragestellungen der Denkmalpflege auf, die am Tag des offenen Denkmals öffentlich diskutiert werden sollen: Was ist wert, erhalten zu werden und weshalb? Was macht Denkmale unbequem und warum? Gibt es überhaupt „bequeme“ Denkmale?

Die Stadt Paderborn wird mit der Stadtarchäologie und dem Ortskuratorium der Deutschen Stiftung Denkmalschutz an diesem Tag wieder kostenlose Führungen anbieten. Gezeigt werden in diesem Jahr der Jüdische Friedhof an der Warburger Straße 114, das Fachwerkhaus in der Heiersstraße 14, das ehemalige Offizierskasino an der Elsener Straße 1 und die Grabungen an der Remise, dem ehemaligen Hardehauser Hof am Busdorf 11.

Um 11.15 und 15.15 Uhr führen Mitglieder der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn über den Jüdischen Friedhof an der Warburger Straße 114. Treffpunkt ist am Eingang des Friedhofs. Männer werden gebeten, aus Respekt vor den Toten, eine Kopfbedeckung zu tragen. Der Friedhof ist von 11 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr geöffnet.

Das Fachwerkhaus in der Heiersstraße 14 stammt aus dem Jahre 1619. Derzeit wird es saniert und dabei dem ursprünglichen Zustand weitgehend wieder angepasst. Es enthält jedoch auch sehr zeitgenössische Gestaltungselemente. Von 10.30 und 12.30 Uhr sowie von 14 bis 16 Uhr laden dort die Architekten Peter Völse, Ingrid Blienert und Julia Brümmer stündlich zu Rundgängen ein.

Um 12 und um 14 Uhr wird Thorsten Thiebach, Thiebach Immobilien, durch das ehemalige Offizierskasino an der Elsener Straße 1 führen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude errichtet und ist ein Zeugnis für die Garnisonsstadt Paderborn. Vorgestellt wird die Umnutzung des Gebäudes als Wohnhaus.

Der Stadtarchäologe Dr. Sven Spiong und seine Kollegin Eva Manz stellen die Ausgrabung am ehemaligen Hardehauser Hof, Am Busdorf 11, vor. Dabei geht es um einen im frühen 17. Jahrhundert errichteten Keller einer Kurie sowie dessen Geschichte. Gezeigt werden die bisher älteste Latrine Paderborns, etwa 1150 bis 80 errichtet, sowie ausgewählte Funde. Dazu zählen Glas- und Keramikgefäße des 14. und 15. Jahrhunderts sowie Holzteller, -löffel und Lederschuhe, die in der Grube dank der Feuchtigkeit sehr gut erhalten geblieben sind.

Weitere Informationen zum Programm sind bei Michael Güse, Stadt Paderborn, Untere Denkmalbehörde, unter der Rufnummer 05251/88-1961 erhältlich.

Bildunterzeile:

Einmal in Paderborns älteste Grube hinabsteigen – beim Tag des offenen Denkmals in Paderborn am 8. September ist das kein Problem. Die etwa 1150 bis 80 errichtete Grube sowie ausgewählte Funde sind zu bestaunen. Foto: Stadt Paderborn