Über 20 Stationen öffnen zum Tag des offenen Denkmals in Gütersloh

 
Führungen über historische Friedhöfe – Sonderbus führt zu einzelnen Stationen
Gütersloh (gpr). Auch in diesem Jahr präsentieren sich über 20 historische Gebäude und Anlagen zum bundesweiten Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 10. September. Das allgemeine Motto in diesem Jahr lautet „Macht und Pracht“ – doch die thematische Bandbreite ist grundsätzlich offen. Ein Ziel des Tages ist es, Gebäude und Anlagen erfahrbar zu machen, die im Allgemeinen nicht ohne weiteres zugänglich sind.
Jüdischer-Friedhof
Jüdischer Friedhof und Friedhof auf dem Gelände der LWL-Klinik Zwei besondere Orte bieten in diesem Jahr den Besuchern eine seltene Gelegenheit zur
Besichtigung: Der Jüdische Friedhof an der Böhmerstraße wurde im Jahre 1988 unter Denkmalschutz gestellt. Er ist einer der letzten Zeugnisse der jüdischen Gemeinde in Gütersloh. Früher auf freiem Feld zu finden, ist er heute von Wohnhäusern umgeben. Er verweist auf die Geschichte der jüdischen Mitbürger in Gütersloh, die bis auf das 1565 Jahr zurückgeht, namentlich nachweisbar sind sie hier seit 1671. Um 14 Uhr ist der Synagogengedenkstein am Evangelisch Stiftischen Gymnasium Treffpunkt für eine Führung mit dem Historiker Norbert Ellermann. Er begleitet die Gruppe zum Friedhof an der Böhmerstraße und gibt auf dem Weg dorthin Informationen zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Gütersloh, zur Diskriminierung, Deportation und Ermordung während der
Nazizeit. Männer werden gebeten, bei der Besichtigung des Friedhofs eine Kopfbedeckung zu tragen!
Und noch ein weiterer besonderer Friedhof steht an diesem Tag des offenen Denkmals im Programm: Der Anstaltsfriedhof der Gütersloher LWL Klinik in der Buxelstraße. Er wurde 1919 von dem damaligen Gärtnermeister Fritz Blank angelegt und besteht aus drei Bereichen: dem Patienten, dem Soldatenfriedhof und dem Angestelltenfriedhof. Die Soldatengräber stammen aus der Lazarettzeit der Anstalt, im Ersten und Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 2017 wurde auf dem Friedhofsgelände eine Gedenkstätte angelegt, die an die im Zweiten Weltkrieg ermordeten 1017 Patienten erinnern soll. Führungen über den Friedhof
durch Bernd Meißnest, Chefarzt der Gerontopsychiatrie in der LWL-Klinik, stehen um 12 Uhr und um 14 Uhr auf dem Programm.
 
Über 20 Stationen in der Stadt und den Ortsteilen Andere Stationen des Denkmaltages präsentieren einen weniger ernsten historischen Hintergrund. Bei Mühlenstroth stehen wieder Fahrten mit der legendären Dampfkleinbahn auf dem Programm, im Parkbad gibt’s wieder den beliebten Bäuerinnenmarkt mit
musikalischer Begleitung des Gütersloher Shanty Chors und der Meierhof Rassfeld führt seine Gäste mit interessanten Informationen über das Gelände des Geflügelhofs.
Dampfbahn-4
Weitere „Klassiker“ sind die Führungen, Ausstellungen und Aktionen in Stadtmuseum, im Veerhoffhaus oder der Volkshochschule, wo Turnhalle und Hauptgebäude unter Denkmalschutz stehen. Die Ortsteile Isselhorst und Avenwedde begrüßen ihre Gäste in der Evangelischen Kirche, in der Gaststätte „Zur Linde“ mit ihrem Feuerwehrmuseum, beim Elmendorfer Faß, in der Holtkämperei oder im Bürgerhaus Avenwedde.
Kostenloser Sonderbus der Stadtwerke führt zu einzelnen Stationen. Als besonderer Service ist auch dieses Jahr wieder ein Sonderbus der Stadtwerke Gütersloh eingesetzt, der stündlich die Stationen „Berliner Platz“, „Parkbad“, „Isselhorst Schule“ und „Meierhof Rassfeld“ anfährt. Die Fahrt mit dem Sonderbus ist kostenlos. Alle beteiligten Stationen und alle Aktionen rund um den 10. September hat die Zentrale Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Gütersloh in einer kleinen Broschüre zusammengefasst. Hier sind auch die Abfahrtszeiten des Sonderbusses zu finden. Die Broschüre gibt es im Rathaus, bei der Gütersloh Marketing und an den teilnehmenden Denkmälern. Das komplette Programm inklusive Abfahrtzeiten des Busses ist auch im Internet unter www.denkmal.guetersloh.dezu finden.
Bilder: Stadt Gütersloh