„U-3-Plätze gibt es bei uns schon seit 2004“

Minimax1aBielefeld. Karin Schnake und Johannes Preissler gehen in diesen Tagen besonders motiviert und ganz entspannt  zur Arbeit. Während seit Wochen im ganzen Land über die Betreuung kleiner Kinder diskutiert wird  – Gibt es genug Kita-Plätze für ein- bis dreijährige Kinder, um dem neuen Rechtsanspruch hierauf zu genügen? Ist die Betreuung in der Kita und bei Tagesmüttern gleichwertig? Verhindern fehlende Betreuungsplätze die Berufstätigkeit vor allem der  Mütter? – haben die beiden für ihre zweijährigen Kinder Ganztags-Kitaplätze, in denen die Kleinen schon seit einem Jahr gut umsorgt werden. Möglich gemacht hat dies ihr Arbeitgeber, das Bielefelder Verkehrsunternehmen moBiel.

Schon seit 2004 bietet die Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld – hierzu gehören die Stadtwerke, moBiel, die BBF, die BITel und die Netzgesellschaft – ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Kitaplätze an. Diese stehen schon Kindern ab dem vierten Monat offen.  Verbunden mit den Plätzen sind sogar bei Bedarf – zum Beispiel bei Schichtarbeit oder Dienstreisen – sehr flexible Betreuungszeiten. Das findet Karin Schnake, die die Kundenbetreuung bei moBiel verantwortet, ein großes Plus. „Normalerweise brauche ich dieses Extra für unseren einjährigen Sohn nicht. Aber es beruhigt mich sehr zu wissen,  dass ich zum Beispiel bei abendlichen Terminen notfalls die zusätzliche Betreuung buchen kann.“

 „Als wir damals gemeinsam mit der Flachsfarm, einer Kindertagesstätte der von-Laer-Stiftung, dieses Angebot aus der Taufe hoben, gehörten wir zu den Vorreitern in Sachen betrieblicher Kinderbetreuung in Bielefeld. U-3-Betreuung ist für uns ein alter Hut“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte Karin Schrader. „Heute bieten wir den Beschäftigten in zwei Kitas insgesamt acht Plätze. Die Eltern zahlen die normalen Beiträge für den Kita-Platz, das Unternehmen zahlt dafür, dass die Einrichtungen Plätze für das Unternehmen garantieren und für betrieblich bedingte Zusatzbetreuung“. Schrader  ist genau wie die Personalverantwortlichen des Hauses überzeugt, dass sich der finanzielle Aufwand für das Unternehmen rechnet. Denn junge Eltern haben so leichter die Möglichkeit, die Elternzeit kurz zu halten und trotz kleiner Kinder zu arbeiten: „Wir halten unsere Fachkräfte im Haus, haben weniger Aufwand mit der Einarbeitung von Vertretern – und für die Motivation ist es auch gut, wenn der Arbeitgeber sich um die Vereinbarung von Familie und Beruf kümmert.“

 Ausgezeichneter Einsatz für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Neben Karin Schnake und Johannes Preissler haben schon viele Beschäftigte in der Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld von den Anstrengungen ihres Arbeitgebers für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf profitiert. Ob Kinderbetreuung oder die Pflege der Eltern – in den letzten Jahren haben die Personalverantwortlichen eine Reihe von Instrumenten entwickelt, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Organisation des Spagats zwischen Berufs- und Familienleben helfen: sehr flexible Arbeitszeiten, die Kita-Plätze, die Zusammenarbeit mit dem AWO Elternservice, ein Eltern-Kind-Zimmer, eine Ferienbetreuung für Mitarbeiterkinder, das Angebot einer Pflegeberatung,  ein Förderprojekt speziell für Väter und noch mehr.

 Für ihre familienorientierte Unternehmenspolitik haben die Stadtwerke Bielefeld jetzt innerhalb weniger Wochen gleich zwei Auszeichnungen erhalten. Die Gleichstellungsbeauftragte Karin Schrader erhielt in Berlin von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder zum einen das Zertifikat zum Audit „Beruf und Familie“. Die Stadtwerke erhielten diese Auszeichnung bereits zum dritten Mal. Das ist in ganz Deutschland in diesem Jahr nur 61, in Bielefeld sogar nur zwei Arbeitgebern gelungen. Vor der Verleihung, die jeweils für drei Jahre erfolgt, wird von unabhängigen Gutachtern im Auftrag der Hertie-Stiftung festgestellt, welche Maßnahmen zur besseren Balance von Beruf und Familie in einem Unternehmen bereits vorhanden sind und wie diese weiterentwickelt werden sollen. Die mit dem Audit vereinbarten Ziele werden dann regelmäßig drei Jahre lang überprüft.

Für ihr Projekt „Mit Vätern rechnen“, mit dem die Stadtwerke aktive Vaterschaft und Väter unterstützen wollen, erhielt das Unternehmen zudem einen Preis auf der Fachmesse „woman & work“ in Bonn. Insgesamt fünf Unternehmen, neben den Stadwerken u.a. Ergo und Robert Bosch, wurden ausgezeichnet für „kluge Strategien (mit denen sie) Frauen- und Familienfreundlichkeit nach innen gut leben und nach außen gut kommunizieren und sich so als attraktiver Arbeitgeber positionieren.“

Karin Schrader freut sich über die Auszeichnungen und das Lob. Aber sie findet: „Viel wichtiger ist uns, dass wir die Interessen aller Beteiligten in Einklang bekommen. Den Beschäftigten helfen wir dabei, Kinderbetreuung oder Angehörigenpflege besser mit dem Beruf vereinbaren zu können. Der Gegenwert, den wir dafür bekommen, ist groß: Die Unterstützung motiviert die Mitarbeiter. Und bei der Besetzung von Stellen fragen Bewerberinnen und Bewerber auch immer häufiger nach der Familienpolitik des Unternehmens.“

Bildunterschriften: Karin Schnake und Johannes Preissler freuen sich, dass ihr Arbeitgeber sie bei der Kinderbetreuung unterstützt.

Fotonachweis: Stadtwerke Bielefeld | Susanne Freitag