„Totenkopfring als Symbol menschenverachtender Radikaliät“

Kreis Paderborn (krpb). Besucher der Wewelsburg können am kommenden Sonntag, 22. Juli mit Museumspädagogen die Dauerausstellung „Ideologie und Terror der SS“ kennen lernen. Bei der Dauerausstellung handelt es sich um die einzige museale Gesamtdarstellung der Geschichte und Verbrechen der SS. Die öffentliche Führung startet um 15 Uhr. Treffpunkt ist das Eingangsfoyer im ehemaligen Wachgebäude.

Die ehemalige Zweitresidenz der Paderborner Fürstbischöfe, hoch über dem Almetal gelegen, war vom Reichsführer der SS Heinrich Himmler ausgesucht worden, um sie zu einem ideologischen Zentrum und Versammlungsort für SS-Gruppenführer auszubauen.

Symbole und Zeichen sollten die SS zusammenschweißen. Diese exklusive und Gemeinschaft stiftende Bedeutung zeigt sich auch am Beispiel des Totenkopfringes, der in der Wewelsburg als Aufbewahrungsort gezeigt wird. Er diente als hohes Ehrenzeichen der SS. Der Ring sollte als Zeichen der Treue gegenüber dem „Führer“ Adolf Hitler sowie den Vorgesetzten und Kameraden in der eigenen Organisation SS getragen werden. Er „ist die Mahnung, jederzeit bereit zu sein, das Leben unseres Ichs einzusetzen für das Leben der Gemeinschaft“, heißt es im Text der Urkunde zur Verleihung des Rings, die ebenfalls zu sehen ist.

Himmler wollte die Totenkopfringe gefallener und verstorbener SS-Führer zum Gegenstand des verehrenden Gedenkens in der Wewelsburg machen. Die Erinnerung an ihre Vorgänger sollte SS-Gruppenführer der Zukunft ermahnen, mit der gleichen menschenverachtenden Radikalität gegen die Gegner des Nationalsozialismus vorzugehen, wie es die SS zu Lebzeiten Hitlers und Himmlers tat. Ungefähr 16.000 Totenkopfringe wurden bis 1945 an SS-Offiziere verliehen. Der Schriftzug auf der Innenseite mit dem Datum der Verleihung drückte das persönliche Treueverhältnis aus, das zwischen dem Reichsführer -SS und dem Träger des Rings bestehen sollte. Nach der Einnahme Wewelsburgs Ostern 1945 sollen amerikanische Soldaten zahllose SS-Totenkopfringe in der ausgebrannten Burg an sich genommen haben.

Der Rundgang am kommenden Sonntag führt durch die historischen Räume im ehemaligen Wachgebäude, in denen die Ausstellung die lokale Geschichte der SS in Wewelsburg und des hiesigen Konzentrationslagers in eine umfangreiche Gesamtdarstellung der Schutzstaffel einbettet.

Entgelt für die Führung: Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 1,50 Euro
Infos im Internet: www.wewelsburg.de.

Foto: M.Pitz