Tiere und Teufel

SpaetigKuenstlerSkulptur_1Gütersloh. Sie stehen nicht einfach da, um schön zu sein oder um zu gefallen. Die Skulpturen von Jörg Spätig sprechen mit dem Betrachter. Sie laden ihn ein zu einem gedanklichen Abenteuer, einem Ausweg und zum Aberwitz, denn das ironische Spiel mit Gliedmaßen, Farben und Formen lädt zum Schmunzeln ein. Zur Langenachtderkunst am Samstag, 17. Mai, vom 19 bis 24 Uhr, bevölkern die Tiere und Teufel, die bizarren Gestalten mit Kopfschmuck aus Hörnern und Geweihen die Räume des Standesamtes in der Kirchstraße 21. „“ ist der Titel der Ausstellung, die zu neuen Sichtweisen einlädt.

Hemmungslos, entfesselt, ohne Grenzen: Mit den Skulpturen von Jörg Spätig lässt sich die Kunststation Kirchstraße rigoros auf das Motto der Langenachtderkunst ein „Außer Kontrolle“. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. So versteht sich auch der Künstler, der sich weder von Materialien, Farben oder Erwartungen kontrollieren lässt. Holz, Metall, Pappmaché und Alufolie: Der Künstler lässt sich vom Stoff inspirieren, der mit seinen Ideen eine Symbiose eingeht.

Metall sei besonders schwierig zu bearbeiten, sagt Spätig. Doch das ist für ihn keine Grenze. Mit einer Ausbildung zum Kunstschmied erwarb er die technischen Fähigkeiten, um auch diesen Stoff für sich tanzen zu lassen. Eine Ausbildung, die Spätig im Jahre 2007 mit Auszeichnung bestand. Er ist ein Künstler, der auch dem Wort nicht abgewandt ist, denn Spätig studierte Literaturwissenschaft in Bielefeld. Doch die Kunst habe er bereits zuvor für sich entdeckt, nur sei die Angst vor der eigenen Courage dominant gewesen. Diese Angst hat er inzwischen längst abgeschüttelt. Seit dem Jahre 2003 beschäftigt sich Spätig ausschließlich mit der Kunst.

SpaetigSkulpturenueberblickArchaische Religionen, das Entstehen von Ritualen, alte Kulturen und der Schamanismus sind die Triebkräfte, die ihn in seinen Skulpturen die Ursprünge des Menschseins aufstöbern lassen. Seine Imagination kann er am besten in dreidimensionalen Objekten einfangen. „Viele Dinge lasse ich einfach entstehen“, sagt Spätig, der auch mit dem Zufall spielt und wie im Rausch arbeitet. Jeden Tag nutzt er die stillen Abendstunden in der Ateliergemeinschaft in Borgholzhausen. Ganze Scharen dieser einzigartigen Wesen schauen ihm bei der Arbeit zu. Wer bei der Langenachtderkunst einen Rundgang durch diese fabelhafte Welt der Tiere und Teufel macht, lässt sich vielleicht dazu inspirieren, neue Märchen zu schreiben.

BU 1: Hat immer Lust aufs Experiment: Jörg Spätig, Künstler aus Borgholzhausen

BU 2: Mit Tieren und Teufeln aus Mythen und Märchen bevölkern die Skulpturen von Jörg Spätig in der Langenachtderkunst die Kirchstraße 21.