Teil-Elektrifizierung der Pflegeflotte des DRK

Projekt_Pflegemobil_Foto_Claudia-OhnezorgBielefeld. Unter dem Titel „Pfleg!E-mobil“ startet ein großes Kooperationsprojekt des Deutschen Roten Kreuz Soziale Dienste OWL (DRK), der Stadtwerke Bielefeld, der Universität Paderborn, der FH Bielefeld, der Universität Bielefeld, des Transporter Store, des Ingenieurbüros small energies sowie weiterer Praxis- und Transferpartner. Im Rahmen des Projektes wird das DRK sieben Elektrofahrzeuge in seiner Pflegeflotte einsetzen.

Zentrales Anliegen ist es dabei, der Elektromobilität als zukunftsweisender, ressourcenschonender und umweltfreundlicher Technologie zum Durchbruch zu verhelfen. Die wissenschaftlichen Untersuchungen zielen darauf ab, grundlegende Erkenntnisse zur Marktgängigkeit von E-Fahrzeugen zu gewinnen. Darüber hinaus wird ein Transferkonzept zur Elektrifizierung von weiteren gewerblichen Flotten entwickelt.

Netzwerk E-Mobilität in OWL
Einzigartig an diesem Projekt ist die Zusammenarbeit der verschiedenen Partner aus OWL.

Michael Beimdiek, Geschäftsführer DRK Soziale Dienste OWL, betont: „Ressourcenschonende und umweltfreundliche Mobilität unserer Fahr- und Pflegedienste ist uns beim DRK sehr wichtig. Als einer der größten Pflegedienstanbieter in OWL haben wird dies schon in zahlreichen Pilotvorhaben, in denen alternative Kraftstoffe eingesetzt wurden, unter Beweis gestellt. Jetzt freuen wir uns ganz besonders, dass wir in diesem Projekt nicht nur an die vorangegangenen Vorhaben anschließen und Elektrofahrzeuge in der ambulanten Pflege einsetzen, sondern auch mit so renommierten Partnern zusammenarbeiten können.“ Das unterstreicht auch Friedhelm Rieke, Geschäftsführer der Stadtwerke Bielefeld: „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis zeichnet das Projekt aus. Es ist wichtig für die Region, dass wir Hand in Hand zusammenarbeiten, um die Elektromobilität voranzubringen.“ Die Stadtwerke Bielefeld unterstützen das Projekt mit ihrem umfassenden Know-how rund um Elektromobilität. Außerdem sind sie für die Ladesäulen verantwortlich.

Mit dem Einsatz von Elektroautos in Pflegeflotten wird der Fokus auf ein Einsatzgebiet gerichtet, das schon heute elektrisch bewältigt werden kann. Zudem wird ein Ladesäulentest durchgeführt. Der Flotteneinsatz wird dazu genutzt, Daten in der tatsächlichen Nutzungssituation zu erheben. Die Daten werden unter technischen, ökonomischen und soziologischen Gesichtspunkten ausgewertet.
Dennis Kundisch, Lehrstuhl für Information Management & E-Finance an der Uni Paderborn, freut sich: „Die Verbindung aus technischer, soziologischer und ökonomischer Forschung zum Thema Elektromobilität in diesem Projekt ist einzigartig. Die Elektrifizierung der Pflegeflotte des DRK ermöglicht eine umfassende Bewertung der innovativen Technologie Elektromobilität im Rahmen eines realen Anwendungskontextes. Dies kann zu wertvollen Impulsen für die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle im Bereich Elektromobilität führen.“ Jens Haubrock, der eine Professur am Fachbereich Ingenieurwissenschaften und Mathematik an der FH Bielefeld inne hat, stellt außerdem fest: „Für mich ist die Beteiligung an dem Projekt insbesondere deshalb attraktiv, da es uns als Ingenieuren die Möglichkeit eröffnet, Daten in realen Nutzungssituationen zu erheben.“ Alfons Bora, Lehrstuhl für Technikfolgenabschätzung an der Universität Bielefeld, der auch die Projektleitung übernommen hat, fasst zusammen: „Das Gelingen des Vorhabens ist uns ein besonderes Anliegen. Mit der soziologischen Untersuchung wird die Frage nach der Alltagstauglichkeit von E-Mobilen in den Fokus gerückt. Dabei ist die Perspektive der Nutzerinnen und Nutzer ein entscheidender Aspekt. Der Flottenversuch eignet sich in besonderem Maße dazu, die Einstellungen der Nutzer unter Praxisbedingungen zu erschließen. Wir freuen uns darauf, dieses transdisziplinäre Projekt in Kooperation mit den Hochschulen und der Wirtschaft der Region durchzuführen.“

Die Praxispartner werden das Projekt sowohl mit ihrem technischen Wissen als auch mit ihren Erfahrungen im Bereich E-Mobilität bereichern und dafür sorgen, dass die Ergebnisse möglichst vielen zugänglich gemacht werden. Transporter Store kümmert sich um die Fahrzeugauswahl und schult die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des DRK. Robin Holzmann, Geschäftsführer Transporter Store, erklärt: „Es freut mich, dass ich mein Know-how in Sachen Fuhrparkmanagement einbringen und die Beteiligung an dem Projekt dazu nutzen kann, meine Kompetenzen im Bereich elektrifizierte gewerbliche Flotten zu erweitern.“
Das Ingenieurbüro small energies wird allgemein zum Thema Elektromobilität informieren. Inhaber Ulrich Lasar bringt seine umfangreiche Expertise im Bereich regenerative Energie und alternative Antriebe ein. Er wird seine Kontakte dafür nutzen, dass die Projektergebnisse von einem möglichst großen Adressatenkreis wahrgenommen werden. Lasar erklärt: „Dass sich auf meine Initiative hin dieses Konsortium zusammengefunden hat und nun auch gefördert wird, werte ich als großen Erfolg.“

Förderung des Landes NRW und der EU
Das innovative Projekt Pfleg!E-mobil wird im Rahmen des Programms „Rationale Energieverwendung, regenerative Energien und Energiesparen progres.nrw“ des Landes NRW und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 1,8 Millionen Euro, davon werden 78 Prozent gefördert, die restlichen Kosten werden von den Projektpartnern getragen.

Foto: Stadtwerke Bielefeld, Claudia Ohnezorg

BU: Das Foto zeigt die Projektpartner (von links): Wolfgang Brinkmann (Geschäftsführer Stadtwerke Bielefeld), Prof. Dr. Alfons Bora (Universität Bielefeld), Robin Holzmann (Geschäftsführer Transporter Store), Ansgar Ottensmann (Fachhochschule Bielefeld), Friedhelm Rieke (Geschäftsführer Stadtwerke Bielefeld), Michael Beimdiek (DRK Soziale Dienste OWL-Geschäftsführer), Ulrich Lasar (Inhaber Ingenieurbüro small energies) und Prof. Dr. Dennis Kundisch (Universität Paderborn).