Stadtwerke Bielefeld zufrieden mit Geschäftsjahr 2013

_3175827Bielefeld. Am Montag den 17. März informierten die Stadtwerke Bielefeld über ihren Jahresabschluss 2013. Insgesamt zeigte man sich dabei zufrieden, weil es gelang sowohl den Absatz in einzelnen Sparten als auch die Umsatzerlöse zu steigern.

Das Unternehmen hat ein operatives Ergebnis von 16,4 Mio. Euro erzielt und konnte außerdem, aufgrund von einmaligen Sondereffekten, der Bielefelder Beteiligungs- und Vermögensverwaltungsgesellschaft (BBVG) 25 Mio. Euro zur Finanzierung des Anteilsrückkaufs zur Verfügung stellen.

Die Mitarbeiterzahl belief sich 2013 in der Unternehmensgruppe auf 2230, darunter 189 Auszubildende. Des Weiteren waren in diesem Jahr erhebliche Sonderbelastungen im Erzeugungsbereich zu berücksichtigen, die, so die Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Brinkmann und Friedhelm Rieke, sicherlich im nächsten Jahr in dieser Höhe nicht mehr möglich sein würden. Dazu zählte zum Beispiel eine Aufstockung der Rückstellung auf 40 Millionen Euro, welche mit der vorzeitigen Stilllegung des Gemeinschaftskraftwerkes Veltheim zusammen hängt. Auch mit dem neuen Standortauswahlgesetz für die Endlagersuche radioaktiven Abfalls kamen erhebliche Kosten hinzu. So zahlten die Stadtwerke Bielefeld 39 Millionen Euro zur Rückstellung an das Gemeinschaftswerk Weser. Weitere Sonderbelastungen ergaben sich aus der Neubewertung des Endlagerbetriebes in Höhe von neun Millionen Euro und der Brennelementsteuer in Höhe von 26,6 Mio. Euro. Brinkmann und Rieke sprachen in diesem Zusammenhang von einem großen und einmaligen Kraftakt.

Gut 41,1 Mio. Euro führten die Stadtwerke für 2013 an die Stadt bzw. die BBVG ab. Darunter eben jene Sonderausschüttung von 25 Mio. Euro zur Finanzierung des Rückkaufs aus Sondereffekten an die BBVG. Außerdem führten die Stadtwerke die Konzessionsabgabe von 20,7 Mio. Euro ab und übernahmen den Verlustausgleich für moBiel von19,6 Mio. Euro. „Wir freuen uns zwar, dass wir auch im zweiten Jahr nach der Rekommunalisierung der Stadt bzw. der BBVG eine solch hohe Summe zur Verfügung stellen können, die Sonderzahlung bedeutet aber auch eine hohe Herausforderung für das Unternehmen“, so Brinkmann und Rieke.

Aufgrund des schwierigen Markumfelds wurde zudem ein Kosteneffizienzprogramm aufgelegt, mit dessen Hilfe in der Unternehmensgruppe mittelfristig sieben Mio. Euro einzusparen sind, von denen fünf Mio. auf die Stadtwerke entfallen. Die Umsatzerlöse stiegen dank steigendem Absatz in den Wärmesparten sowie Preiseffekten um zwei Prozent auf 702 Mio. Euro (2012: 689Mio. Euro).

Erfreut zeigten sich Brinkmann und Rieke über den weiteren Erwerb von IAE-Anteilen, also den Anteilen an den Müllverbrennungsanlagen in Bielefeld und Hameln: „Die beiden Müllverbrennungsanlagen haben eine hervorragende regionale Stellung auf dem Entsorgungsmarkt und stärken das Kerngeschäft des Unternehmens.“

Weiterhin investierte die Unternehmensgruppe Stadtwerke Bielefeld insgesamt 36,1 Mio. Euro in Sachanlagen und stärkte damit die Wirtschaft in der Region. Davon flossen gut 21 Mio. Euro in die Sanierung und den Ausbau der Netze. Dabei setze man bewusst auf eine regional ausgerichtete Einkaufspolitik: rund 61% des Auftragsvolumens wurden 2013 an Unternehmen in OWL vergeben. Damit gehören die Stadtwerke zu den wichtigsten regionalen Auftraggebern und tragen in erheblichem Umfang dazu bei, Arbeitsplätze vor Ort zu sichern. Außerdem investierte man in das neue Energiekonzept, welches den Ausbau der Fernwärme und der Erneuerbaren Energien sowie die Beteiligung an einem Gas- und Dampfturbinenkraftwerk vorsieht. Der Schwerpunkt lag dabei auf den Investition in den Windpark Mensinghausen (8,5 Mio. Euro), in die Windkraftanlage Brönninghausen (1,1 Mio. Euro) und in das BHKW Meisenstraße (1,2 Mio. Euro).

Darüber hinaus leisten die Stadtwerke einen erheblichen Beitrag, die vom Rat beschlossenen Klimaschutzziele, also 40% weniger Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020, zu erreichen. Bisher wurden 58 Mio. Euro in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert.

Insgesamt rechnen die Stadtwerke Bielefeld nicht mit einer Änderung der schwierigen und unklaren Rahmenbedingungen in der Energieversorung. Dennoch sind sich die Geschäftsführer einig, dass das Unternehmen weiterhin gute Fortschritte bei der Umsetzung des Energiekonzepts machen wird. Für 2014 wird ein operatives Ergebnis von 16 Mio. Euro erwartet. Die Investitionen sind mit 69,7 Mio. Euro beziffert, von denen 17,2 Mio. Euro auf moBiel entfallen und knapp 14,9 Mio. Euro auf den Erzeugungsbereich erneuerbarer Energien. Gut 22,5 Mio. Euro sollen in die Erneuerung und den Ausbau der Netze investiert werden.

Eine gute Nachricht haben die Stadtwerke-Geschäftsführer für ihre Bielefelder Privatkunden: „Beim Strom wird es nach der Weitergabe der staatlichen Umlagen zum 01. Januar 2014 im laufenden Jahr keine weiteren Anpassungen geben. Ebenso gegen wir davon aus, dass wir die Erdgaspreise mindestens bis zum Beginn der nächsten Heizperiode stabil halten können“, so Brinkmann und Rieke am Ende der Pressekonferenz.

 

BU: Zeigten sich zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2013: (v.l.n.r.) Martin Gehrke,  Wolfgang Brinkmann und Friedhelm Rieke
Foto und Text: J.Kotzott