Stadtteilmütter aus Berlin-Neukölln zu Gast in Detmold

Kreis Lippe. Stadtteilmütter sind nicht neu in deutschen Großstädten; auch in Nordrhein-Westfalen sind Stadtteilmütter aktiv. Sie begleiten und helfen vor allem Migrantinnen bei Besuchen auf Ämtern, bei Arztbesuchen, in Schulen oder beim Stellen von Anträgen. Sie versuchen auch, Konflikte zu lösen. Ihnen wird großes Vertrauen entgegengebracht und ihre Arbeit wird als sehr erfolgreich eingeschätzt, denn sie können die Probleme von Migranten gut nachvollziehen und einordnen. Nuriye Sayman und Judith Steinkühler kommen aus Berlin-Neukölln und haben zusätzlich an einem besonderen Projekt von „Aktion Sühnezeichen / Friedensdienste“ unter dem Titel: „Eure Geschichten – unsere Geschichte?“ teilgenommen.

Auf Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lippe e.V. und in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Detmold-West und dem städtischen Koordinator für Integration Stefan Fenneker, kommen am Freitag, dem 26. April die beiden Berliner Stadtteilmütter für eine Vortragsveranstaltung nach Detmold. Ab 20 Uhr berichten sie im Gemeindesaal der Versöhnungskirche in der Martin-Luther-Straße 39 und von ihrer Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der eigenen Geschichte als Migrantinnen in Deutschland. Dabei sprachen sie mit Berliner Zeitzeugen-Juden und Roma- und suchten Gedenkorte auf. Sie versuchen bei ihrem Engagement als Stadtteilmütter, Migranten diese Geschichte zu vermitteln und hören zugleich deren persönlichen Migrationsgeschichten zu. Es werden auch gemeinsam Moscheen, Synagogen und Kirchen besucht. Ein Film wird ihren Vortrag unterstützen.