Spuren hinterlassen im Leben Anderer

Mit einer jungen Botschaft möchte das Johanneswerk Menschen für den Freiwilligendienst gewinnen.

Herford/Bielefeld (JW). Das Leben einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen lernen, pur und unverfälscht: Diese Chance bietet das Johanneswerk mit seinem Freiwilligendienst „Johanneswerk‐Jahr“ seit 2011. Die ersten Absolventen haben ihren Einsatz fast abgeschlossen. Für 2012 geht das große diakonische Unternehmen mit einer jungen Botschaft an die Öffentlichkeit: „lebenpur“und „Lebensspuren“„Das Leben pur erleben und dabei Spuren hinterlassen im Leben Anderer: Das sind die beiden wichtigsten Komponenten unseres Johanneswerk‐Jahres“ erklärt Sybille Ringel, Leiterin des Personalmanagements. „Wir ermöglichen neue Erfahrungen und neue Perspektiven –und das besondere Gefühl, das Leben anderer Menschen zu bereichern.“Ein Gefühl, das Natascha Kiener gut kennt. Die 18‐Jährige ist eine der ersten Absolventinnen des Johanneswerk‐Jahres. Seit September 2011 arbeitet sie im Dietrich‐Bonhoeffer‐Haus, einer Altenpflegeeinrichtung des Trägers. „Ich finde es schön, alten Menschen zu helfen“ sagt sie. „Mit kleinen Gesten kann man oft schon ein strahlendes Lächeln erreichen.“

Bewohnerin Else Mölck und Johanneswerk‐Jahr‐Absolventin Natascha Kiener scherzen gerne miteinander. (Foto: Christian Weische)

Schon vor dem Start in das freiwillige Jahr hatte Natascha Kiener den Wunsch, Altenpflegerin zu werden, wie ihre Mutter. „Darin fühle ich mich jetzt bestärkt“, sagt sie heute. Auch für ihre Ausbildung möchte sie gerne im Johanneswerk bleiben und sie am Fachseminar für Altenpflege absolvieren. Das Johanneswerk‐Jahr vereint das Freiwillige Soziale Jahr (fü 16‐ bis 27‐ Jährige) und den Bundesfreiwilligendienst (ohne Altersbegrenzung). Nicht alle Absolventen haben bereits ein Berufsziel vor Augen. „Manche Interessenten möchten sich einfach persönlich weiterentwickeln oder eine Wartezeit überbrüken“ erklärt Sybille Ringel. „Gerade nach der Schulzeit ist das für viele junge Menschen eine Chance, mal etwas Neues kennen zu lernen. Aber natürlich besteht auch die Möglichkeit, nach dem Freiwilligendienst beruflich im Johanneswerk einzusteigen.“Insgesamt stehen im Johanneswerk knapp 80 Stellen zur Verfügung, in ganz Nordrhein‐Westfalen –darunter auch in Herford, Vlotho, Hiddenhausen, Bünde und Bad Salzuflen. Die Einsatzorte und Aufgaben sind vielfältig: In der Arbeit mit alten Menschen, Menschen mit Behinderung und Hilfebedürftigen.

Auch auf Natascha Kiener warten jeden Tag neue Aufgaben: Sie weckt die Bewohner, hilft ihnen beim Waschen und Anziehen, begleitet sie bei den Mahlzeiten und beim Zubettgehen. Sie macht Spaziergänge mit den alten Menschen oder nimmt sich Zeit für Gespräche. In Teambesprechungen und Übergaben bei Schichtwechsel tauscht sie sich regelmäßig mit ihren Kollegen vom Wohnbereich I aus.

Kein Tag ist wie der andere für die 18‐Jährige. „Ich erfahre viel über das Leben unserer Bewohner, darüber, was sie durchgemacht haben.“Zuhören, zuwenden, ein liebevoller Händedruck, ein Lächeln –die junge Frau lässt sich auf die Menschen ein. „Später, wenn ich alt bin, möchte ich auch gut betreut werden –ich möchte den Menschen etwas geben, sie nicht allein lassen.“ Weitere Informationen zum Johanneswerk‐Jahr unter: www.johanneswerk‐jahr.de.

Foto: Evangelisches Johanneswerk