Sonderausstellung „Wölfe“ im Bünder Dobergmuseum

Bünde. Vor ein paar Wochen streifte überraschend mindestens ein Wolf durchs Oppenweher Moor im Kreis Minden-Lübbecke. Ab dem 12. April gibt es in Bünde ein ganzes Rudel zu sehen – zumindest auf Fotos und zum Teil auch als Präparate. Dann eröffnet das Dobergmuseum die neue Sonderausstellung „Wölfe“.
Der Mensch bekämpfte den Wolf seit Jahrhunderten und rottete ihn in weiten Teilen Europas aus. Heute wandert „Meister Isegrim“ in Gebiete wieder ein, aus denen er vor langer Zeit verschwand.

Seit 2000 ziehen wilde Wölfe ihre Jungen in der Lausitz im Osten Deutschlands auf. Seither breiten sich die Tiere in Deutschland aus. 2009 gab es den ersten Nachweis eines Rudels außerhalb der Lausitz auf einem Truppenübungsplatz in Sachsen-Anhalt. 2014 wurden bereits zwölf Wolfsfamilien in Sachsen sowie sieben Rudel und zwei Wolfspaare in Brandenburg gezählt. Außerdem wurden Wölfe in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen nachgewiesen.
Trotzdem wird der Mensch den scheuen Wolf wohl selbst bei ausgedehnten Waldspaziergängen nicht zu Gesicht bekommen. „Begegnungen mit ihnen sind sehr selten, denn der Wolf meidet den Menschen. Aber er hinterlässt Spuren, die seine Anwesenheit verraten“, erklärt Museumsleiter Michael Strauß.

Die Sonderausstellung „Wölfe“ vom 12. April bis 2. August im Dobergmuseum folgt diesen Spuren und gibt gleichzeitig Einblick in moderne Untersuchungsmethoden von Wildbiologen. Am Beispiel der Lausitzer Rudel vermittelt die Ausstellung wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse zur Biologie und Ökologie frei lebender Wölfe. Das regionale Wolfsmanagement, die Akzeptanz in der Bevölkerung, aber auch die Konflikte, die die Anwesenheit des Wolfes oft mit sich bringt, werden thematisiert.
Das Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz lässt in dieser Ausstellung aktuelle eigene Forschungsergebnisse, besonders zur Nahrungsökologie der Wölfe, einfließen. Filmaufnahmen der Lausitzer Rudel, zahlreiche Modelle und Präparate, sowie akustische Installationen machen die Ausstellung zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Dazu gehört auch ein Spielbereich, in dem Kinder den Nachtwald und seine Stimmen kennen lernen und Geschichten über den Wolf hören. Natürlich gibt´s auch eine spezielle, altersgemäße Museumspädagogik zur Sonderausstellung: zum Beispiel für Kinder ab der dritten Schulklasse und Jugendliche der Oberstufe.
Die Öffnungszeiten des Museums und der Sonderausstellung sind dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr. Führungen sind nach Vereinbarung auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.
www.museum.buende.de