Sonderausstellung „Heimat“

Kreis Paderborn. Das Kreismuseum Wewelsburg hat seine Wurzeln im Heimatmuseum, das 1925 in der Burg eröffnet wurde und heute als Historisches Museum des Hochstifts Paderborn bekannt ist.

Doch was bedeutet Heimat für die Menschen?
Damals war es ein Ort, an dem man geboren war und lebte. Das vertraute Umfeld mit seiner Natur und dem geübten Brauchtum.
Später wurde der Begriff „Heimat“ mit Unbehagen ausgesprochen. Seit der Zeit Blut-und-Boden-Ideologie haftete ihm das Stigma des Nationalsozialistischen an.

Wie ist es heute?
In einer globalisierten Welt, in der auch die Arbeitssuche immer stärker mit großen räumlichen Veränderungen verbunden ist, erlebt die Heimat eine Renaissance.
Ist Heimat eine Landschaft, der vertraute Dialekt, ein Geschmack? Sind es Menschen, die man lange kennt, oder ist es der Ort, an dem man aufgewachsen ist? Kann Heimat in der Fremde gefunden werden? Wie denken Menschen über Heimat, die aus anderen Ländern zugezogen sind und hier im Kreis Paderborn seit kurzem oder aber bereits in der zweiten oder dritten Generation leben?

Die Sonderausstellung „Heimat“, die vom 17. Februar bis 14. April im Burgsaal der Wewelsburg gezeigt wird, möchte diesen Fragen nachgehen und herausfinden, was der Begriff „Heimat“ im Hochstift bedeutet – nicht nur denen, die hier aufgewachsen sind, sondern auch den Aus- und besonders den Eingewanderten: Heimat im Kreis Paderborn hat viele Gesichter.

Die von Sabine Angenendt konzipierte Ausstellung ruht auf zwei Säulen: „Heimat“ und „Fremde“. Verbindendes Element ist ein Medientisch. Als Kernstück der Ausstellung lädt er dazu ein, mehr zu erfahren über Menschen verschiedener Herkünfte und ihre Migrationsgeschichte. Zwölf Interviewpartner erzählen aus ihrem Leben, von ihren Wurzeln, einem Neuanfang. Die Interviews wurden unter Anleitung ihres Lehrers Martin Rottmann von Schülerinnen und Schüler der Multimedia-AG des Bürener Liebfrauengymnasiums geführt und erstellt.

Zu sehen sein werden darüber hinaus historische und zeitgenössische Souvenirs aus dem Kreis Paderborn. Anekdoten, Statements und Fotos erzählen von Auswanderung und Vertreibung. Die Ausstellung zeigt auch einen Zusammenschnitt von Interviews mit Spielern des SC Paderborn 07, einem Verein der Region mit Spielern aus aller Herren Länder.

Die Ausstellung richtet sich sowohl an Erwachsene als auch an Schülerinnen und Schüler. Die Pädagogen des Kreismuseums haben verschiedene Programme zur Vertiefung des Themas erarbeitet, die über das Sekretariat der Wewelsburg gebucht werden können. Angeboten werden Workshops für Schülerinnen und Schülern der 3. bis 5. Klasse, Seminare und Theaterprojekte in Kooperation mit dem Theater Paderborn für Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse. Gespannt sein dürfen die Besucher auch auf eine szenische Lesung im März, die von Schülerinnen und Schülern der Hauptschule Niederntudorf/Wewelsburg und mit Hilfe der Theaterpädagogin Ann-Christin Ebert und der Dramaturgin Maren Simoneit erarbeitet wurde, sowie eine begleitende Heimatfilmreihe. Die Filmreihe wird finanziell unterstützt vom Förderverein des Kreismuseums Wewelsburg e.V.

Telefonische Anmeldung zu den Gruppenangeboten werden möglichst bis zum 15. Februar im Sekretariat entgegen genommen unter 02955 76220.

Bild: Der Veranstalter