Sommer, Sonne, Sonnenschein! – Serengeti-Festival 2013

SEEED bei der Arbeit. Foto: Tim Hildebrandt

SEEED bei der Arbeit. Foto: Tim Hildebrandt

Bielefeld/Schloss Holte-Stukenbrock. Sommer, Sonne, Sonnenschein! So hätte das Motto des diesjährigen Serengeti-Festivals lauten können, das zum dritten Mal auf dem Nachbargelände des Safari-Parks stattfand. Größen á la Itchy Poopzkid, Fritz Kalkbrenner und SEEED versprachen prächtige Unterhaltung und die zahlreichen Besucher sollten nicht enttäuscht werden.

Bereits donnerstags gab der aufstrebende Stern des hiesigen HipHop-Himmels MCFitti den Startschuss für die achte Runde des zoonahen Festivals. Der Veranstaltungsort wechselte erstmals 2011 auf das Gelände neben den Tierpark, die Jahre zuvor war eine großflächige Wiese hinter dem städtischen Hallenbad Schauplatz der wohl brisantesten Show des Jahres im Landkreis Ostwestfalen-Lippe. Mit Hilfe einer ausgetüftelten Marketingstrategie sowie einer gehörigen Portion Mundpropaganda bereitete man sich dieses Jahr auf eine Zuschauerzahl von bis zu 30.000 vor, die letztlich auch erreicht wurde.

Die Wenigsten der rund 4.000 angemeldeten Camper waren bei der Warum-Up Party am Donnerstag bereits am Start, die Stimmung ließ trotzdem keine großen Wünsche übrig. Neben dem bereits genannten MCFitti, bei dessen Hit „30 Grad“ die Meute regelrecht ausflippte, traten unter anderem noch Die Kassierer und Frau Diavolo auf.

Als am Freitag dann Acts wie The Black Seeds, Suicidal Tendencies und Skunk Anansie die Hauptbühne sprengten, füllte sich der Zeltplatz bis an seine Grenzen. Zelt reihte sich an Zelt, viel Raum für andere Dinge blieb nicht großartig. Da musste das selbst mitgebrachte, tragbare Dixi-Klo schonmal im Vorzelt verstaut werden. Dass der Platz mit Hilfe eines scheinbar unüberwindbaren Bauzaunes abgetrennt wurde, schien der Stimmung nicht zu schaden.

Zu allem Überfluss dauerte der Weg zum Festgelände beinahe eine halbe Stunde. „Man muss sich einfach für den Weg mit genügend Alkohol eindecken“, sagte ein Festivalgänger und wie auf Kommando war die Flasche Bier leer, bereits zum Beginn des Marsches.

Wie jedes Jahr und wie bei jedem Festival machten sich die Camper auch dieses Mal zu großen Teilen durch überaus kreative Platznutzung ihren Namen. Ob Sitzflächen auf bekannten Filmrequisiten oder eine wie aus dem Märchen gestaltete Entspannungsinsel direkt am Wegesrand, die Kreativität der Camping-Begeisterten kannte keine Grenzen.

Um 13:30 Uhr eröffneten dann am Samstag die Monsters of Liedermaching den Festivaltag. Die ulkigen und unverwechselbaren Songtexte kamen zu der Uhrzeit wie gerufen, lagen viele der Wochenendbesucher noch in ihrem eigenen Saft. Später am Tag ließen dann Acts wie Danko Jones, Großstadtgeflüster oder Mega!Mega! die Puppen tanzen. Insbesondere als Fritz Kalkbrenner gegen 1 Uhr nachts die 1Live Tentstage betrat und seine elektronischen Hits schmetterte, wollte sich das Ereignis anscheinend niemand entgehen lassen. Das Festzelt propevoll. Tausende Feierwütige ließen ganz Stukenbrock erbeben.

Ähnliches spielte sich etwa zwanzig Stunden später vor der Mainstage ab. Schon bevor der Hauptact des diesjährigen Festivals, SEEED,  überhaupt einen Fuß auf das Podest setzte, ließ das Publikum partout keine Ruhe aufkommen. Am Liebsten hätte man die Künstler auf die Bühne gezerrt, so spannungsgeladen war die Atmosphäre. Was kaum verwunderte, kamen viele der 30.000 Besucher doch nur wegen deren Auftritt. Punkt viertel vor Neun traten dann die Frontsänger Peter Fox, Boundzound und Eased auf die Bühne und rockten das Publikum mit Hits wie „Ding“, „Dickes B“ oder „Augenbling“.

Knappe zwei Stunden und mehrere Zugaben später, war dann auch jede Person im Pulk komplett durchgenässt, für den Großteil ging es auf den Nachhause-Weg. Einige andere hingegen verlängerten das Festivalwochenende bis auf den Montag und machten die Nacht noch einmal zum Tag.

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Tim Hildebrandt