Sicherheitskonzept des Hansetages

Herford. Sicherheit zuerst. Seit den Ereignissen der Duisburger Love-Parade, 2010, führten zur Erarbeitung eines Orientierungsrahmens für Großveranstaltungen im Freien, an dem alle Veranstalter NRW’s gebunden sind. Als Großveranstaltung gilt ein Ereignis, bei dem mehr als ein Drittel der Einwohner jener Stadt als Besucher erwartet wird. Zum 33. Internationalen Hansetag (13. bis 16. Juni) mit dem parallel laufenden Hoeker-Fest werden bis zu 50.000 Gäste zeitgleich erwartet. Das macht fast die Einwohnerzahl Herfords aus. Entsprechend hoch sind die Anforderungen.

Der Bonner Rechtsanwalt Volker Löhr hat das Sicherheitskonzept geprüft und abgesegnet. Der Jurist aus Bonn gilt deutschlandweit als Experte für Sicherheitskonzepte. Er hat die Verantwortlichen in der finalen Erstellungs-Phase begleitet und beraten.

Knapp 80 Seiten mit 35 Anhängen machen den Umfang des Herforder Konzeptes aus, das federführend die Pro Herford-Stadtmarketing erstellt hat.

„Der Umfang zeigt, dass wir uns dem Thema Sicherheit intensiv gewidmet haben. Die Konformitätsbestätigung durch den Experten Volker Löhr unterstreicht dabei unsere gute Arbeit. Dies war uns ausgesprochen wichtig, denn die Sicherheit für unsere Gäste sowie unsere Bürgerinnen und Bürger hat immer oberste Priorität“ so Bürgermeister Wollbrink.

Frank Hölscher, Geschäftsführer der Pro Herford betont, wie wichtig es gewesen sei, frühzeitig alle relevanten Institutionen einzubinden.
Seit mehr als einem Jahr arbeiten Feuerwehr, Polizei, Ordnungsbehörde, Bauordnung sowie die Hilfsorganisationen DRK, THW und DLRG, Straßen NRW sowie ein Sicherheitsdienst und viele weitere Institutionen zusammen.

Schwerpunkt eines Sicherheitskonzeptes ist neben der ausführlichen Veranstaltungsbeschreibung mit Detailplänen und Ablauf-Timings die Gefahrenanalyse. Darin werden alle potentiellen Risiken bewertet, um einen Gegenplan zu fassen.

Der Hansetag gilt als „freundliche Familienveranstaltung mit Informations- und Unterhaltungscharakter“.  Somit erwartet Karl-Heinz Schulze von der Polizei „keine schwerwiegende Risiken, die eine Umsetzung der Veranstaltung verhindern könnten“. Die Polizei Herford hat  „eine Überfüllung von Teilbereichen aufgrund der erwartet hohen Besucherzahl als eines der wesentlichen Risiken identifiziert“.

Michael Stiegelmeier, Leiter der Feuerwehr und des Rettungsdienstes in Herford, ergänzt: „Weitere Risiken wie Wettereinflüsse oder Gewaltbereitschaft vereinzelter Besucher sind natürlich vorhanden, können aber mit Blick auf vergleichbare Veranstaltungen und mit Blick auf unsere Rettungsdienst- und Feuerwehr-Einsätze bei vergangenen Hoeker-Festen als unwahrscheinlich angesehen werden.“
Nichtsdestotrotz wurden die Planungen großzügig anlegt. „Wir haben die Zahl der zeitgleich anwesenden Personen als sehr hoch angesetzt. Es werden fast dreimal so viele sein wie bei Hoeker-Festen. Vorsorglich haben wir unsere Fläche für Besucher sowie die Fluchtwege vom Gelände mit einem weiteren Puffer eingeplant“, erläutert Lothar Sobek,  Leiter der Ordnungsbehörde, und mahnt: „Wichtig ist nun, dass alle Zufahrts-Bereiche eingehalten werden, dass keine Fluchtwege zugeparkt und die Stände auf dem Gelände an ihren geplanten Standort aufgebaut werden.“

Dazu tragen neben den Kräften der Ordnungsbehörde auch die Polizei, die Bundespolizei, die Feuerwehr, das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk sowie Verkehrsposten bei. „Teilweise werden mehr als 200 Kräfte im Einsatz sein“, stellt Dieter Wulfmeyer fest. Der Leiter der Wirtschaftsförderung  wird die Einsatzleitung übernehmen.

Unterstützt wird Wulfmeyer von Leitern der jeweiligen Sicherheits-Institutionen sowie dem Kreis Herford, der seine Erfahrungen in der Gefahrenabwehr an die Stadt weitergegeben hat. Zudem wird das Technische Hilfswerk alle Einsätze und Maßnahmen dokumentieren und regelmäßig Lageberichte erstellen. Aus der Kommando-Schalt-Zentrale werden alle weiteren Maßnahmen koordiniert. Dazu gehören Notstromversorgung, Sicherheitsbeleuchtung, Bühnendurchsagen, Sanitätseinsätze, Besucher-Umlenkung oder auch Parkplatz-Umleitung.

Fotounterzeile
(hinten, von links) Dieter Wulfmeyer (Stadt HF/Leiter der Wirtschaftsförderung), Frank Hölscher (Geschäftsführer Pro Herford), Lothar Sobek (Stadt Herford, Leiter der Ordnungsbehörde), Dr. Georg Robra (Stadt HF/Sozialdezernent), (vorne, von links) Michael Stiegelmeyer (Stadt HF/Leiter der Feuerwehr), Bruno Wollbrink (Bürgermeister Stadt Herford) und Karl-Heinz Schulze (Polizei Herford)

Bild: Pro Herford GmbH