Schutzengel „KATWARN“ ab sofort im Kreis Paderborn unterwegs

KATWARN ist ab sofort auch als Schutzengel im Kreis Paderborn unterwegs: Sie stellten gemeinsam das neue Warnsystem in der Kreisleitstelle in Büren-Ahden vor - von links nach rechts: Dirk Bäz, Direktionsbevollmächtigter der Westfälischen Provinzial Versicherung, Landrat Manfred Müller, Kreisbrandmeister Elmar Keuter,  Ortwin Neuschwander, Leiter Verbindungsbüro Politik und Wirtschaft des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS. Foto: Kreis Paderborn

KATWARN ist ab sofort auch als Schutzengel im Kreis Paderborn unterwegs: Sie stellten gemeinsam das neue Warnsystem in der Kreisleitstelle in Büren-Ahden vor – von links nach rechts: Dirk Bäz, Direktionsbevollmächtigter der Westfälischen Provinzial Versicherung, Landrat Manfred Müller, Kreisbrandmeister Elmar Keuter, Ortwin Neuschwander, Leiter Verbindungsbüro Politik und Wirtschaft des Fraunhofer-Instituts für Offene Kommunikationssysteme FOKUS. Foto: Kreis Paderborn

Paderborn/ Berlin. Ob Hochwasser, Sturm oder aggressive Viruserreger: Auf manche Katastrophen oder bedrohliche Situationen kann man sich vorbereiten, wenn man rechtzeitig gewarnt wird. Im Ernstfall zählt jede Minute, um Schäden zu verhindern. Mit dem symbolischen Drücken des roten Startknopfes führt Landrat Manfred Müller deshalb das Warn- und Informationssystem KATWAN im Kreis Paderborn ein. 

Mit KATWARN beschreitet der Kreis Paderborn neue Wege in der Warnung der Bevölkerung. KATWARN ist ein ergänzendes Warnsystem, das bei Unglücksfällen (zum Beispiel auch Stromausfälle oder Bombenfunde) die betroffenen Bevölkerungsgruppen postleitzahlengenau per SMS, E-Mail oder über eine Smartphone-App informiert und mit konkreten Verhaltenshinweisen versorgt.

Ab sofort erhalten alle angemeldeten Bürgerinnen und Bürger in Gefahrensituationen behördliche Warnungen über eine Smartphone-App oder alternativ per SMS und E-Mail durch die Kreisleitstelle mit Sitz in Büren-Ahden. Die Anmeldung an dem vom Berliner Fraunhofer-Institut FOKUS  und der Westfälischen Provinzial Versicherung zur Verfügung gestellten System ist selbstverständlich freiwillig und kostenlos. Aber: „Funktionieren kann es nur, wenn möglichst viele Bürgerinnen und Bürger dieses Angebot annehmen“, sagt Landrat Manfred Müller. „Mit Warnungen über Smartphones und Handys gelingt es uns, zusätzlich zu Lautsprecheransagen der Feuerwehr oder Hinweisen im Radio viele Menschen im Gefahrenfall direkt zu erreichen“, so Müller weiter.

Alle KATWARN-Warnungen sind postleitzahlengenau und enthalten wichtige Verhaltenshinweise. Zum Beispiel: „Bombenfund – Warnung der Feuerwehr, gültig ab sofort, für PLZ xyz, öffentliche Plätze verlassen, Fenster geschlossen halten.“ Zusätzlich erhalten Nutzer der KATWARN-App deutschlandweite Warnungen über „extreme Unwetter“ durch den Deutschen Wetterdienst (DWD).

Die Umsetzung und Einführung von KATWARN ist ein Vorbild, wie Forschung, Wirtschaft und Politik zusammenarbeiten können: Entwickelt wurde KATWARN von den Forschern des Fraunhofer-Instituts FOKUS, die das System bereits in Städten wie Berlin und Hamburg und einigen Landkreisen Nordrhein-Westfalens erfolgreich eingeführt haben. Die technische Plattform stellt die Westfälische Provinzial Versicherung gemeinsam mit dem Verband öffentlicher Versicherer und der CombiRisk GmbH kostenlos zur Verfügung.  Lediglich für die Einführung und den Betrieb sowie für das Versenden der Kurznachrichten übernimmt der Kreis Paderborn die Kosten.

„Als eng mit Westfalen und dem Kreis Paderborn verbundenes Unternehmen ist regionales Engagement für uns selbstverständlich.  Mit  KATWARN wird der Schutz der Bevölkerung erhöht und mögliche Schäden werden minimiert“, so Dirk Bäz von der Westfälischen Provinzial Versicherung. Für die Forscher des Fraunhofer FOKUS ist dies eine Möglichkeit, Forschung vom Labor in die Praxis zu bringen. Fraunhofer-Mitarbeiter Ortwin Neuschwander: „Mit unseren Entwicklungen wollen wir die Städte der Zukunft mitgestalten und dabei den Menschen einen spürbare Nutzen bringen.“

Und so kann man sich bei KATWARN anmelden:

KATWARN als Smartphone-App

Die KATWARN-App gibt es kostenlos für iPhones ab der Version 3GS sowie ab dem 24. Juni 2013 auch für gängige Android-Smartphones (ab Version 2.3.3).

Die KATWARN-App bietet ortsbasierte Warnungen und Verhaltenshinweise zum aktuellen Standort und zusätzlich zu zwei frei wählbaren „KATWARN-Gebieten“ (Übersicht unter www.katwarn.de). Diese Auswahl kann zu jeder Zeit aufgehoben, angepasst und bei Bedarf ausgeschaltet werden.

KATWARN per SMS und optional E-Mail:

SMS an die Servicenummer 0163 – 755 88 42:

  • für Warnungen per SMS: „KATWARN 12345“ (für das Postleitzahlengebiet 12345)

Beispiel: Für „33102 Paderborn“ lautet der Text der SMS: KATWARN 33102

  • für Warnungen per SMS und E-Mail:

Wer zusätzlich zur SMS eine Warnung per E-Mail wünscht, gibt noch seine E-Mail-Adresse ein: „KATWARN 12345 hans.mustermann@mail.de“ (für das Postleitzahlengebiet 12345).

Beispiel für Hans Mustermann mit der E-Mail-Adresse hans.mustermann@mail.de, wohnhaft  in 33102 Paderborn, lautet der einzugebende Text:

KATWARN 33102 hans.mustermann@mail.de

  • Abmeldung: „KATWARN AUS“

Außer den üblichen SMS-Gebühren des Mobilfunkanbieters für die einmalige SMS-Anmeldung bei KATWARN – und gegebenenfalls für die Um- beziehungsweise Abmeldung – ist der Warndienst kostenfrei. Wichtig:

  • Es werden nur Postleitzahlen innerhalb der aktiven KATWARN-Gebiete berücksichtigt. (Übersicht unter www.katwarn.de). Außerhalb dieser Gebiete versendet KATWARN per SMS keine Warnungen.
  • KATWARN per SMS-/ E-Mail berücksichtigt nur eine Postleitzahl pro Handy. Die Angabe einer E-Mail-Adresse ist optional.
  • KATWARN ersetzt nicht die lokalen Anweisungen von Behörden, Polizei oder Einsatzkräften. Ihnen ist weiterhin unbedingt Folge zu leisten.

Weitere Informationen: www.katwarn.de