Schulkinder mit Rechenschwäche früh fördern

Lehrerfortbildung FörschLix 2013Detmold. Rund fünf Prozent aller Schulkinder haben besondere Schwierigkeiten beim Erlernen des Rechnens. „Wird dies bereits in der ersten Klasse erkannt, können Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht gezielt darauf eingehen“, sagte Professor Dr. Wilhelm Schipper von der Universität Bielefeld zum Abschluss einer Lehrerfortbildung im Kreis Höxter.

Im Mittelpunkt der Qualifizierungsreihe, die das Schulämter der Kreise Höxter und Lippe in Kooperation mit dem Bildungsmanagement der beiden Kreise Lehrkräften an Grundschulen angeboten hatten, stand sowohl das frühe Erkennen von Rechenproblemen als auch die erfolgreiche Förderung betroffener Schulkinder im Mathematikunterricht.

Wie sich eine Rechenschwäche bemerkbar macht, brachte Professor Schipper mit Beispielen auf den Punkt. „Zu den Auffälligkeiten gehören das Zählen mit den Fingern weit über die erste Klasse hinaus, das Verwechseln der Grundrechenarten und die fehlende Fähigkeit, links und rechts zu unterscheiden.“ Obwohl die betroffenen Kinder in anderen Fächern gut mitkommen, könnten dauerhafte Rechenschwierigkeiten zu gravierenden Schulproblemen führen. „Die Kinder können das Selbstvertrauen in ihre Lernfähigkeiten verlieren“, nannte Lippes Schulrat Wilfried Starke eine mögliche Folge. „Neben ausreichenden Sprachkenntnissen sind Basiskompetenzen im Fach Mathematik wesentliche Grundlagen für erfolgreiche Bildungsverläufe“, fügte Horst Tegeler, Leiter des Bildungsbüros Lippe, hinzu. Daher sei es wichtig, im Unterricht frühzeitig gegenzusteuern. „Ziel unserer Bildungsregionen ist es, allen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Schullaufbahn zu ermöglichen, damit ihnen auf ihrem weiteren Bildungs- und Berufsweg viele Türen offen stehen“, betonten die Verantwortlichen.

Im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Westfalen Culinarium in Nieheim stellten die Lehrkräfte die gelungene Verzahnung von Theorie und Praxis heraus. Aus den Händen von Schulrat Starke und Professor Dr. Wilhelm Schipper nahmen sie die Zertifikate für die erfolgreiche Fortbildung entgegen. Die qualifizierten Lehrkräfte können nun neben der eigenen Förderarbeit im Schulunterricht auch Kollegen mit dem neu erworbenen Fachwissen beratend zur Seite stehen.

BU: Freuten sich über den erfolgreichen Abschluss der Fortbildung zur Förderung rechenschwacher Schüler: Schulrat Wilfried Starke und Professor Dr. Wilhelm Schipper von der Universität Bielefeld (von links) mit den Lehrkräften der heimischen Grundschulen. (Foto: Detmold)