„Schüler-Energietag“ auf dem Biomassehof Borlinghausen

Borlinghausen. Einen spannenden Vormittag rund um das Thema erneuerbare Energien erlebten die Schülerinnen und Schüler der Klasse 9c des Gymnasiums Beverungen auf dem Biomassehof Borlinghausen. Im Rahmen ihrer Bildungsarbeit führten die „Bioenergieregion Kulturland Kreis Höxter“ und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gemeinsam einen „Schüler-Energietag“ durch.Als Bioenergieregion gehört der Kreis Höxter zu den Vorreitern bei der Ausschöpfung regenerativer Energien mit innovativer Technik und neuen Konzepten. Elmar Eilbrecht von der BLE informierte die Schülerinnen und Schüler über die Klimaerwärmung, die Klimaschutz-Ziele des internationalen Kyoto-Protokolls und der Bundesregierung sowie über die Energiewende und neuartige Energiequellen aus Biomasse, Sonne, Wind und Boden. „Schon heute ist der Klimawandel spürbar“, machte er den Neunklässlern deutlich. Als Beispiel nannte er den Weinbau in Deutschland. „Wo vor 30 Jahren nur ein Müller-Thurgau angebaut wurde, können heute auf Grund erhöhter Sonnenscheindauer mancherorts sogar wärmeliebende Weinsorten wie Merlot kultiviert werden.“

Eng mit dem Klimawandel verknüpft sei der zunehmende Ausstoß klimaschädlicher Gase, wie Lachgas, Kohlendioxid oder Methan. „Die Nutzung regenerativer Brennstoffe hilft bei der Verminderung dieser Gase, da sie bei Verbrennung nur die Menge an Kohlendioxid freigeben, die sie während ihrer Wachstumsphase aufgenommen haben“, so Eilbrecht. Beim Thema erneuerbarer Energien ist der Kreis Höxter vielen anderen Regionen bereits voraus. Dies veranschaulichte Alexander Hake, Koordinator der „Bioenergieregion Kulturland Kreis Höxter“, beim Rundgang über den Biomassehof.

„Der Kreis hat sich zu einer Energie produzierenden Region entwickelt. Schon 37 Prozent des Strombedarfs und 30 Prozent des Wärmebedarfs können im Kulturland durch erneuerbare Energieträger gedeckt werden“, sagte er.

Wie nachwachsenden Festbrennstoffe erzeugt und aufbereitet werden, konnte die Schulklasse mit ihrem Lehrer Raimund Rogge vor Ort erleben. Im „Energiegarten“ lernten sie die Vielfalt von Biomassepflanzen kennen, die zu qualitativ hochwertigem Brennstoff aufbereitet werden können. „Darüber hinaus werden auch Reststoffe an Straßenrändern, Wäldern und Gartenabfälle für die Erzeugung klimafreundlicher Brennstoffe verwendet“, so Hake. „Rund drei Kilogramm dieser nachwachsenden Materialien können einen Liter Heizöl ersetzen“, versetzte er die Schulklasse in Erstaunen. Das Motto der Bioenergieregion „Wir locken unsere Bioenergie aus der Reserve“ werde somit auf dem Biomassehof wie auch an vielen weiteren Orten im Kreis täglich gelebt.

Im praktischen Teil des „Schüler-Energietages“ bauten die Jugendlichen unter Anleitung von Elmar Eilbrecht und Jens Buchholz von der BLE aus Konservendosen kleine Holzvergaseröfen. Damit kochten sie Eier, die sich die Gymnasiasten anschließend schmecken ließen.

„Schüler-Energietage“ für Schulklassen 
Die „Bioenergieregion Kulturland Kreis Höxter“ und die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung laden interessierte Schulklassen ein, ihre Projekttage als „Schüler-Energietage“ durchzuführen. Informationen:www.bioenergieregion.kreis-hoexter.de