Schülerpreis „Einstein-OWL“ an Nachwuchsforscher verliehen

„IoT-Bienenhaus“ und „RainEnergy“ überzeugen die Jury

Stiftungen vergeben zwei erste Plätze beim „Einstein-OWL“ an Nachwuchsforscherteams aus Lippe und Paderborn

Stefan Wolf (Peter Gläsel Stiftung), Ute Kolbow (Günther + Rita Rudloff-Stiftung Minden), Michael Uhlich (Bezirksregierung Detmold) und Dr. Burghard Lehmann (Osthushenrich-Stiftung Gütersloh) (hinten v.r.) freuen sich mit den Preisträgern des Einstein-OWL (vorne v.l.): Sebastian Brumby, Judith Löcke, Julian Schlangenotto, Eli Kogan-Wang, Florian Schönlau, Adrian Block, Wilhelm Hackl, Maximilian Schmöcker und Lukas Koschek.

Stefan Wolf (Peter Gläsel Stiftung), Ute Kolbow (Günther + Rita Rudloff-Stiftung Minden), Michael Uhlich (Bezirksregierung Detmold) und Dr. Burghard Lehmann (Osthushenrich-Stiftung Gütersloh) (hinten v.r.) freuen sich mit den Preisträgern des Einstein-OWL (vorne v.l.): Sebastian Brumby, Judith Löcke, Julian Schlangenotto, Eli Kogan-Wang, Florian Schönlau, Adrian Block, Wilhelm Hackl, Maximilian Schmöcker und Lukas Koschek.

Detmold. Ostwestfalen-Lippe hat acht neue Einsteins: Gleich zwei Forscherteams sind am Mittwochabend in der Hochschule OWL in Detmold  mit dem 1. Platz beim „Einstein-OWL“ ausgezeichnet worden. Ein Vierer-Team vom Gymnasium Horn-Bad Meinberg erhielt die Auszeichnung für eine App für Hobbyimker. Ein Team von Epunkt.e in Paderborn überzeugte mit einer Forschungsarbeit zur Stromgewinnung durch Regenwasser. Somit erhalten insgesamt acht Schüler ein Jahresstipendium für ein Studium an einer staatlichen Hochschule in OWL. Außerdem kann jedes Team mit 2.000 Euro Preisgeld seine Forschungsarbeiten weiterführen. Der dritte Platz ging an Lukas Koschek vom Marianne-Weber-Gymnasium in Lemgo.

„Beide Teams haben sowohl in ihrer Forschung als auch in ihrer Präsentation gleich gut überzeugt“, begründet Stefan Wolf, Geschäftsführer der Peter Gläsel Stiftung, die Entscheidung der Jury, in diesem Jahr zwei erste Plätze zu vergeben. Auch die begehrte „Einstein-OWL“-Büste wird im kommenden Jahr zwei neue Domizile haben: Sie wird ein halbes Jahr am Gymnasium Horn-Bad Meinberg und ein halbes Jahr bei Epunkt.e in Paderborn zu bestaunen sein.

Sebastian Brumby, Eli Kogan-Wang, Judith Löcke und Julian Schlangenotto vom Verein Epunkt.e in Paderborn hatten die Idee, neben Sonne und Wind auch Regen für die Energiegewinnung zu nutzen. In einer groß angelegten Recherche fuhren sie bis zur Uni Hamburg und sprachen mit Experten. Schließlich entwickelten sie die Idee, Piezoelemente, kleine elektrische Bauelemente, die bei einer Druckveränderung elektrische Spannung erzeugen, zu verwenden. Sie fanden heraus, dass ein Regentropfen genug Druck erzeugt und erhoffen sich nun die Möglichkeit, Regenwasser für die Energiegewinnung zu nutzen, ohne es dem natürlichen Wasserkreislauf zu entziehen.

Adrian Block, Wilhelm Hackl, Maximilian Schmöcker und Florian Schönlau vom Gymnasium Horn-Bad Meinberg überzeugten die Jury mit dem „IoT-Bienenhaus“. Ihre Grundidee war, etwas gegen das Bienensterben zu tun. Und so entwickelten sie eine App für Hobbyimker, die es zum Beispiel ermöglicht, das Gewicht des Bienenstocks per Sensoren direkt aufs Handy zu übertragen und daraus Schlüsse zu ziehen, wie es den Bienen geht und ob der Honig geerntet werden muss. Die Jury lobte insbesondere den erschwinglichen einmaligen Investitionspreis von 40 bis 50 Euro pro Bienenstock, für den Imker ihre Bienenvölker auch von zu Hause aus via Smartphone im Blick haben.

Ebenfalls mit einer App überzeugte Lukas Koschek vom Marianne-Weber-Gymnasium in Lemgo. Er hat eine Medikations-App entwickelt, mit der Patienten, Ärzte und Apotheker den Überblick über Behandlungspläne behalten und die die Patienten an Einnahmen erinnert. Dafür belohnte ihn die Jury mit dem dritten Platz, der mit 500 Euro dotiert ist.

Bevor die Preisträger am Mittwochabend bekannt gegeben wurden, hatten die Schüler schon einen langen und nervenaufreibenden Tag hinter sich. Die sechs Teams der Endrunde waren zur Peter Gläsel Stiftung nach Detmold gereist, um der Jury ihre Projekte zu präsentieren und Fragen zu beantworten. Erst bei der Preisverleihung selbst wurde das Geheimnis um die Gewinner gelüftet.

Stefan Wolf freute sich als Jury-Mitglied über die guten Präsentationen. „Vor allem hat uns gefallen, dass die Schüler sehr präzise antworten konnten, wenn wir kritisch nachgefragt haben“, erzählt er. „Alle Teams haben sehr lösungsorientiert gearbeitet und reale Probleme unserer Zeit aufgegriffen.“

Der „Einstein-OWL“ wird seit 2010 jährlich von der Carina Stiftung (Herford), der Osthushenrich-Stiftung (Gütersloh), der Günther + Rita Rudloff Stiftung (Minden) und der Peter Gläsel Stiftung (Detmold) vergeben. Der Studienfonds OWL (Paderborn) unterstützt den Schülerpreis bei der Vergabe von Stipendien an die Preisträger. Die Stiftungen fördern mit dem „Einstein-OWL“ naturwissenschaftlich und technisch interessierte Schülerinnen und Schüler, die über mindestens drei Monate unterstützt von einem Lehrer an innovativen Projekten gearbeitet haben. Gleichzeitig ermuntern sie die Preisträger über das Stipendium, in der Region zu studieren. Damit wollen die Stiftungen kluge Köpfe in Ostwestfalen-Lippe halten.

Foto: Birgit Sanders