Schlacht der Worte, Schlacht im Ring?

Halle/Westfalen. Am 8. Juni tritt WBO-Weltmeister Marco Huck (35-2-1, 25 K.o.´s) zur Titelverteidigung gegen Ola Afolabi (19-2-4, 9 K.o.´s) an. Es ist die dritte Auflage dieses WM-Fights – im ersten Duell im Dezember 2009 gewann Huck bei seiner ersten Pflichtverteidigung in Ludwigsburg knapp nach Punkten (115:113, 115:113 und 116:112), im Mai vergangenen Jahres gab es in Erfurt ein Unentschieden (114:114, 114:114 und 115:113). Zwar verteidigte der von Ulli Wegner trainierte WBO-Titelträger durch das Remis beim erneuten Aufeinandertreffen mit Ola Afolabi den WM-Titel, doch auch sein in London geborener Gegner behielt den Status als Pflichtherausforderer und Interims-Champion.

„Langsam fängt er an, mir auf die Nerven zu gehen“, sagte der 28-jährige Huck vergangene Woche zur Tatsache, dass er erneut gegen den gleichen Gegner ran muss. Seine Ankündigung: „Aller guten Dinge sind drei. Diesmal werde ich ihn vernichten!“ Der WBO-Weltmeister glaubt, er sei vor dem letzten Fight gegen Afolabi nach dem zwischenzeitlichen Ausflug ins Schwergewicht ein wenig demotiviert gewesen. Huck: „Trotz einer verkürzten Vorbereitung habe ich einen guten Kampf geboten und war zufrieden mit meiner Leistung. Ich habe gezeigt, was für eine Moral in mir steckt, was ich alles abrufen kann. Wäre ich topvorbereitet gewesen, hätte ich ihn weggehauen!“

Bei dem verbalen Vorgeplänkel auf der Pressekonferenz in Berlin wollte aber auch Afolabi keineswegs zurückstecken. „Er redet davon, dass er gegen Povetkin gekämpft hat und dass dies viel Energie gekostet hat. Du bist der Weltmeister, du bist ein Kämpfer. Es ist egal gegen wen du kämpfst, du solltest immer für deinen nächsten Kampf bereit sein. Ich kaufe dir diese Ausrede nicht ab“, hielt der WBO-Interims-Titelträger den Ausführungen des Berliners entgegen. „Er redet auch davon, dass er hier zuhause ist und dass er hier eine gute Show liefern wird. Daran gibt es keine Zweifel. Er ist ein harter Kämpfer. Aber er kann machen, was auch immer er will. Am Ende stehen nur er und ich im Ring.“

Der vermeintliche „Heimvorteil“ stieß dem 33-jährigen Afolabi ohnehin kräftig auf. „Dies ist deine Heimat. Du kämpfst immer in Deutschland. Du bist kein Weltmeister, du bist Deutscher Meister. Weltmeister wie Max Schmeling oder Muhammad Ali haben auf der ganzen Welt gekämpft und deshalb bezeichnet man sie auch als echte Weltmeister. Es heißt nicht Berliner Champion, es heißt nicht Erfurter Champion, sondern Weltmeister! Kämpfe erst mal außerhalb deines Heimatlandes und gucke, was dann passiert“, schimpfte Afolabi und fügte hinzu: „Du hast mich nie umgehauen, du hast mir nie wehgetan. Aber ich habe dir wehgetan. Wer bist du denn überhaupt? Du bist ein Niemand!“

Harte Worte ins Gesicht von Marco „Käpt´n“ Huck, der seinen Cruisergewichts-Titel in der Max-Schmeling-Halle schon zum elften Mal verteidigen will. Glaubt sein Coach Ulli Wegner, dass Afolabi den WBO-Weltmeister mit den Äußerungen provozieren wollte, damit sich dieser am 8. Juni von seiner Marschroute abbringen lässt? „Da bin ich mir zu hundert Prozent sicher“, so der 71-jährige Erfolgstrainer. „Wahrscheinlich hofft Ola Afolabi, dass Marco dadurch leichter die Nerven verliert. Doch mit seinen Äußerungen hat er sich nur ins eigene Fleisch geschnitten und genau das Gegenteil bewirkt. Wir haben das längst durchschaut und Marco weiß, dass er immer dann die besten Kämpfe gemacht hat, wenn er sich ans taktische Gerüst hält.“

Eintrittskarten für die Box-Nacht am 8. Juni sind über die telefonische Ticket-Hotline 01805-570044 (€ 0,14/min., Mobilfunkpreise max. € 0,42/min.), beim Gegenbauer Ticketservice (Tel.: 030-44304430) sowie im Internet bei www.eventim.de und www.boxen.com erhältlich.