Sanft geschwungen in den Originalzustand

Alles läuft nach (Original-)Plan: Bernd Winkler, Horst Grabenheinrich und volker Geißler vom Fachbereich Grünflächen stehen im Stadtpark dort, wo ein kleines Rondell die Weggabelung bilden soll. Im Hintergrund sind bereits die zukünftigen Strukturen erkennbar. Foto: Stadt Gütersloh

Alles läuft nach (Original-)Plan: Bernd Winkler, Horst Grabenheinrich und volker Geißler vom Fachbereich Grünflächen stehen im Stadtpark dort, wo ein kleines Rondell die Weggabelung bilden soll. Im Hintergrund sind bereits die zukünftigen Strukturen erkennbar. Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh(gpr). Zur Zeit dominiert der Schaufelbagger das Gelände. Doch in ca. zwei Wochen hat er das Feld geräumt und ein weiteres Stück historischen Stadtparks zum Vorschein gebracht. Im Bereich der Eiswiese und der Liebesinsel wird zur Zeit nach Originalplänen die Wegeführung am Kinderspielplatz wiederhergestellt. Die Kosten von 6000 € hat der Förderkreis Stadtpark-Botanischer Garten übernommen. Er erfüllt damit das Vermächtnis des Gründungsmitglieds und der früheren 1. Vorsitzender Rosemarie Stolzenburg, die im vergangenen Jahr starb und das Geld für die Umgestaltung zur Verfügung stellte.

Beim jetzigen Vorsitzenden Horst Grabenheinrich, den Mitgliedern, aber auch Bernd Winkler, dem Leiter des städtischen Fachbereichs Grünflächen, traf sie mit diesem Geschenk den richtigen Nerv. Bereits in den vergangenen Jahren haben Stadt und Förderkreis gemeinsam immer wieder Projekte realisiert, die den denkmalgeschützten Stadtpark mit seinem Botanischen Garten in seiner ursprünglichen Konzeption zur Geltung kommen lassen. Der Wiederaufbau des Palmenhauses, in dem heute das Café Besucher verwöhnt, ist sicherlich das bekannteste und umfangreichste.

Die Neugestaltung der Wegführung im Bereich der Liebesinsel und der Eiswiese – beide ebenfalls historische Elemente, die Anfang der 2000er Jahre wiederbelebt wurden – stellt die Harmonie wieder her, die der ursprüngliche Planer Friedrich-Wilhelm Schödder in seinen Originalplänen von 1910 vorgesehen hat. Vom schon damals vorgesehenen Kinderspielplatz (auch er wurde mit modernen Geräten an dieser Stelle wieder neu angelegt) führten zwei Wege elipsenförmig zu einem kleinen Rondell, von dem aus sie sich wieder teilten. Sanfte Rundungen statt eckige Abzweigungen – genau das war den ursprünglichen Planern ein wichtiges Gestaltungselement im Sinne der Gesamtharmonie.

„Eingriffe in das historische Gartendenkmal zu verhindern“, sieht Förderkreis-Vorsitzender Horst Grabenheinrich als wesentliche Aufgabe des Förderkreises. „Der Einsatz für den Erhalt und die Förderung historischer Bezüge ist auch in unserer Satzung festgeschrieben.“ Zusammen mit Bernd Winkler verweist er aber auch darauf, dass dieses Engagement nicht nur lokal seine Wirkung zeigt. So wurden Stadtpark und Botanischer Garten bekanntlich im vergangenen Jahr als einer von wenigen Parks in Deutschland mit der internationalen Auszeichnung „Green Flag“ bedacht. Damit verbunden war unter anderem eine Liste mit Vorschlägen zur Weiterentwicklung. „Das lesen wir sehr genau und bemühen uns, die Anregungen umzusetzen,“ erklärt Bernd Winkler, „denn die Green Flag muss man sich immer wieder neu verdienen.“ Wie der Michelin-Stern in der Gastronomie wird sie nicht „auf ewig hat vergeben“, in gut einem Jahr steht der nächste Prüftermin an. Die sanft geschwungenen Wege mit ihrem grünen „Mini-Kreisel“ werden dann sicherlich die wohlwollende Beachtung der Jury finden. Und die vielen Besucher und Spaziergänger, die Jogger und Hundebesitzer werden „ihren Park“ dann noch ein wenig mehr lieben. Ein kleiner Hinweis soll im übrigen auch an die Stifterin Rosemarie Stolzenburg erinnern. Nicht auffällig, aber erkennbar. Das wäre in ihrem Sinne gewesen.