Rundgang durch das Quartier am Wesertor

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v.l.: Dieter Bommel (untere Denkmalschutzbehörde) erklärt anhand eines historischen Stadtplanes die Bedeutung des Johanniskirchhofes für das neue Quartier Wesertor, Klaus-Georg Erzigkeit (Städtebau und Feuerschutz), Michael Buhre (Bürgermeister)

Minden (rsc). „Wir wollen unserem Anspruch als Einkaufsstadt mit regionaler Funktion gerecht werden“, so betonte Bürgermeister Michael Buhre auf dem Rundgang durch das Quartier den Zweck der Planungen zum neuen Wesertor. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 120 Millionen Euro bildet das Quartier eines der umfangreichsten Bauvorhaben in Minden. Das geplante Einkaufscenter soll den Einzelhandel in der 1A-Lage der Innenstadt stärken,wo derzeit viele Objekte leerstehen. Gleichzeitig soll am Johanniskirchhof, der bereits vor 1000 Jahren ein bedeutender Handelsort war, wieder Einzelhandel angesiedelt werden. Die vielen denkmalgeschützten Gebäude auf dem Quartier sollen sinnvoll in die moderne Planung einbezogen werden. Es ginge zwar nicht darum, unbedingt das historische Minden an dieser Stelle wieder herzustellen, doch die Historie solle sinnvoll mit der Moderne verknüpft werden. „Alt und Neu müssen eine Einheit schaffen“, meinte Buhre. Dabei spiele natürlich auch die Ästhetik des neuen Stadtbildes eine große Rolle. Es gelte den „semigelungenen Schnittstellen zwischen historisch und modern“ ein neues Gesicht zu geben. Mit weiteren Umbauten soll der Zugang zur Weser erweitert werden, um so die Innenstadt näher ans Wasser zu bringen. Die Weser sei von jeher der zentrale Handelsweg gewesen von dem Minden profittiert habe, so Dieter Bommel von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Aus diesem Grund solle sie auch in der Innenstadt wieder eine größere Rolle spielen.

Mitte 2013 soll das Verfahren zur Bauleitplanung für das Quartier abgeschlossen sein. Im gleichen Zug mit dem Umbauten, sollen auch die Abwasser-, Strom- und Gasleitungen unter der Bäckerstraße in einer geschlossenen Baugrube neu verlegt werden.
Noch zu lösende Probleme stellt unter anderem die Verkehrsführung des Grimpenwalles an den Stellen Weserbrücke und Kreuzung Hermannstraße dar. Da der Zulieferverkehr zum neuen Einkaufscenter über diese Achse laufen wird und die Zufahrt zur Schlagde verbessert werden soll, müsse man sich eventuell Gedanken um eine veränderte Verkehrsführung machen. Eine Alternative die noch geprüft werden müsse, sei ein Kreisverkehr an der Kreuzung Hermannstraße, erläuterte Klaus-Georg Erzigkeit, der Beigeordnete der Stadt für Städtebau und Feuerschutz. Eine weitere bauliche Herausforderung ist der Wunsch, den Fußgängerzugang zur Weser, der jetzt über einen dunklen Tunnel gewährleistet ist, offener und möglichst oberirdisch zu gestalten. Dafür müsse auch über eine Veränderung der Verkehrsführung an der T-Kreuzung Weserbrücke nachgedacht werden.

Diese Umbauten könnten zu einem eingeschränkten Parkplatzangebot an der Schlagde führen. Es sei auch nicht sicher, wie mit dem Parkhaus Marienwall verfahren werde. „Derzeit haben wir zuwenig Parkplätze für die geplanten Einkaufsmöglichkeiten. Wir gehen aber davon aus, dass es mehr geben wird“, erklärte Erzigkeit. Das Dach des neuen Einkaufscenters sei schließlich für Parkmöglichenkeiten eingeplant, möglicherweise werde es aber auch eine andere Lösung geben. Die Parksituation sei ein wichtiges Thema betonte Buhre, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass Minden im Vergleich zu ähnlichen Städten über eine sehr gute Parkplatzsituation in Innenstadtnähe verfüge.

Um die Entwicklung und die Erhaltung der neuen Mindener Innenstadt zu fördern, sei eigens ein Verfügungsfond eingerichtet worden, der bis 2015 über etwa 160 000 Euro verfügen soll. Aus diesem Fond sollen nichtkommerzielle Projekte bis zu 50 % gefördert werden. Das Limit liege aber im Regelfall bei 10 000 Euro.

Alle diese Projekte sollen letztendlich dazu dienen, die Attraktivität der Innenstadt Mindens, vor allem die der 1A-Lage, sowohl in ästhetischen Belangen, als auch besonders für den Einzelhandel, und die Bevölkerung zu steigern.
Um die Bevölkerung in die gesamten Planungen einzubeziehen, seien eigens drei öffentliche Planungswerkstätten am 30. August, 20. September und am 24. Oktober geplant.

Foto: René Scharton