Route des Gedenkens entwickelt

Peter Liman (zweiter von l.) hat die Idee des Jugendparlaments umgesetzt und die Route der Stolpersteine für die Geocacher programmiert. (v.r.). Kevin Teschner, Robin Nickella, Nathalie Hark, Henrik Viebrock und Efrem Can.  Foto: Stadt Gütersloh

Peter Liman (zweiter von l.) hat die Idee des Jugendparlaments umgesetzt und die Route der Stolpersteine für die Geocacher programmiert. (v.r.). Kevin Teschner, Robin Nickella, Nathalie Hark, Henrik Viebrock und Efrem Can.
Foto: Stadt Gütersloh

Gütersloh. Wie kann man Jugendlichen die Geschichte der Nazi-Verbrechen und die Schicksale, die durch die Stolpersteine markiert sind, näherbringen? Mit Geocaching, so die Idee des Jugendparlaments. Das Prinzip ist einfach: Mithilfe von Koordinaten folgt man einem GPS-Empfänger bis zu einem bestimmten Punkt. Vor Ort sind kleine Behälter (sogenannte Caches) versteckt, in denen man Schätze findet. Diese kann man entweder gegen andere Gegenstände tauschen oder seinen Fund im Internet dokumentieren.

Erstellt wurde zunächst eine Geocachingroute mit mehreren Stationen, an denen Hinweise auf die nächste Koordinate und kleine Texte versteckt wurden. Die Stationen sind an Orten in Gütersloh platziert, die einen Bezug zu Verbrechen der Nazis in Gütersloh haben, so zum Beispiel am Gedenkstein am Ev. Stiftischen Gymnasium. Die Tour bezieht auch einige Stolpersteine (Jüdisches Leben in Gütersloh) ein. Das Stadtarchiv und das Buch „Novemberpogrom 1938 in Gütersloh“ von Helmut Gatzen lieferten dem Jupa die Fakten für ihre Texte zu den einzelnen Stationen

Schließlich entwickelten die Jupa-Mitglieder die Route zu einer „Wherigo“-Route, einer Route des Gedenkens weiter. Hier werden die Texte und Bilder direkt in den (passenden) GPS-Geräten wiedergegeben. Die eigentlichen „Caches“ fallen weg. Man muss nur in den passenden Koordinatenbereich hineingehen, um die Informationen zu bekommen. Am Ende jeder Stationsinformationen findet sich ein Rätsel. Dies muss man lösen, wenn man die Koordinate der nächsten Station haben möchte. So bewegen sich die Cacher von Station zu Station. Unterstützt wurden die jungen Parlamentarier von Peter Liman, vom Fachbereich Familie und Soziales, der die Programmierung übernommen hat. „Dieser Wherigo führt euch an Orte, wo in der Vergangenheit Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wurden. Es ist ein Rundgang durch die Innenstadt von Gütersloh, der am besten zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu absolvieren ist. Auch Kinder und Rollstuhlfahrer werden keine Probleme haben, alle Stationen zu erreichen“, so Liman.

Die Route führt den Cacher quer durch die Gütersloher Innenstadt und ist in etwa als Rundweg angeordnet. Das Projekt gehört zu den Aktionen des Jugendparlaments gegen rechts. Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Bündnis für Erziehung.

Die GPS-Empfänger können bei Nadine Becker-Kleinemas im Fachbereich Jugend und Bildung der Stadt Gütersloh ausgeliehen werden, Telefon 823333.