Rietberg: Kinder beschweren sich über Radwegezustand an der Bahnhofstraße

Besprachen die Situation auf dem Radweg an der Bahnhofstraße: Martina Venne, Bürgermeister Andreas Sunder, Patrick Bunger, Sophie Tegethoff (stehend von links), Johannes Tegethoff, Eva Schulte-Döinghaus und Hubertus Schmidt (sitzend von links). Foto: Stadt Rietberg

Besprachen die Situation auf dem Radweg an der Bahnhofstraße: Martina Venne, Bürgermeister Andreas Sunder, Patrick Bunger, Sophie Tegethoff (stehend von links), Johannes Tegethoff, Eva Schulte-Döinghaus und Hubertus Schmidt (sitzend von links). Foto: Stadt Rietberg

Rietberg. „Wie kann eine Stadt fahrradfreundlich sein bei diesem Radweg an der Bahnhofstraße?“ fragte die Sechstklässlerin der Realschule, Sophie Tegethoff. Und das nicht nur sich und ihre Eltern sondern auch Bürgermeister Andreas Sunder. In einem Brief an den ersten Bürger der Emstadt berichtete sie über die Gefahren, denen sie und viele andere Kinder und Jugendliche auf dem täglichen Weg aus Neuenkirchen zum Schulzentrum sich ausgesetzt fühlen. Andreas Sunder lud darauf hin das Mädchen zu einem offenen Gespräch ins Rathaus ein. 

Ihm, der Radverkehrsbeauftragen Martina Venne und Hubertus Schmidt vom Bauamt erläuterte Sophie Tegethoff gemeinsam mit ihrem Bruder Johannes und den Freunden Patrick Bunger und Eva Schulte-Döinghaus im Detail, welche Schwachstellen die Kinder im Laufe der jüngsten Zeit entdeckt hatten. Ein großes Poster mit vielen Fotos illustrierte zudem eindrucksvoll, wo der sprichwörtliche Schuh den aufgeweckten Nachwuchs drückt. „Sophie hat sich bei mir beschwert, wie gefährlich sie diesen Radweg empfindet. Und ich habe ihr dann geraten, einmal Herrn Sunder zu schreiben“, erläuterte Mutter Angelika Tegethoff die Vorgeschichte.

Für Rietbergs Bürgermeister war nach Erhalt des Schreibens sofort klar: „Hier ist nicht nur Handlungsbedarf, hier war es auch besonders wichtig, das Ganze im direkten Treffen zu besprechen.“ Er lud die Kinder ins Rathaus ein und lobte: „Ich finde das ganz toll, dass ihr eigeninitiativ geworden seid. So bekommen wir direkt aus erster Hand geschildert, welche Probleme es gibt.“ Stolperkanten zwischen Gehweg und Radweg machte der Nachwuchs aus, dazu solche Kanten, die bei nassem Wetter „richtig glatt und rutschig werden“, so die Realschülerin. Hochstehende Gullydeckel empfanden die Mädchen und Jungen als weitere Gefahrenpunkte.  „Wo wir hier handeln können, tun wir das umgehend“, versprachen Sunder und die weiteren Fachleute der Verwaltung dem jungen Besuch.

„Gehwegschäden an den Übergängen zum Radweg können wir selbst reparieren“, erklärte Hubertus Schmidt. „Aber leider können wir nicht versprechen, nun umgehend den Radweg komplett zu sanieren“, ergänzte Rietbergs Bürgermeister. Denn: „Die Bahnhofstraße ist eine Landesstraße, hier liegt die Verantwortung beim Land oder genauer bei der Abteilung Straßen NRW. Das bedeutet dass wir auch nicht einfach anfangen dürfen selbst zu bauen.“ Sunder weiter: „Dieser Radweg zwischen Neuenkirchen und der Kernstadt ist wohl der am meisten Genutzte im gesamten Stadtgebiet. Und es sind auch schon etliche weitere Beschwerden von erwachsenen Radlern bei mir eingegangen.“ Hubertus Schmidt: „Es ist auch ein sehr alter Radweg mit einem schlechten Unterbau. Damals hat man wohl aus Kostengründen daran gespart.“

Doch auch ohne eigene Zuständigkeit will das Stadtoberhaupt intensiv tätig werden: „Natürlich wenden wir uns an das Land und tragen das Anliegen vor. Schulwegsicherung ist hier ein wesentliches Argument, dass etwas passiert. Ich werde persönlich mit den Fachvertretern  des Landes sprechen und alles daran setzen, dass gehandelt wird. Leider kann ich aber heute noch nichts versprechen, was eventuelle konkrete Zeitangaben für Reparaturen betrifft, aber wir hoffen, dass sich aufgrund der Beschwerden der Zustand des Radweges in absehbarer Zeit verbessern wird.“ Im Zusammenhang mit dem Besuch der Neuenkirchener Schulkinder betonte der Bürgermeister: „Ich finde es sehr gut, wenn Kinder und Jugendliche sich selbst um Probleme aus ihrem Alltag, für die die Behörden zuständig sind, kümmern und uns auch quasi mit der Nase darauf stoßen, wo eventuell Missstände sind. Ich würde mich freuen, wenn andere Mädchen und Jungen diesem tollen Beispiel folgen würden.“