Rekommunalisierung erfolgreich abgeschlossen

Paderborn/Herford. Mit der Übergabe der Aktienurkunden und der Begleichung des Kaufpreises wurde am Freitag, 28. Juni, die Rekommunalisierung der E.ON Westfalen Weser AG erfolgreich abgeschlossen. Nach fast eineinhalbjähriger Verhandlungszeit geht mit der Westfalen Weser Energie GmbH & Co KG ein rein kommunales Unternehmen an den Start. 

Die E.ON Energie AG Düsseldorf hatte ihr 62,85 Prozent umfassendes Aktienpaket an der E.ON Westfalen Weser AG den Kommunen zum Kauf angeboten. Diese besaßen zuvor bereits etwa 37,2 Prozent der Anteile an E.ON Westfalen Weser AG. Davon hielten Paderborn und Herford 21,2 Prozent, weitere 16 Prozent waren im Besitz von 33 weiteren Kommunen. Neu hinzugekommen sind jetzt 13 Städte und Gemeinden.

Mit dem neuen Unternehmen entsteht ein starker regionaler Energieversorger in den Händen der Städte und Gemeinden, dem gerade in Zeiten der Energiewende große Bedeutung zukommen wird. Das Unternehmen sichert Arbeitsplätze und bietet die Gewähr für Gewerbesteueraufkommen vor Ort. Es eröffnet Möglichkeiten für die interkommunale Zusammenarbeit auf dem Energiesektor.

Nachdem am Montag die 48 kommunalen Anteilseigner ihren Beitritt zur Westfalen Weser Energie GmbH & Co. KG erklärt hatten, wurden im Laufe der Woche die weiteren Schritte zur Übernahme der noch nicht im kommunalen Besitz befindlichen Aktien der E.ON Westfalen Weser AG vollzogen. Der Herforder Bürgermeister Bruno Wollbrink, der übergangsweise als Geschäftsführer der Erwerbsgesellschaft tätig ist, unterzeichnete am Dienstag in Düsseldorf nicht nur das Vertragspaket zur Übernahme der vom E.ON Konzern gehaltenen Anteile an dem Versorgungsunternehmen, sondern auch einen Vertrag, mit dem sich das Unternehmen zeitgleich von der Vertriebstochtergesellschaft trennt. Der Vertrieb von Strom und Gas verbleibt damit im E.ON Konzern. Folglich werden die heutigen Kunden im Versorgungsgebiet entsprechend weiterhin von der E.ON Westfalen Weser Vertrieb GmbH beliefert. Diese Gesellschaft bleibt der sogenannte Grundversorger. Das neue kommunale Unternehmen kümmert sich ausschließlich um die Strom-, Gas-, und Wassernetze.