Regierungspräsidentin besucht das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte

Detmold.Das Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte hat bald sein erstes Jahr in den neuen Räumlichkeiten hinter sich. Aber schon jetzt kann man über einen Erfolg des Museums sprechen. Bereits 5.000 Besucher haben das Museum am neuen Standort besucht: Schüler und Studenten, Besucher aus dem Inland und Ausland, Russlanddeutsche und Einheimische, mit Migrationshintergrund und ohne, Senioren und Betriebstätige. Sowohl die Bekanntheit als auch das Interesse der Besucher für das Museum steigen stetig. „Das Museum benötigt für seinen Erfolg aber noch stärker die Unterstützung seitens der Politik“, erläutert Leiterin Dr. Katharina Neufeld. Daher freute sie sich sehr über den Besuch von Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl: „Wir sind sehr dankbar, dass die Regierungspräsidentin heute bei uns zu Gast ist. Deutschlandweit sind wir bislang das einzige Museum zur russlanddeutschen Kulturgeschichte. Daher werden wir die Gelegenheit nutzen, um der Präsidentin ein fundiertes Bild von den Russlanddeutschen in der Geschichte und in der Gegenwart zu übermitteln.“ So führte Dr. Neufeld die Regierungspräsidentin durch die neue Dauerausstellung „Ausgepackt. Die Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“.

Ebenfalls wurden die aktuellen Sonderausstellungen, die Bibliothek und das Archiv präsentiert, die die wissenschaftliche und kulturelle Arbeit des Museums aufzeigen. „Beide Ausstellungen sind sehr beeindruckend. Das Museum bietet den Besuchern außergewöhnliche Einblicke in die bewegenden Schicksale und die Geschichte der Russlanddeutschen. Dies ist ein Ort der Begegnung und des Dialogs zwischen den unterschiedlichen Kulturen“, betonte Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl.

Die neue Dauerausstellung „Ausgepackt – Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland“ zeigt den Besuchern Objekte aus der Kultur und Geschichte der Deutschen aus Russland. Ziel der Ausstellung ist, diese Objekte zum Sprechen zu bringen und die Besucher dazu einzuladen, mit ihnen in eine Beziehung zu treten. Die Besucher haben die Möglichkeit durch verschiedene Stationen der Geschichte der Russlanddeutschen zu streifen. Die Sammlungs- und Forschungstätigkeit des Museums fokussiert auf der Kultur-, Migrations- und Integrationsgeschichte russlanddeutscher Zuwanderer in Deutschland.

Millionen Menschen haben vor allem nach 1764 Deutschland verlassen. Sie wanderten nicht nur nach Amerika aus. Weitgehend unbekannt ist, dass alleine über 160 000 Menschen zwischen 1764 und 1850 nach Russland auswanderten. Während die Gründe, die zur Auswanderung führten, oft die gleichen waren, verlief der Lebensweg der Menschen in Russland ganz anders als zum Beispiel in Amerika. Die Geschichte der deutschen Auswanderer in der neuen Heimat war ausgesprochen wechselvoll und eine lange Zeit durch Verfolgung und Unterdrückung geprägt.

Foto: Museum für russlanddeutsche Kulturgeschichte