Regenbogennation im Aufschwung

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Die acht Unternehmer mit den Vertretern der IHK (v.l.n.r.): Harald Grefe (stellv. Hauptsgeschäftsführer IHK), Matthias Boddenberg (Hauptsgeschäftsführer der deutschen IHK für das südliche Afrika), Professor Dr. Rudolf Lödige, Herbert Sommer, Franz-Peter Falke, Claas E. Daun, Ortwin Goldbeck (Präsident IHK Ostwestfalen), Jürgen Horstmann, Wolfgang Heil, und Kai Ristau.

Bielefeld (rsc). Am gestrigen Dienstag trafen sich etwa 200 Unternehmer und Anleger im Ostwestfalensaal der IHK Ostwestfalen zum Außenhandelsforum 2012. Thema war der Wirtschaftsfaktor Südafrika. Es ging um Chancen und Gefahren bei Investmentgeschäften in der Regenbogennation.

Zu Gast waren acht Unternehmer, die bereits seit längerem erfolgreich in Südafrika produzieren und handeln und dem Publikum den Wirtschaftsstandort Südafrika nahebringen wollten. Herbert Sommer, ehemaliger Präsident der IHK-Ostwestfalen übernahm die Moderation und führte durch das Programm. In drei Kurzreferaten wurde das Land Südafrika in seinen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen genauer vorgestellt. So erklärte Franz-Peter Falke, Strickwarenfabrikant, dass die politische Situation auch 18 Jahre nach Ende des Apartheidregimes nicht vollends zur Ruhe gekommen sei. Es bestünden immer noch erhebliche Spannungen und Ungerechtigkeiten zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen. Die Politik des Landes sei durch Korruption, Fachkräftemangel und schlechtes Management noch stark ineffizient.
Claas E. Daun, Honorarkonsul der Republik Südafrika und Vorstandsvorsitzender der DAUN & CIE. AG mahnte an, dass Südafrika bei aller Demokratie immer noch Afrika sei und eventuelle Anleger nicht auf politische Zustände europäischen Standards hoffen dürften. Auch Matthias Boddenberg, der als Hauptgeschäftsführer der IHK für das südliche Afrika sprach, betonte die Schwierigkeiten mit denen der Staat am Kap zu kämpfen habe. Dennoch erlebe die Wirtschaft des Landes seit Jahren einen starken Wirtschaftsaufschwung. Südafrika sei das modernste und wirtschaftlich stärkste Land Afrikas. Gerade im Infrastruktursektor lohne es sich zu investieren. Auch seine Vorredner lobten ausdrücklich die Chancen, die Südafrika ausländischen Unternehmen böte. „Man ist als Unternehmer frei wie sonst nirgendwo“, so Daun wörtlich. Die vergangenen 25 Jahre in Südafrika seien für Ihn ein hochinteressantes Abenteuer gewesen. Von den politischen Spannungen im Land spüre man als Unternehmer nichts. Südafrika investiere sehr stark in das eigene Land. Es war die Rede von einer emotionalen Verbindung zwischen Südafrika und Deutschland, Falke sprach sogar vom Afrika-Virus. Er mahnte aber an, dass Deutschland noch nicht aufgewacht sei für den Wirtschaftssektor Subsahara. Boddenberg sprach konkrete Wirtschaftsbereiche an, die für deutsche Unternehmen interessant seien. So bestünden zurzeit Ausschreibungen für lukrative Aufträge im Frachtbereich der Eisenbahn. Er lud die Teilnehmer ein, auf die Erfahrungen der IHK zurückzugreifen, nach Johannesburg zu kommen und direkt vor Ort Kontakte zu knüpfen.

Im Anschluss an die Kurzreferate bot sich den Teilnehmern des Forums die Möglichkeit, den Unternehmern Fragen zu stellen und mit Ihnen zu diskutieren.

Foto: René Scharton