Rasenkönig Federer gewinnt die Gerry Weber Open

Sechster Titelgewinn für den Maestro: Der 31-jährige Schweizer Roger Federer triumphiert im Einzelfinale der 21. Auflage der GERRY WEBER OPEN 2013. © GERRY WEBER OPEN (HalleWestfalen)

Sechster Titelgewinn für den Maestro: Der 31-jährige Schweizer Roger Federer triumphiert im Einzelfinale der 21. Auflage der GERRY WEBER OPEN 2013. © GERRY WEBER OPEN (HalleWestfalen)

Halle(th). Nach einer zehn monatigen Titel – Durststrecke gewann Roger Federer heute zum sechsten Mal die Gerry Weber Open. Mikhail Youzhny kehrt mit der Silbermedaille nach Hause zurück.

Die Hoffnung war groß in seiner ersten Finalteilnahme der Gerry Weber Open. Und entsprechend furios und mutig legte der in Moskau geborene Tennisprofi los. Unter den wachsamen Augen des anwesenden Roberto Blanco sowie Tunierdirektor Ralf Weber und anderen prominenten Gästen ging Youzhny mit 0:1 in Führung, nachdem er einen 0:40 Rückstand gegen den bärenstarken Favoriten aufholen konnte. In der Folge wechselten sich die beiden Finalgegner permanent mit den Punktsiegen ab, der erste Satz musste per Tiebreak entschieden werden. Fulminante Rückhandschläge Federers brachten Youzhny an den Rand der Verzweiflung. Doch der Ehrgeiz war ihm anzumerken und so holte er sich noch Bälle, die längst verloren schienen. Dementsprechend entschied der den Satz mit 7:6(7) für sich.

Nach der letztjährigen Finalniederlage gegen Tommy Haas wollte Roger Federer anscheinend nicht ein weiteres Mal mit leeren Händen den Finalsonntag beenden. Wütend schien er ab dem zweiten Satz zu Werke zu gehen. Trotz einer weiterhin sehr ausgeglichenen Anfangsphase gewann er den Satz souverän mit 6:3, eineinhalb Stunden waren da bereits vergangen.

Oft pushte sich jetzt der nunmehr 77-malige ATP-Sieger selbst mit aggressiven „Come On“ – Ausrufen. Es schien zu helfen. Youzhny rannte im dritten Satz den Bällen meistens hinterher, mehr als einmal erlangte der Schweizer einen Punktgewinn mit Hilfe seiner brisanten Aufschläge. Jedoch ließ ihn dies nicht vor eigenen Fehlern verschont, die der Russe erfolgreich für sich nutzte. Trotz allem hieß es nach unterhaltsamen zwei Stunden Nervenkitzel in Halle 6:4 im letzten Satz für den Tunierfavoriten.

Knapp eine Woche vor Beginn des wohl größten Tennistunieres der Welt in Wimbledon konnte sich Roger Federer mit seinem sechsten Sieg der Gerry Weber selber belohnen. „Jetzt gehe ich natürlich mit frischem Selbstbewusstsein nach Wimbledon“, sagte Federer nach dem Match. Das Ziel Titelverteidigung in England kann starten!

Tim Hildebrandt