Puhdys – 01. Februar (Freitag) 2013 – Beginn: 19.00 Uhr (Kartenverlosung!)

Puhdys-Felix-Broede[1]HalleWestfalen. GERRY WEBER Event Center
Freitag 19:00 Uhr (Achtung Kartenverlosung!! s. unten)
Ende der 1960er Jahre in der DDR gelang einem neu gegründeten Musikquintett mit westlicher Rockmusik der Durchbruch. Mit überwältigendem Erfolg. In den folgenden vier Jahrzehnten prägte eine der bekanntesten Kultbands in Deutschland ganze Generation mit Songs, die auch politische und sozialkritische Hintergründe haben.

Und heute, möglicherweise Rockerrente? Von wegen. Die Puhdys begeistern auch heutzutage noch und bleiben ihren musikalischen Wurzeln treu. Die Lieder der ostdeutschen Rockband erzählen Geschichten. So wie das 37. Album in der seit 43-jährigen Karriere – und eines der persönlichsten dazu. Denn >Es war schön< spiegelt die schönsten Augenblicke im Leben wieder: Liebe, Erfolg, Karriere, Zukunftswünsche. Es beschäftigt sich aber auch mit Themen
wie Vergänglichkeit und Tod. Was versteckt sich hinter so einem vielsagenden Albumtitel? Es sei eine Liebesgeschichte, wie Frontmann Dieter „Maschine“ Birr meint. Und Puhdys-Urgestein Peter „Eingehängt“ Meyer erklärt, wenn man nicht mehr der Jüngste und so viele Jahre zusammen sei, könne die Band nicht mehr in Dekaden planen: „Es geht nur vonAlbum zu Album, von Jahr zu Jahr.
Nun ist aber die neue CD da. Wir haben viel Freude,die neuen Lieder zu spielen!“ Meyer ist der Senior der Band und feierte am 05. Januar seinen 73. Geburtstag. Im Vorfeld der >Best of-Akustisch<-Tournee, die am 01. Februar (Freitag)2013, ab 19.00 Uhr im GERRY WEBER Event Center in HalleWestfalen zu erleben ist, gab der „Ostrock-Dino“ ein Interview. Dabei sprach der ehemalige Musiklehrer, der bei den Puhdys als Organisationstalent gilt und verantwortlich für Keyboards und manchmal Saxophon ist, über die abenteuerliche Band-Vergangenheit, fliegende Zahnspangen und das neue Album.
? Über vierzig erfolgreiche Bandjahre sind nun vergangen. Doch die Puhdys stehen immer noch auf der Bühne. 2013 geht es erneut auf Deutschland-Tour. Würdet ihr sagen, dass sich das Leben einer ehemaligen DDR-Rockband von einer Rockgruppe in der westlichen Hemisphäre unterscheidet.
Peter Meyer:„Wir, die Puhdys, unterscheiden uns vor allem von anderen Bands dadurch, dass wir keine langen Tourneen planen nach Beendigung der Albumaufnahmen. Die meisten Bands unternehmen im Anschluss einer neuen Platte eine dreimonatige Tournee, manche touren auch über Jahre hindurch. Und bei uns ist esso, dass wir das ganze Jahr über auf der Bühne stehen und spielen. Das heißt meistens an denWochenenden, so kann man sich von
Montag bis Donnerstag ausruhen und dann voller Energie am Wochenende Vollgas geben.
Das ist der wesentliche Unterschied zu anderen Bands. Ob ein Unterschied zu westdeutschen Rockbands besteht kann ich nicht genau sagen, da jede Band individuell und einzigartig ist.“
Die Fans sind mit euch erwachsen geworden und habenzu euren berühmten Schlagern ,Geh dem Wind nicht aus dem Weg‘ oder ,Wenn ein Mensch lebt‘ mitgesungen und verbinden mit diesen Songs viele Ereignisse in ihrem Leben. Welches Publikum versucht ihr heutzutage mit euren Songs zu erreichen.
Peter Meyer:„Wir sind eine der wenigen Bands, die über Jahre hinweg auf der Bühne standen und auch noch nach der Wende weiter Plattenproduzierten. Etwa 15 Alben nahmen wir noch nach dem Mauerfall auf, darunter auch unsere zwei Weihnachtsalben. Insofern haben wir den Leuten immer wieder neue Songs angeboten. Auf der Bühne spielen wir nicht nur unsere alten bekannten Lieder, obwohl die Fans diese natürlich auch hören möchten, wie unter anderem ,Lebenszeit‘ und ,Wenn ein Mensch lebt‘. Aber wir produzieren kontinuierlich neue Songs und erzählen damit immer wieder neue Geschichten. Das ist sicherlich auch der Grund, warum wir so ein vielseitiges Publikum
haben. Hinten bei Konzerten stehen meist die Elternund ganz vorne an der Bühne platzieren sich die zwölf bis 18-Jährigen. Also bei den meisten Bands fliegen Slips und BHs von den Fans auf die Bühne, bei uns jedoch die Zahnspangen,jedoch noch nicht die Gebisse.“ Ihr habt in eurer Bandkarriere auch englischsprachige Alben aufgenommen wie ,Far from Home‘. Mit englischen Liedern könnte die Band auch internationale Erfolge verzeichnen. Wieso ist es euch wichtig, hauptsächlich deutsche Songs zu produzieren.
Peter Meyer:„Mit unserem ersten englischsprachigen Album >Rock`n` Roll Music< haben wir zunächst nur von amerikanischen Künstlern derenSongs gecovert. Anfang der 1970er Jahre kamen dann die ersten Fernsehauftritte, damitwurde auch zugleich verbunden, dass eigene Musik und deutsche Texte gesendet werden. Wir konnten uns damals überhaupt nicht vorstellen, dass das funktionieren würde, aber es hat fantastisch funktioniert. Es war die Zeit der ersten Rock-Hit-Paraden im Radio, die ersten Musikshows im Fernsehen liefen. Wir hatten dann plötzlich riesigen Erfolg mit unseren deutschen Liedern, zum Bespiel auch mit unserem Soundtrack zu dem Film >Die Legende von Paul und Paula<.
Die Zusammenarbeit mit den Lyrikern Wolfgang Tilgner und Ulrich Plenzdorf klappte fantastisch, und wir waren alle begeistert von dem enormen Hype um uns und unseren Songs. Deutsche Rockmusik war damals einfach unsere Chance, berühmt zu werden und die Leute konnten sich mit unserer Musik identifizieren. Unsere englischen LPs und Songs sind einfach nicht so gut angekommen. Wir wollen bei unseren Wurzeln bleiben, damit sind die Puhdys groß geworden und dem bleiben wir heute noch treu. Unsere Fans wollen auch mitsingen und die Songtexte verstehen, daher bleiben wir bei deutschen Texten. 1984 erschien der Song ,Ich will nicht vergessen‘, der gezielt das Thema der deutschen Teilung aufgriff. Sowohl in der DDR als auch in derBundesrepublik wurde das Lied zur heimlichen Hymne und errang immer mehr Popularität.Mit euren kritischen Songs wurdet ihr zu musikalischen Helden und zur beliebtesten Band der DDR gewählt. Wie wichtig war euch der politische und sozialkritische Hintergrundeurer Songs.
Peter Meyer: „Es waren nicht immer Songs mit politischen Hintergrund, aber dadurch, dass wir mit Menschen wie Ulrich Plenzdorf zusammengearbeitet haben, war es die Sprache der Straße, es waren daher lyrisch philosophische Texte. Die Menschen in der DDR haben gelernt zwischen den Zeilen zu lesen. Wenn wir vom Fliegen im Song ,Ikarus‘ sangen, wurde damit der Wunsch nach Freiheit und Frieden assoziiert.
Wir erzählen mit unseren Liedern Geschichten. Der Song ,Ich will nicht vergessen‘ spiegelte die Ängste und Sorgen der Deutschen und den Konflikt zwischen Ost und West wieder. Unsere Lieder auf unserem neuen Album >Es war schön< erzählen dieses Mal unsere Geschichte, denn die Songs spiegeln die schönsten Augenblicke unseres Lebens wieder: Liebe, Erfolg, Karriere und Zukunftswünsche. Inwiefern unterscheiden sich die Lieder auf dem aktuellen Album >Es war schön< von euren alten Songs der 1970er und 1980er Jahre.
Peter Meyer: „Durch die Plattenfirma hat es sich ergeben, dass wir mit neuen Textern für das neue Album zusammen gearbeitet haben. Wir suchten nach neuen Einflüssen. Bei diesem Album haben wir uns mit dem Themen Leben, Tod und Krankheit auseinandergesetzt. Das Lied ,Unser Schiff‘ erzählt von einem Sturm und reflektiert auch unsere eigenen kleinen Kämpfe, die wir jahrelang ausgetragen haben. In welcher Hinsicht auch immer.
Die Songs sind also schon anders, aber wir haben bislang nur positives Feedback bekommen. ,Es war schön‘ ist ruhiger, als die anderen Alben zuvor, und die gleichnamige Single wird somit auch im Radio häufiger gespielt. Andere, sehrrockige Songs, hatten es da in der Vergangenheit schwerer, im Radio gespielt zu werden. Ende der 1980er Jahre verabschiedete sich die Band mit der >Good-Bye-Tour< von den Fans. Bereits drei Jahre später startete ihr jedochdie Wiedervereinigung. Wieso habt ihr euch damals auf eurem Karrierehöhepunkt getrennt, um nur wenige Jahre später erneut zusammenzufinden.
Peter Meyer: „Wir hatten es wirklich ernst gemeint mit dem Ende der Band. Im Jahr 1988 wurde schon geplant, dass wir ein Jahr später aufhören. Zwanzig Jahre gab es uns zuvor, und wir hatten alles erreicht, wovon wir jemals geträumt hatten. Wir verabschiedeten uns angemessen mit einer großartigen Tour von unseren Fans sowohl in der DDR als auch in der Bundesrepublik.
Doch dann kam die Wende. Eine völlig neue Situationfür uns. Es kamen viele Leute auf uns zu und fragten, warum wir nicht mehr spielen würden. Wir hatten schließlich viele Jahre West-Erfahrung. Wir wussten wie das Business läuft und wollten einfach nochmal mitmischen. Daher starteten wir 1992 erneut, sind seitdem jetzt fest verankert im Musikgeschäft und mittlerweile im 43. Bandjahr.
Im Laufe der Jahre kam es immer wieder dazu, dass Bandmitglieder die Gruppe
verließen und neue Musiker dazu stießen. Wie ist die Harmonie aktuell in der Band. Verstehen sich die Puhdys-Mitglieder auch über die Band hinaus noch als Freunde.
Peter Meyer: „Wir sind freundschaftlich alle sehr miteinander verbunden. Wir wohnen auch alle nahe beieinander am Rande von Berlin. Es ist tatsächlich so, wenn man so eng zusammen arbeitet und viel miteinander unternimmt, gleicht das Verhältnis einer Ehe. Man muss zusehen, dass man sich nicht auf den Keks geht. Wirfahren auch möglichst zu Proben und Auftritten im eigenen Auto und versuchen, auch in unserer Freizeit ein wenig Abstand zu
gewinnen. Trotzdem sitzen wir viel beieinander, reden über Probleme und unterstützen uns gegenseitig.
Ihr seid zusätzlich dafür bekannt, Werbesongs und Vereinshymnen zu komponieren. Sportliche Songs wie ,He, wir woll’n die Eisbären sehen‘ kreiert für den Eishockey-Verein Eisbären sind aus eurer Feder. Seid ihr privat dennauch so Sport begeistert.

Peter Meyer: „Ich versuche persönlich, auch viel Sport zu treiben, um fit zu bleiben. Ich fahre Fahrrad, gehe jeden Tag schwimmen und habe jetzt mit dem Kampfsport angefangen.
Wenn es die Zeit hergibt, verfolgen wir auch einigeEishockey- und Fußballspiele, zum Beispiel von den Eisbären Berlin oder dem SC Paderborn. Für diesen Fußballclub haben wir die Hymne ,Helden geben nie auf‘ geschrieben. Beiden Teams drücken wir natürlich auch die Daumen für sportliche Erfolge.
Bei eurer aktuellen >Best of-Akustisch<-Tournee, die euch erstmals nach HalleWestfalen ins Gerry Weber Event Center führt, sind statt massiven Boxentürmen und druckvollen Verstärkern nun akustische Gitarren undPercussion auf der Bühne aufzufinden. Sind die Bandmitglieder der Rockband, die einst die deutschen Bühnen zum Beben brachten, im Alter zur musikalischen Ruhe gekommen.
Peter Meyer: „Im Sommer veranstalten wir regelmäßig unsere Open-Air-Tour und da reisen wir natürlich mit samt Verstärkern und großen Boxentürmen. Da steht dann Rock‘n‘Roll auf dem Programm. Aber im Winter stimmen wir dann ein wenig ruhigere Töne mit unserer Akustik-Tour an. Die Unplugged-Tour ist ein wenig intimer und persönlicher, und wir suchen den Kontakt zu unseren Fans. Es wird auch teilweise ein anderes Publikum angesprochen, und wir freuen uns
auf die Abwechslung. Das hat nichts damit zu tun, dass wir alt geworden sind. Es ist einfach eine andere Atmosphäre und immer ein tolles Konzerterlebnis.
Wie lange werden die Puhdys noch durch Deutschland rocken.
Peter Meyer: „Wir machen dies noch, solange es uns und den Leuten Spaß macht. Solange wir gesund bleiben und ordentlich Rockmusik produzieren können. Und dann wollen wir ja auch noch mit den Rolling Stones zusammen in Pekingspielen, wenn die ebenfalls noch so lange durchhalten. (lacht)
Danke für das Gespräch!
Eintrittskarten sind zum Preis ab 35,90 Euro zu erwerben. Tickets sind unter der Hotline (05201) 81 80 erhältlich. Des Weiteren via Internet unter www.gerryweber-world.de sowie bei allen CTS-Vorverkaufsstellen. Das GERRY WEBER Ticket-Center
ist wie folgt zu erreichen: Weidenstraße 2 (direkt an der B68 Richtung
Osnabrück/Bielefeld gelegen), 33790 HalleWestfalen.

Foto: © Felix-Broede

OWL Journal verlost 3 x 2 Eintrittskarten

Beantworten Sie folgende Frage und senden Sie ihre Antwort unter Angabe ihres Namens, Telefonnummer und ihrer Adresse an gewinnspiel@owl-journal.de:

Wo findet das Konzert statt?

A: Im Gerry Weber Stadion?

B: Im GERRY WEBER Event Center?

Einsendeschluss ist der 31.01. – 19.00 h-  Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.