Prozess um mutmaßliche sexuelle Nötigung geht weiter

Bielefeld (lk). Mühsam geht der Fall um den Verdacht der sexuellen Nötigung voran. Am 19. September wurde sowohl die Kinder- und Jugendtherapeutin des 14-jährigen mutmaßlichen Opfers, als auch Mutter sowie die ehemalige Lebensgefährtin des Angeklagten vernommen.

Wie berichtet, wurde dem Angeklagten Tristan B. (Name von der Redaktion geändert) vorgeworfen die Töchter seiner ehemaligen Lebensgefährtin sexuell genötigt zu haben. Der Angeklagte soll die zur Tatzeit 14-jährige Tochter ohne ihren Willen und durch Ausübung von Gewalt im Intimbereich rasiert haben. Anschließend soll er sie nach einer Massage versucht haben zu vergewaltigen. Darüber hinaus soll der Angeklagte eine weitere, zum Tatzeitpunkt 13 Jahre alte Tochter dazu gezwungen haben, sich vor ihm auszuziehen und zu duschen.

Die Kinder- und Jugendtherapeutin der zum Tatzeitpunkt 14-jährigen Tochter Ivonne F.(Name von der Redaktion geändert) wurde am zweiten Tag des Prozesses vernommen. Nach ihren Angaben soll Ivonne F. schon zu Beginn der Therapie gesagt haben, dass „der Freund ihrer Mutter sie angepackt habe.“ In der Therapie soll es jedoch nicht um die mutmaßliche sexuelle Nötigung direkt gegangen sein. Im Juni 2012 soll Ivonne F. ihre Schwester Kristin F. (Name von der Redaktion geändert) und ihre Mutter Sabine F. (Name von der Redaktion geändert) zu der Therapie mitgebracht haben. Dabei soll es um einen weiteren mutmaßlichen Übergriff des Tristan B. auf Kristin F. gegangen sein. Kristin soll sehr verschüchtert gewesen sein und soll nicht geredet haben.

Die Mutter der mutmaßlichen Opfer sowie die ehemalige Partnerin des Tristan B. zeigte sich gegenüber dem Gericht unkooperativ. Sie könne sich an die meisten Einzelheiten nicht mehr erinnern, da es so lange her gewesen und in ihrem Leben sehr viel passiert sei. Erst die wiederholten Nachfragen seitens des Richters konnten die Erinnerungen der Sabine F. wieder auffrischen. Sie räumte ein, dass sie Ivonne F. nicht geglaubt habe, da diese sich ihrer Meinung nach gerne in den Mittelpunkt stelle. „Das war für mich nicht so glaubwürdig“, so Sabine F.. Sie habe Tristan B. darauf angesprochen, doch er habe es abgestritten.

Sabine F. räumte ein, dass Tristan B. ihren Töchtern sowohl auf den Po gehauen als auch sie „Süße“ oder „Schatz“ genannt haben soll. Darüber hinaus soll Tristan B. mit Ivonne F. Bikinis und Stringtangas einkaufen gegangen sein.

Laut Sabine F. soll die jüngere Tochter mit Tristan B. Inliner gefahren sein. Später habe sie ihr erzählt, dass Tristan B. sie zum Duschen gezwungen haben soll. Sabine F. bestand dabei darauf, dass der Zwang zum Duschen der ausschlaggebende Punkt für sie war, um die achtjährige Beziehung mit Tristan B. zu beenden. Zunächst beharrte sie darauf, dass daran nichts Sexuelles gewesen sein soll, widersprach sich jedoch nach mehrmaligen Nachfragen des Richters.

Die älteste Tochter der Sabine F. soll zu einer späteren Zeit zu Besuch gewesen sein. Dann habe sie bemerkt, dass Kristin F. „so ruhig“ gewesen sei. Die älteste Tochter habe Kristin gefragt, was los sei, doch diese habe nichts sagen wollen, so Sabine F.. Da habe sie Kristin F. vorgeschlagen, es aufzuschreiben. Die Mutter Sabine F. gab jedoch an, diesen Zettel nie gesehen zu haben. Nachdem das Gericht ihn Sabine F. nochmals vorlegte, gab sie zu ihn doch wiederzuerkennen. Auf diesem Zettel richtet die jüngste Tochter sich direkt an die Mutter und bittet um Hilfe aus der „schrecklichen Situation“.

Die älteste Tochter soll darauf hin ihre Mutter gebeten haben Tristan B. anzuzeigen, was diese verweigert haben soll. Sabine F. gibt darüber hinaus an, dass sie ihre Tochter gebeten habe, die Anzeige zurück zuziehen. Sie erklärte vor Gericht, dass sie die Trennung zu ihrem ehemaligen Lebensgefährten bereue.

Die Verhandlung wird am 7.10., 10.10 und 11.10. weitergeführt.