Potenzial von Migranten nutzen

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von links: Yasin Sever (Vorsitzender des Integrationsrat der Stadt Bielefeld), Sebnem Rohani (Migrantionsbeauftragte der Agentur für Arbeit Bielefeld), Heinrich Alt (Vorstandsmitglied Bundesagentur für Arbeit) und Thomas Richter (Geschäftsführer Agentur für Arbeit Bielefeld)

Bielefeld (rsc). Mit einem Film über zwei völlig unterschiedlich integrierte ausländische Frauen in Deutschland begann der vierte Arbeitgeber Tag der Agentur für Arbeit Bielefeld. Im Lichtwerk im Ravensberger Park kamen am gestrigen Dientag etwa 100 Personen aus Politik, Wirtschaft und Bildung zusammen um sich über das Thema der Integration von Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt zu unterhalten und zu informieren. Thomas Richter, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bielefeld, begrüßte seine Gäste und gab das Wort weiter an Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit. Alt erklärte, Deutschland stehe als Einwandererland im internationalen Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte. Er verdeutlichte die absehbaren Herausforderungen auf dem Arbeitsmarkt und das Konzept der Bundesagentur für Arbeit zur Steigerung des Fachkräfteangebots in zehn Handlungsfeldern. Bei der Integration von Einwanderern spiele die Ausbildung der Migranten eine ungleich wichtigere Rolle als ihre Religion, ihr Wohnsitz oder ihr Herkunftsland. Unter den Migranten mit Berufsausbildung gäbe es eine Arbeitslosenqutoe von 5 Prozent. Bei Migranten ohne Ausbildung betrage dieser Wert das Fünffache. Es gehe also darum, wie man die Potentiale junger Migrantinnen und Migranten auf dem deutschen Arbeitsmarkt besser nutzen kann. Wichtig sei, den Migranten zu signalisieren, dass sie in Deutschland willkommen sind.

Auch der demographische Wandel und das Thema der europäischen Schuldenkrise spielen ihre Rollen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Europa muss als einheitlicher Wirtschaftsraum handeln. Es dürfe keine Kirchturmpolitk und Nationalismen mehr geben. „Nur wenn wir in der Schuldenkrise Schuldenkompetenz beweisen, werden wir in der Welt wahrgenommen“, betonte Alt.

An den Vortrag von Herrn Alt schlossen sich die Expertenrunden an. Auf dem Podium diskutierten Politiker, Integrationsräte und Unternehmer über die Themen „Anerkennungsverfahren und Qualifizierung“ und „Zuzug steuern und Ausländische Fachkräfte/Akademiker in der Region halten“.

Foto: René Scharton