Paderborner Kulturnadel an Karsten Strack und Franz-Josef Witting verliehen

Die Kulturnadel der Stadt Paderborn ging an Karsten Strack (l.) und Franz Josef Witting (2.v.r.). Verliehen wurde sie von Bürgermeister Heinz Paus (r.) und der Laudatorin Ann-Britta Dohle-Madrid. Foto: Stadt Paderborn

Paderborn (IP). „Das ist das Herzblut, von dem eine Stadt lebt.“ Bürgermeister Heinz Paus zeigte sich beeindruckt von dem, was die beiden Geehrten vorzuweisen hatten. Karsten Strack und Franz-Josef Witting hatte der Bürgermeister am Mittwochabend die Paderborner Kulturnadel verliehen. In einer Feierstunde im Paderborner Rathaus würdigte die Laudatorin Ann-Britta Dohle-Madrid das Engagement der beiden Persönlichkeiten für die Paderborner Kultur. Vor etwa 150 geladenen Gästen, darunter die Ehrenringträger der Stadt Dr. Margit Naarmann und Günter Bitterberg sowie die beiden stellvertretenden Bürgermeister Dietrich Honervogt und Karsten Grabenstroer, wurde die Feier vom Trio Zabrisky musikalische umrahmt.

Karsten Strack ist besonders durch sein Engagement in der Poetry Slam Szene bekannt geworden, in der er sich inzwischen deutschlandweit einen Namen gemacht und für die er in der Region Ostwestfalen-Lippe wie kein zweiter steht. Als einen Mann des Wortes und einen Freund der Dichtkunst bezeichnete ihn Ann-Britta Dohle-Madrid. Er begnüge sich nicht mit der Präsentation seiner eigenen Dichtkunst, sondern biete modernen Literaten ein Forum, sorge für die Ausbreitung des modernen Dichterstreits und fördere den Weg vieler Poeten. Sie lobte die Zusammenarbeiten von Strack mit dem Kulturverein „Alibizarr“. Mit ihm habe er den ersten Poetry Slam veranstaltet, zu einer Zeit, in der in Deutschland etwa fünf bis sechs dieser Wettstreite abgehalten worden seien, heute seien es etwa 170 bis 180. „Paderborn hat sich dank Karsten Stracks Einsatz zu zur Hochburg dieser Wettbewerbsform modernen Literatentums gemausert.“

Franz-Josef Witting ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der Kulturszene Paderborns. 1974 gründete er das „Theater der Jugend“, das unter dem Dach der Heimatbühne Paderborn e.V. spielt, in deren Vorstand Witting mitarbeitet. Vor allem die Theatertage Europäischer Kulturen (früher: Internationale Paderborner Amateurtheatertage) tragen seine Handschrift. „Wenn Franz-Josef Witting kein Visionär ist, so ist er auf jeden Fall ein Allrounder und Macher und das auf ganz hohem, professionellem Niveau“, lobte Ann-Britta Dohle-Madrid. Sein Ideal sei, das zu machen, was Profis nicht können, sondern dem generationenübergreifenden Theater vorbehalten sei: mit Menschen zu arbeiten, die das erlebt haben, was sie spielen, so Dohle-Madrid.

In ihren Erwiderungen dankten die beiden Ausgezeichneten der Stadt Paderborn für diese Ehrung. Strack lobte Paderborn als Stadt, in der die Kultur facettenreich ausgestellt sei und bekannte, dass er seit einigen Jahren mit dem Herzen Paderborner sei. Er dankte außerdem der Universität, der Politik, dem Kulturamt, der Literaturszene und engen Wegbegleitern, die ihm bei seinem Schaffen stets unterstützt hätten.

Franz-Josef Witting erinnerte sich bei seiner Rede an die Anfänge seiner Theaterliebe. Als 17jähriger sei er bei der Heimatbühne „hängen geblieben“. Damals habe man noch Zeit für so etwas gehabt und auch der Kopf sei dafür frei gewesen, stellt der Theatermacher angesichts der heute gegenteiligen Situation bedauernd fest.

Die Kulturnadel verleiht die Stadt Paderborn jährlich für besondere Verdienste um die Paderborner Kultur, besonders im ehrenamtlichen Bereich, vergeben. Eine vom Rat gebildete Jury aus Ratsmitgliedern, sachkundigen Bürgern und Vertretern der Kulturverwaltung hatte nach kurzer Beratung aus den vorliegenden Vorschlägen aus der Bevölkerung diese zwei ausgewählt.

Foto: Stadt Paderborn