Otto-Roelen-Medaille 2014 für Bielefelder Chemiker

thumbnailBielefeld. Professor Dr. Harald Gröger von der Universität Bielefeld hat die Otto-Roelen-Medaille 2014 erhalten. Mit diesem Preis zeichnen die Dechema (Gesellschaft für Chemische Technik und Biotechnologie e.V.) und die Deutsche Gesellschaft für Katalyse seine Arbeiten zur Kopplung von chemo- und biokatalytischen Reaktionsschritten aus. Durch die Kombination von chemischen und biotechnologischen Verfahren verknüpft Harald Gröger zwei Welten, die bislang eher getrennt betrachtet wurden. Seine Arbeiten eröffnen neue Perspektiven für die nachhaltige Produktion von Arzneistoffen und Spezialchemikalien in der pharmazeutischen und chemischen Industrie.

Die Otto-Roelen-Medaille der Dechema wird seit 1997 in der Regel alle zwei Jahre vergeben und ist mit 5.000 Euro dotiert. Mit ihr werden herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Katalyse ausgezeichnet, die auch eine starke industrielle Relevanz aufweisen. Die Preisverleihung fand am 13. März auf dem Jahrestreffen Deutscher Katalytiker in Weimar statt.

Eine weitere aktuelle Anerkennung seiner Forschungsarbeiten wurde ihm vom renommierten „Centre in Green Chemistry and Catalysis“ in Kanada zuteil. Auf Einladung dieses mit dem Fokus auf „grüner Chemie“ entstandenen Zentrums unter Beteiligung von allen Universitäten im kanadischen Bundesstaat Quebec wird Harald Gröger in der kommenden Woche an Universitäten in Montreal über seine Beiträge zur Kombination von Chemie und Biotechnologie berichten.

Harald Gröger forscht seit über 15 Jahren auf dem Gebiet der angewandten organischen Synthese, wobei er hierfür Bio- beziehungsweise Chemokatalysatoren einsetzt. Er arbeitet dabei sowohl im akademischen als auch industriellen Umfeld. Gemeinsam mit seinen Teams entwickelt er neue, effiziente und nachhaltige organische Synthesen mit Biokatalysatoren und baut sie in Kombination mit chemokatalytischen Verfahren zu Mehrstufen-Eintopf-Verfahren aus. Diese sind

für industrielle Anwendungen sehr attraktiv. Synthesen werden effizienter und es entstehen weniger Lösungsmittelabfälle, da aufwändige Trennungs- und Reinigungsschritte entfallen.

Harald Gröger studierte Chemie an den Universitäten Erlangen-Nürnberg und Oldenburg. Nach seiner Promotion 1997 folgte ein Post-Doc-Aufenthalt in Japan. Von 1998 bis 2006 arbeitete er in der industriellen Forschung zuletzt als Senior Project Manager im Service Center Biocatalysis der Degussa AG. Dann ging er zurück in die akademische Forschung und nahm an der Universität Erlangen-Nürnberg eine Professur für Organische Chemie an. Im Jahr 2011 wechselte er auf eine Professur an die Universität Bielefeld.

Harald Gröger ist Autor von über 100 Publikationen und hat mehr als 30 Patentanmeldungen getätigt. Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde er unter anderem mit den Degussa Innovationspreisen 2003 und 2005 sowie 2008 mit dem Carl-Duisberg-Gedächtnispreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ausgezeichnet.

BU: Prof. Dr. Harald Gröger.
Foto: Martin Brockhoff, Universität Bielefeld