Offkino-Programm im März 2015

Bielefeld.  Es wurden Filme rund um das Thema „Coming of Age“ ausgesucht.

Bilder, Trailer und weitere Infos über das Offkino finden Sie unter www.offkino.de

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06.03. „Kids“, Regie: Larry Clark
13.03. „Persepolis“, Regie: Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi
20.03. „Der Geist des Bienenstocks“, Regie: Víctor Erice
27.03. „Harold and Maude“, Regie: Hal Ashby

Wir zeigen diesen Monat vor “Kids”, “Persepolis” und “Harold and Maude” jeweils einen Kurzfilm auf 16mm. Die Kurzfilmankündigung steht in der jeweiligen Filmankündigung.

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Freitag, 06.03., 20:30 Uhr:

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Kids
USA 1995
Regie: Larry Clark
91 Min., 35mm, DF
Mit Leo Fitzpatrick, Chloë Sevigny, Justin Pierce, Rosario Dawson, Harold Hunter, Jon Abrahams u.a.

Jenny und Telly sind zwei Jugendliche im New York der neunziger Jahre, die beide in unterschiedlichen Lebenswelten beheimatet sind und nichts miteinander zu tun haben. Aber deren Wege kreuzen sich auf einer Party, was ihrer beiden Leben verändert. Ihr persönliches “Coming of Age”.

Mit “Kids” legte Larry Clark in den neunziger Jahren sein Erstlingswerk als Regisseur hin, das beträchtlichen Wirbel verursachte. Denn seine Kids ziehen mit ihren Skateboards durch die Straßen New Yorks, reden über Sex und konsumieren Drogen. Sie geben mit ihren Körpern an, begehen kleine Diebstähle und versuchen möglichst viele Jungfrauen zu verführen. Für viele war es eine Provokation, aber laut “Süddeutscher Zeitung” erkannten sich gerade Jugendliche aus geordneten Verhältnissen in den Akteuren wieder.

“Disney” trat unmittelbar die Filmrechte ab, weil “Kids” in Amerika keine “NC-17-Rating” erhielt. Und solche Filme zeigt “Disney” grundsätzlich nicht. In anderen Ländern durfte Clarks Film gar nicht gezeigt werden. Einer der Vorwürfe gegen Clark war, dass seine jugendlichen Laiendarsteller_innen für die Sexszenen – die pornographisch seien – eindeutig zu jung sind.

„Larry Clark […] bleibt seinem Thema treu, wobei einmal mehr nicht klar wird, ob er als Aufklärer und Mahner oder als Provokateur verstanden werden will.“ Film-Dienst

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Als Vorfilm zeigen wir den Zeichentrickfilm “Das faule Lenchen”, Regie: E. Hofman, ČSSR 1964, 13 Min., 16mm
Auf groteske Art und Weise erfolgt die Erziehung eines Mädchens vom Schmuddelkind zur Sauberfrau. Das Lachen bleibt jedoch ob des konservativen Frauenideals im Halse stecken.

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Freitag, 13.03., 20:30 Uhr:

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Persepolis
OT: Persépolis
F 2007
Regie: Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi
95 Min., 35mm, DF

“Persepolis” ist ein französischer Zeichentrickfilm aus dem Jahr 2007.
Basierend auf dem gleichnamigen Comic von Marjane Satrapi erzählt “Persepolis” die Kindes- und Jugendgeschichte der Regisseurin während und nach der Islamischen Revolution im Iran.

Der Film hat mehrere Filmpreise gewonnen, unter anderem den Preis der Jury bei den “Internationalen Filmfestspielen von Cannes”, bei denen Persepolis uraufgeführt wurde.

“Subversiv, emotional aufwühlend und mit einem feinen Gespür für das Absurde begegnet Marjane Satrapi hier ihrem eigenen Leben zwischen Regimewechseln, Kriegen und der scheinbar unbegrenzten Bigotterie der an die Macht gekommenen. Obwohl „Persepolis“ dabei durch seine äußere Form starken Verfremdungseffekten ausgesetzt ist, erweist er sich doch als eine der bewegendsten, intelligentesten und einfach am „echtesten“ wirkenden Kinobiographien überhaupt.” Christoph Petersen

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Als Vorfilm zeigen wir “Tanzende Hände”, Regie: Hans Reinhard, D/I 1959, 12 Min., 16mm
Im musischen Unterricht fängt alles zu schwingen und sich zu bewegen an, die Personen, Kinder und Jugendliche malen tanzend. „is, wie wennze’ fliechst“.

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Freitag, 20.03., 20:30 Uhr:

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Der Geist des Bienenstocks
OT: El espíritu de la colmena
E 1973
Regie: Víctor Erice
98 Min., 16mm, OmenglU
Mit Ana Torrent, Isabel Telleria, Fernando Fernán Gómez u.a.

Spanien, 1940: Der Bürgerkrieg ist vorüber und der Diktator Franco hat gerade seine Alleinherrschaft übernommen. Die junge Ana lebt mit ihrer Schwester Isabel und ihren Eltern Fernando und Teresa in einem abgelegenen Dorf. Der Krieg hat bei dem Imker, seiner Frau und den beiden Töchtern schwere Spuren hinterlassen. Das Familienleben gestaltet sich schwierig und besonders die Beziehung zwischen dem Ehepaar ist sehr kühl und distanziert. Eines Tages schauen sich Ana und Isabel, die nicht nur Schwestern, sondern auch beste Freundinnen sind, James Whales “Frankenstein” mit Boris Karloff im Kino an. Besonders die tragisch endende Freundschaft zwischen dem Monster und dem kleinen Mädchen hinterlässt bei der siebenjährigen Ana einen bleibenden Eindruck. Als Isabel ihre kleine Schwester damit aufzieht, dass die Seele des Monsters in einer nahegelegenen, jedoch verlassenen Hütte immer noch lebe, glaubt Ana dies sofort. Von nun an setzt Ana alles daran das Monster zu finden. Stattdessen stößt sie jedoch bei ihrer Suche auf einen Soldaten, der sich vor dem Franco-Regime versteckt hält…

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Freitag, 27.03., 20:30 Uhr:

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Harold and Maude
USA 1971
Regie: Hal Ashby
92 Min., 35mm, DF
Mit Ruth Gordon, Bud Cort, Vivian Pickles, Cyril Cusack, Charles Tyner u.a.
Musik: Cat Stevens

Der 18-jährige Millionärssohn Harold lebt bei seiner Mutter in einer steifen und unterkühlten Atmosphäre. Der Vater fehlt, und es wirkt, als habe es ihn in diesem Haus auch nie gegeben. Von Seiten der Mutter herrschen klare, vorgefasste Vorstellungen, wie ihres und auch sein Leben zu laufen haben. Harold hingegen hat da noch kein klares Konzept und konfrontiert sich und seine Umwelt damit, von einer gewissen Todessehnsucht erfasst zu sein. Er inszeniert die verschiedensten Selbstmorde und liebt es, auf Beerdigungen zu gehen.
Auf einer dieser Beerdigungen trifft er die fast 80-jährige, exzentrisch wirkende Maude. Die beiden lernen sich kennen und fühlen sich auf Anhieb voneinander angezogen. Über die freiheitsliebende, rebellische und lebenslustige Maude wird Harold ein neuer Lebensweg aufgezeigt und er lernt zudem auch noch die Liebe kennen…

“„Harold und Maude” entstand in einer Zeit rebellischen Aufbegehrens, und in der Person der Maude scheint diese Rebellion an vielen Stellen durch. Doch zugleich gelang Hal Ashby […] ein Film, in dem das Innehalten, das Nachdenkliche, das Zurückschauen und das Vorwärtsblicken einen enormen Raum einnimmt. Ein Film eigentlich, den jeder einmal gesehen haben muss.” Ulrich Behrens

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Als Vorfilm zeigen wir “Erziehungsziel Soldat”, D 1980, 23 Min., 16mm
Kein Propagandafilm der Bundeswehr, sondern eine Beobachtung über die Zurichtung von Zivilisten zur uniformen Menge. Doch unterm Stahlhelm stecken nun mal Individuen.

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Eintritt: 6€, ermäßigt 5€
*Unsere Vorführungen beginnen pünktlich um 20:30 Uhr. Der Einlass nach Filmbeginn ist nicht möglich.

Offkino im Filmhaus Bielefeld e.V., August-Bebel-Str. 94, 33602 Bielefeld
Immer Freitags, Filmbeginn um 20.30 Uhr, Einlass ab 20.00 Uhr