Neues Vermittlungskonzept der BA: Inga startet auch in Bielefeld

Olga Galitzki  (l.) und Swetlana Richter (r.) leiten den Workshop zur Jobbörse. Foto: Agentur für Arbeit Bielefeld

Olga Galitzki (l.) und Swetlana Richter (r.) leiten den Workshop zur Jobbörse. Foto: Agentur für Arbeit Bielefeld

Bielefeld. „Interne, ganzheitliche Integrationsberatung“ (Inga) beginnt nach Modellphase im Mai flächendeckend in allen Agenturen für Arbeit in NRW. Auch in Bielefeld. Intensivere und engere Betreuung von Kurzzeit-Arbeitslosen mit größerem Unterstützungsbedarf, das ist das Konzept, welches hinter dem Namen Inga steckt.

Bereits in der Pilotphase in 18 NRW-Arbeitsagenturen konnten deutlich mehr als 8.000 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden.

Der Weg aus der Arbeitslosigkeit in eine neue Beschäftigung verläuft nicht immer glatt und reibungslos. Dies gilt besonders für Menschen, die eine oder mehrere Hürden auf dem Weg zurück ins Erwerbsleben zu meistern haben, auch, wenn sie nur kurze Zeit arbeitslos sind – zum Beispiel wegen gesundheitlicher Einschränkungen, fehlenden oder veralteten beruflichen Qualifikationen oder weil sie keine adäquaten Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder haben. Sie könnten ohne besondere Förderung den Weg aus der Arbeitslosigkeit voraussichtlich nicht innerhalb von 12 Monaten erfolgreich bewältigen. Hier setzt Inga an: Mit einer besonders engmaschigen Betreuung sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer innerhalb eines Jahres nachhaltig und dauerhaft auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß fassen. Die ersten Erfahrungen in 18 nordrhein-westfälischen Arbeitsagenturen zeigen: Das Konzept geht auf. 8.315 Frauen und Männer haben im vergangenen Jahr mit Hilfe von Inga eine neue Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden. Seit dem 01. Mai wird das Programm nun flächendeckend in allen 30 Arbeitsagenturen in NRW umgesetzt – Auch in Bielefeld. Insgesamt 11 Arbeitsvermittler stehen hier seit dem 01. Mai dann für rund 700 Bewerber zur Verfügung. „Wir erwarten durch diesen erhöhten Einsatz an Vermittlern eine Verbesserung der Integrationsquote bei Kunden mit Einschränkungen. Insgesamt ist geplant, dass aufgrund des Inga-Teams bis Jahresende 350 Integrationen in den Arbeitsmarkt erfolgen. Angesichts der unterschiedlichen Hemmnisse, die die Kunden mitbringen ist dies eine große Herausforderung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Es ist trotzdem ein Potential an Arbeitskräften, dass wir mit Sicht auf die künftige Entwicklung am Fachkräftemarkt nicht vernachlässigen können und wollen“, erklärt Thomas Richter, Leiter der Bielefelder Agentur für Arbeit.

Inga setzt auf eine umfassende, alle individuellen Bedarfslagen in den Blick nehmende Beratung der Menschen. In Bielefeld plant und organisiert das Team unterschiedliche Aktionen für ihre Kunden. Am 16. Mai beispielsweise fand ein Jobbörsentraining statt, in dem die Kunden die Jobbörse und die Lernbörse exklusiv näher kennenlernen konnten. Wie nutze ich die Jobbörse, wie kann ich darüber meine Bewerbung verschicken und insgesamt die Onlinewelt für mein Ziel einen neuen Job zu finden, nutzen? Zusätzlich plant das Team umfangreiche Bewerbungstrainings. Hier lernen die Kunden an zwei Tagen alles rundum die Bewerbung, vom Lebenslauf und Anschreiben bis hin zum Vorstellungsgespräch. In enger Zusammenarbeit auch mit der Beauftragten für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt und der Migrationsbeauftragten der Bielefelder Arbeitsagentur werden zielgruppenspezifische Angebote für jede/n Kundin/en erarbeitet.

Herzstück eines jeden Inga-Teams ist der Betreuungsschlüssel: In den Inga-Teams betreut ein Vermittler nur 65 Personen. NRW-weit wurden fast 400 Vermittlungsfachkräfte zu Inga-Beratern geschult. Sie begleiten ihre Kunden auf Wunsch auch zu Vorstellungsgesprächen oder bei Behördengängen und unterstützen bei der Suche nach Beratungs- und Unterstützungsangeboten, zum Beispiel bei der Betreuung von Kindern oder bei Schuldenproblemen. Hinzu kommen maßgeschneiderte Weiterbildungen, um die berufliche Qualifikation des Einzelnen zu erhöhen oder auf den aktuellen Stand zu bringen. Kleine, aber kontinuierliche Schritte und die Vereinbarung von Teilzielen sollen so eine dauerhafte Integration auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen. Darüber hinaus endet das Programm nicht mit der Arbeitsaufnahme. Die Inga-Berater begleiten ihre Kundinnen und Kunden bei Bedarf auch in der ersten Zeit der neuen Erwerbstätigkeit.