Neuer Kurs für Ehrenamtliche startet am 23. März

Ein Großteil der mehr als 30 ehrenamtlich tätigen Patientenbegleiter im Klinikum Gütersloh nahm am gemeinsamen Abendessen teil, bei dem auch zwei Märchenerzähler des Hospiz- und Palliativ-Vereins (vorne links) Geschichten vortrugen.

Ein Großteil der mehr als 30 ehrenamtlich tätigen Patientenbegleiter im Klinikum Gütersloh nahm am gemeinsamen Abendessen teil, bei dem auch zwei Märchenerzähler des Hospiz- und Palliativ-Vereins (vorne links) Geschichten vortrugen.

Gütersloh. In einem Krankenhaus zu liegen, ist für jeden Menschen eine Ausnahmesituation. Für einen Patienten mit Demenz ist die Belastung noch höher: „Fremde Zimmer und Flure, unbekannte Menschen und ungewohnte Abläufe  – für Menschen mit Demenz ist es im Krankenhaus, als sei man in Tokio ohne Dolmetscher und Navigationsgerät auf sich allein gestellt“ sagt Katja Plock. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin im Klinikum Gütersloh hat 2013 eine Ausbildung zum Demenz-Coach absolviert und koordiniert seitdem den Einsatz der über 30 ehrenamtlich tätigen Patientenbegleiter im Klinikum. Für ihr Engagement wurde die Gruppe im vergangenen Jahr mit dem dm-Engagementspreis „HelferHerzen“ ausgezeichnet. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro nutzten die Ehrenamtlichen nun für ein gemeinsames Abendessen, bei dem auch zwei Märchenerzähler des Hospiz- und Palliativ-Vereins Geschichten vortrugen.

„Im Klinikalltag ist es mitunter schwierig, einen Patienten mit der Nebendiagnose Demenz so umfassend zu betreuen, wie es wünschenswert wäre“, sagt Katja Plock. „Sie benötigen für die Zeit des stationären Aufenthalts eine besondere Fürsorge und Begleitung, um sich in der ungewohnten Umgebung zurechtzufinden.“ Aus diesem Grund werden diese Patienten im Klinikum Gütersloh regelmäßig von ehrenamtlichen Begleitern besucht. „Wir geben unseren Patienten mit Demenz das Gefühl von größerer Sicherheit und fördern sie intensiv. Dabei unterstützen wir die Pflegekräfte und Angehörigen mit einem sehr wichtigen Gut: Zeit“, erklärt Katja Plock. Bei den Besuchen stehen dann beispielsweise Unterhaltungen und eine Aktivierung durch Spiele, Bücher, Bilder und Spaziergänge auf dem Programm. Rund eine Stunde lang beschäftigen sich die Ehrenamtlichen mit den demenziell erkrankten Menschen. Das Projekt wurde im Sommer 2013 in Kooperation mit der Bürgerstiftung Gütersloh ins Leben gerufen. Seitdem kamen die ehrenamtlichen Helfer ca. 2.800 Mal zum Einsatz.

Als Dank für das hohe Engagement verbrachten die Ehrenamtlichen nun ein paar gemeinsame Stunden bei einem Abendessen in der Waldklause in Spexard. Die Kosten hierfür wurden aus dem Preisgeld des dm-Engagementspreises „HelferHerzen“ gedeckt. Darüber hinaus konnten die Ehrenamtlichen an dem Abend zwei Märchenerzählern des Hospiz- und Palliativ-Vereins lauschen, die mehrere Erzählungen und Sagen vortrugen. „Die Geschichten waren sehr inspirierend – sowohl für uns persönlich, als auch für unsere Arbeit mit den Patienten mit Demenz“, so Katja Plock. Zum Dank spendete die Gruppe ein Teil ihres Preisgeldes, insgesamt 200 Euro, an den Hospiz- und Palliativverein.

Für das Projekt werden aufgrund der guten Resonanz und der positiven Effekte nun noch mehr Freiwillige als Begleiter für Patienten mit Demenz gesucht. Die Ehrenamtlichen erhalten hierfür einen kostenlosen Qualifizierungskurs, der rund 30 Unterrichtsstunden umfasst. Die ersten Besuche eines ehrenamtlichen Helfers werden von Katja Plock begleitet, nach dem Qualifizierungskurs gehen die Ehrenamtlichen dann selbständig zum Patienten. Der nächste Kurs beginnt am 23. März 2017. Anmeldungen nimmt Katja Plock telefonisch unter 05241 – 83 25150 oder per E-Mail unter katja.plock@klinikum-guetersloh.de entgegen.