Neue Software zur Straßenerhaltung

neue-software_1Kreis Lippe. Egal, ob die Schlaglöcher in Lippe gezählt werden oder eine PKW-Maut ins Gespräch gebracht wird – pünktlich zum Frühling wird wieder über den Zustand der deutschen Straßen diskutiert. Denn nun offenbaren sich die Schäden, die die kalte Jahreszeit am Asphalt verursacht hat. Der Kreis Lippe geht schon seit 2009 neue Wege, um den Zustand der Kreisstraßen dauerhaft auf hohem Niveau zu garantieren, und hat einen langjährigen Erhaltungsvertrag mit der Firma Eiffage Bau GmbH geschlossen. Nun wird das Projekt mit einer speziellen Software einen Schritt weiter getragen und erstmals langfristige Prognosen über den Zustand aller Kreisstraßen erstellt.

„Wann ist der beste Zeitpunkt eine Straße zu sanieren – das ist im Wesentlichen die Hauptfrage, die das neue Pavement Management System beantwortet“, erklärt Landrat Friedel Heuwinkel. Dazu wertet die Software umfangreiche Daten aus, die bei der vollständigen Befahrung aller Straßen gesammelt wurden. „Eine solche Befahrung haben wir 2008 und 2013 vorgenommen und dabei zum Beispiel Griffigkeit der Straßen, Spurentiefe oder Risse erfasst“, sagt Rainer Huneke, Leiter des Eigenbetrieb Straßen des Kreises Lippe. Die Software vergleicht nun die Ergebnisse dieser beiden Befahrungen und rechnet noch externe Faktoren wie die geographische Lage mit ein. Auch zukünftig wird alle fünf Jahre eine vollständige Befahrung durchgeführt und die Daten im Pavement Management System ergänzt.

Die K 88,1 wies zum Beispiel 2008 eine Vielzahl von Schlaglöchern und deutliche Spurrillen auf. 2013 war bereits dank der Partnerschaft eine deutliche Verbesserung eingetreten. „Überhaupt hat sich der Substanzwert der lippischen Kreisstraßen um eine ganze Note verbessert“, sagt Heuwinkel. Das Pavement Management System zeigt nun, wann an den Straßen wieder eine Maßnahme durchgeführt werden muss.

Ziel der Prognose, die regelmäßig durch den Kreis und Eiffage auch vor Ort auf den Straßen kontrolliert wird, ist es, Straßen schon Instand zu setzen und zu reparieren, bevor größere Schäden überhaupt erst auftreten. „Manchmal wundern sich Bürger, warum an einer Straße gearbeitet wird, obwohl noch keine sichtbaren Mängel existieren“, berichtet Alexander Thomas, Geschäftsführer Eiffage Bau GmbH. „Aber bereits durch kleinste Risse in der Straßendecke sickert Wasser in den Untergrund und richtet größere Schäden an. Hier greifen wir rechtzeitig ein.“ Der Landrat ergänzt: „Wenn sich Bürger wundern, warum Straße A saniert wird und nicht Straße B, dann liegt es auch oft daran, dass die stärker beschädigte Straße keine Kreisstraße ist und der Kreis daher auch nicht für die Instandhaltung zuständig ist.“ Dass die Kreisstraßen aktuell in einen so guten Zustand seien, zeige wie gut das bundesweit einmalige Modell zwischen dem Kreis und Eiffage Bau funktioniere, betont Heuwinkel.

„Dank der Software können wir noch besser planen und die Bürger werden sich weiter über Kreisstraßen ohne Schlaglöcher freuen“, da sind sich alle Beteiligten sicher.

BU: Alle Straßen im Blick dank neuer Software – Olaf Winkler, Prokurist Eiffage Bau GmbH (rechts), erklärt das Programm; v.l.: Alexander Thomas, Rainer Huneke und Landrat Friedel Heuwinkel.