Neue Projekte und Strukturänderungen sind auf den Weg gebracht

Kreis Lippe.  „Der Übergang hat von Anfang an hervorragend geklappt“, freut sich Landrat Friedel Heuwinkel. Er lobt die Anstrengungen, die die Mitarbeiter des Jobcenters während der Übergangsphase erbracht haben. Zum 1. Januar hatte der Kreis Lippe die Betreuung und Vermittlung der Arbeitslosgeld-II-Empfänger in alleiniger Verantwortung übernommen.

Ziel des Kreises und des Jobcenters war es, den Übergang so reibungslos zu gestalten, dass die Kunden zunächst von dem Wechsel nichts mitbekommen. „Dies ist uns im Wesentlichen gelungen“, so Heuwinkel. Nach dieser bestanden Herausforderung hat das Jobcenter Lippe im ersten Halbjahr neue Projekte und strukturelle Änderungen auf den Weg gebracht, die langfristig die Betreuung der ALG-II-Empfänger in Lippe verbessern.

 

Die einzelnen Teams wurden verkleinert und drei neue Leitungsstellen besetzt. „Die Arbeit gestaltet sich durch die kleineren Teams effizienter und die Zielerreichung kann besser kontrolliert und evaluiert werden“, erklärt Andrea Berger, Vorstandsvorsitzende des Jobcenters Lippe. Außerdem wurde unter anderem ein neues Team für die Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket in Lemgo geschaffen. Vorher mussten alle ALG-II-Empfänger diese Leistungen zentral in Detmold beantragen. „Wir wollen die Wege und Antragshürden für unsere Kunden immer so kurz und klein wie möglich halten. Durch das neue Team in Lemgo können nun viele Betroffene auf schnellem Wege ihre Anliegen mit dem Sachbearbeiter direkt klären“, so Berger. Kurze Wege und direkte Ansprache sind auch die Gründe, warum das Jobcenter in alles 16 Städten und Gemeinden mit einer Anlaufstelle vertreten ist. „Dieser Service ist nur möglich durch die Alleinverantwortung des Kreises Lippe“, betonen Heuwinkel und Berger.

Auch in anderen Bereichen hat das Jobcenter Lippe neue Projekte gestartet, die erst durch den Übergang in die kommunale Hand möglich wurden. „Zurzeit führend intensive Gespräche mit dem Kreisjugendamt, um zukünftig Familien im Leistungsbezug zusammen unter Beachtung aller sozialdatenschutzrechtlichen Vorschriften zu betreuen“, berichtet Berger. Durch die gemeinsame Betreuung können die Familien umfassender beraten werden. „Gerade Kinder und Jugendliche, die in ihren Familien nicht immer die optimale Unterstützung erhalten, können wir so besser auffangen und fördern“, so die Vorstandvorsitzende.

 

Weiterhin startet im Sommer das Projekt „Sprungbrett“. Die Sprungbrett-Mitarbeiter betreuen Kunden, die erst seit kurzem arbeitslos sind oder gerade eine Umschulung oder Qualifizierung abgeschlossen haben. „Beide Gruppen haben gute Chancen, wieder schnell einen Arbeitsplatz zu finden. Doch je länger die Arbeitslosigkeit dauert, umso schwieriger wird es“, erläutert Berger. Deswegen sollen sie im Projekt besonders intensiv betreut werden. In einem achtwöchigen Jobcoaching werden die Kunden sehr engmaschig von einem persönlichen Ansprechpartner betreut. „Ziel ist es, die Kunden von Betroffenen zu Beteiligten zu machen, die aktiv zusammen mit unseren Mitarbeitern an ihrer Wiedereingliederung arbeiten.“

„Alle diese Projekte sind gute Beispiele dafür, wie wir als Kreis die Arbeitslosengeld-II-Empfänger intensiver und flexibler betreuen können“, lobt der Landrat. Seine Vision für die Zukunft ist ein „Haus der Arbeit“, in dem die Akteure vom Jobcenter über Familienhilfen bis zur Schuldnerberatung alle ihre Dienstleistungen unter einem Dach eng verzahnt anbieten. „Natürlich brauchen alle Veränderungen Zeit und viele positive Effekte, zum Beispiel bei der gemeinsamen Betreuung der Jugendlichen, werden erst langfristig zum Tragen kommen. Ich bin aber überzeugt, dass wir auf einen guten Weg sind und die richtige Wahl für Lippe getroffen haben“, ist Heuwinkel optimistisch.

BU: Hilfe und Unterstützung für Langzeitarbeitslose – Landrat Friedel Heuwinkel und Andrea Berger stellen die Ergebnisse des ersten Halbjahres vor.