Neue Digitalfunkgeräte – OWL-Kreise und -Kommunen sparen 1,5 Millionen Euro

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Unterschrieben den Rahmenvertrag über die Belieferung mit Digitalfunkgeräten (von links): Die Landräte Christian Manz (Herford), Friedhelm Spieker (Höxter), Friedel Heuwinkel (Lippe) und Manfred Müller (Paderborn), Jürgen Heußner (Vorsitzender Geschäftsführer Selectric Digitalfunksysteme), Fachbereichsleiter Thomas Kuhlbusch (Kreis Gütersloh) und Klaus Mueller-Zahlmann (Bad Oeynhausen).

Detmold. Die Einführung des Digitalfunks in Ostwestfalen-Lippe wird für viele Kreise und Kommunen deutlich billiger: Im Frühjahr 2012 hatten die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe und Paderborn mit ihren Kommunen sowie die Stadt Bad Oeynhausen aus dem Kreis Minden-Lübbecke gemeinsam europaweit die Beschaffung von Digitalfunkgeräten samt Zubehör ausgeschrieben. Durch diese OWL-Einkaufsgemeinschaft sparen alle Beteiligten zirka 35 Prozent gegenüber den bekannten Marktpreisen, rund 1,45 Millionen Euro. Zu verdanken ist dies besonders der hohen Stückzahl: Rund 2800 Geräte werden in den kommenden drei Jahren angeschafft. Auf Lippe entfallen 787 Stück. Das macht eine Kostenersparnis von etwa 360.000 Euro für den Kreis.
In der jüngsten und modernsten Rettungswache des Kreises Gütersloh in Schloß Holte-Stukenbrock unterzeichneten Landrat Friedel Heuwinkel, Landrat Manfred Müller (Paderborn), Landrat Friedhelm Spieker (Höxter), Landrat Christian Manz (Herford), Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann (Bad Oeynhausen) sowie Fachbereichsleiter Thomas Kuhlbusch (Kreis Gütersloh) in Vertretung von Landrat Sven-Georg Adenauer zusammen mit Vertretern der erfolgreichen Bieterfirma Selectric Digitalfunksysteme (Münster) jetzt den Rahmenvertrag.   „Die Städte und Kreise in OWL arbeiten an vielen Stellen bereits eng zusammen. An diesem Beispiel zeigt sich besonders gut, dass durch interkommunale Kooperationen Kosten eingespart werden können“.

Um Fachwissen zu bündeln und um Beschaffungskosten zu sparen, haben die Beteiligten im Herbst 2011 die OWL-Einkaufsgemeinschaft für die Beschaffung des Digitalfunks gebildet. Vertreter der Kreise Kommunen haben die erforderlichen technisch sehr anspruchvollen Ausschreibungsunterlagen mit einem umfangreichen, 65 Seiten umfassenden Leistungsverzeichnis mit 298 Leistungsanforderungen erstellt. Die Ausschreibung, Annahme der Gebote und Prüfung der Gebote sowie die Vergabe erfolgte durch den Kreis Lippe. Die Revision des Kreises Gütersloh begleitete den Vergabeprozess und prüfte abschließend die Vergabe. Alle Anwesenden zeigten sich insbesondere über das Ergebnis der europaweiten Ausschreibung durch die OWL-Einkaufsgemeinschaft zufrieden: Das Gesamtauftragsvolumen für die 2800 Digitalfunkgeräte plus Zubehör beträgt gut 2,7 Millionen Euro. Laut den recherchierten Marktpreisen wäre mit einer Summe von 4,15 Millionen Euro zu rechnen gewesen.

Zur Historie: Der Bund und die Länder haben 2009 beschlossen, den Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben einschließlich Polizei einzuführen. Nordrhein-Westfalen hat mit der Planung und Umsetzung im gleichen Jahr begonnen. Der für den Betrieb des Digitalfunks benötigte Netzaufbau in Ostwestfalen-Lippe wird nach aktuellen Erkenntnissen im Frühjahr 2013 abschließen. Ab Mitte 2013 wird nach Erprobung des Landes NRW für alle Beteiligten (Feuerwehr, Rettungsdienst und alle weiteren Hilfsorganisationen im Katastrophenschutz einschließlich THW) in ganz Ostwestfalen-Lippe parallel zur Polizei der erweiterte Probebetrieb beginnen.

Die Vorteile des Digitalfunks gegenüber dem bislang genutzten Analogfunk, der nicht mehr den heutigen Erfordernissen genügt, sind unter anderem Verschlüsselung und Abhörsicherheit, höhere Sprachqualität, Möglichkeit der zusätzlichen Datenübertragung, Möglichkeit der gezielten Verbindung zwischen einzelnen Funkteilnehmern als auch in das Telefonnetz sowie die Möglichkeit der Lokalisierung über GPS.