„Mother Africa“ – Ein afrikanisches Fest der Sinne

OLYMPUS DIGITAL CAMERAPaderborn.  (dz) Wer einmal Afrika hautnah erleben möchte, der muss nicht zwingend in das nächste Flugzeug steigen. Manchmal reicht auch eine deutsche Kleinstadt. Mit einer atemberaubenden Mischung aus Hochleistungsartistik, mitreißender Musik und rhythmischen Tanzeinlagen bot der afrikanische Zirkus „Mother Africa“ am 15.02.13 in der Paderhalle dem Publikum ein Fest für die Sinne.

„Wir wundern uns, wie beweglich sie sind.“, staunt eine Zuschauerin und damit ist sie nicht allein. Als der Akrobat Lazarus Gitu Mwangi aus Kenia anfängt, sich zu verrenken, geht ein ungläubiges Raunen durch die Reihen. Der „Mann ohne Knochen“, wie ein Besucher ihn treffend beschreibt, ist einer der vielen Höhepunkte der zweistündigen Show. Ob Jonglagen, Diabolo oder diverse Kunststücke mit Reifen und Töpfen, für die aus verschiedenen afrikanischen Ländern stammenden jungen und begabten Artisten scheint nichts unmöglich.

OLYMPUS DIGITAL CAMERASpektakulär ist auch die Darbietung des ‚Pharao‘, der minutenlang ungesichert auf Holzstühlen balanciert und es scheint, als hätte er nie etwas anderes getan. Besonders die ganz jungen Zuschauer sind begeistert: „Man hat die Körperspannung super gesehen. Das ist bestimmt schwierig. Aber die Musik ist auch schön.“ Die Musiker der „InAfrica Band“ lassen mit ihren mal sanft-sinnlichen, mal pulsierend-schnellen Melodien das Herz schneller schlagen und sorgen zusammen mit kraftvollem Live-Gesang und wilden Trommeln der anderen Mitglieder durchgängig für Gänsehaut pur. Auch optisch beweist der selbsternannte „Circus der Sinne“ ästhetische Perfektion. Traditionelle afrikanische Muster, detailverliebte Kostüme und ein phantasievolles Bühnenbild sind eine weitere Komponente der farbenfrohen Show und werden bei den wilden Tanzeinlagen gekonnt in Szene gesetzt.

Doch bei „Mother Africa“ kommt auch der Humor nicht zu kurz, wofür besonders Reuben Malau verantwortlich ist. Der halbwüchsige Comedian aus Südafrika erntet mit seiner frechen Art viele Lacher und lässt Zuschauer ihr verborgenes Showtalent unter Beweis stellen. Die afrikanische Lebensfreude des gesamten Ensembles ist ansteckend und dass bei den anspruchsvollen Darbietungen manchmal etwas daneben gehen kann, nimmt man den charismatischen Künstlern nicht übel. Auf der mittlerweile sechsten Welttournee wird „Mother Africa“  mit seinem einzigartigen Programm sicherlich auch weiterhin für spontanen Jubel, stürmische Pfiffe und ein Lächeln auf dem Gesicht der Besucher sorgen.

Text & Fotos: Dorothea Zaczynski