Mobilisation, Stabilisation und Muskelaufbau

Gütersloh (kgp). Egal ob durch Verletzungen beim Sport, Unfälle im Haushalt oder im Beruf –  täglich werden Patienten mit Knochenbrüchen oder Schnittverletzungen ins Klinikum Gütersloh eingeliefert. In den meisten Fällen stellt ein operativer Eingriff gute Heilungschancen in Aussicht. Nach der OP, wenn die Arbeit der Ärzte getan ist, knüpft unmittelbar der Einsatz der Physiotherapeuten an: Muskelaufbau, Stabilisation und Mobilisation sind wichtige Maßnahmen, um die gewohnte Lebensqualität zurückzugewinnen.

Mit gezielten Übungen und Bewegungen kräftigt Physiotherapeutin Ulrike Reichow die Muskeln in der Hand von Patient Michael Vormbäumen, sodass diese wieder voll funktionsfähig wird.

Kaum ist die Operation erfolgreich verlaufen, steht in der Regel auch schon eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter der Physikalischen Praxis des Klinikum Gütersloh im Zimmer des Patienten. Statt langen Ruhezeiten steht Mobilisation auf dem Programm – meistens verordnen die Ärzte relativ schnell physiotherapeutische Maßnahmen, sodass die Patienten jeder Altersklasse möglichst zeitnah wieder die volle Funktionalität ihres Körpers erreichen. Unter anderem gehören Hilfestellungen jeglicher Art, Mobilisationen des Bewegungsapparates, Kälte- und Wärmetherapien, Vermeidung von Versteifungen durch Massagen sowie Sensibilisierung des Nervensystems zu dem täglichen Arbeitsbereich der ausgebildeten Therapeuten.

Aus insgesamt neun Mitarbeitern besteht das Team um Toni Trentinaglia, Leiter der Physiotherapie im Klinikum Gütersloh. Insbesondere auf die Nachbehandlung in der Handchirurgie hat sich eine seiner Mitarbeiterinnen spezialisiert: Ulrike Reichow kümmert sich kompetent täglich um die vielen Knochen, Sehnen und Muskeln in den Händen der Patienten. „Die Hand ist ein sehr kompliziertes Organ, keine Hand ist wie die andere“, erzählt Reichow von ihrer jahrelangen Erfahrung in diesem Bereich. Während die Physiotherapeutin ein paar unterschiedlich harte Bälle und Bürsten zurechtlegt, wird die Hand ihres nächsten Patienten bereits gebadet: Michael Vormbäumen ist von der Leiter gefallen und hat sich eine Beugensehnenverletzung zugezogen. „Es ist wichtig, dass die Patienten die Anweisungen der Ärzte nach der Operation genau befolgen“, verdeutlicht die Hand-Physiotherapeutin Reichow den üblichen Therapieablauf. Im Fall von Michael Vormbäumen wurden gerade die Fäden gezogen, sodass Ulrike Reichow nun erst einmal zielgerichtete Bewegungen ausführt, um Verklebungen vorzubeugen.

Der junge Mann ist kein Einzelfall mit seiner Verletzung durch den Sturz: Häufig behandelt Ulrike Reichow Patienten aus handwerklichen Berufen, die tiefe Schnittwunden, einen Unfall mit der Motorsäge oder starke Quetschungen haben. „Die schlimmste Verletzung, bei der ich die Nachversorgung übernommen habe, war eine vollständig wieder angenähte Hand“, erinnert sich Ulrike Reichow, die seit über 20 Jahren als Physiotherapeutin im Klinikum Gütersloh und seit 13 Jahren für die Nachversorgung im Bereich der Handchirurgie tätig ist. Vom Erlernen der Grundfunktionen bis hin zur Wiedereingliederung ins Berufs-Leben hat sie den schwer verletzten Patienten betreut, der bei einem Berufsunfall seine Hand abschnitt.

„Es macht mir Spaß, Menschen bei ihrem Heilungsprozess zu begleiten und die Freude über ihre Fortschritte mit ihnen zu teilen“, sagt Reichow. Nicht nur Patienten aus Gütersloh und Umgebung, sondern aus der gesamten Region Ostwestfalen suchen die Physikalische Praxis im Klinikum Gütersloh auf, um die Funktionalität ihrer Hand wieder herzustellen. Die Physiotherapie ist ein wichtiger Arbeitsbereich in der Einrichtung und eine unverzichtbare Maßnahme beim Heilungsprozess zahlreicher Krankheiten.

Foto: Zentrale für Öffentlichkeitsarbeit Stadt Gütersloh