Mit viel Engagement und Motivation zum Abschluss

Lea 1_kleinKreis Lippe. Sie hat ihre Chance genutzt: Lea Bool wird in diesem Sommer als eine der ersten TEP-Auszubildenden ihre Ausbildung zur Bürokauffrau erfolgreich beenden. Und das alles in Teilzeit, denn die 22-Jährige ist verheiratet und Mutter einer fünfjährigen Tochter.

Damit entspricht sie genau dem Anforderungsprofil des Programms „Teilzeitberufsausbildung, Einstieg begleiten, Perspektiven schaffen“ (TEP) der Netzwerk Lippe gGmbH. Eine Menge Eigeninitiative und Selbstmanagement waren dafür notwendig. Gepaart mit ihrem Willen und der Unterstützung ihres Umfeldes steht sie nun vor ihrer Abschlussprüfung. „Am 29. April habe ich meine erste Prüfung“, erzählt Lea. Mitte Mai wird sie voraussichtlich die Ausbildung bestanden haben. „Lea Bool hat sich hier sehr gut entwickelt und wir haben nur positive Erfahrungen mit ihr gemacht. Wenn alles so läuft wie wir uns das vorstellen, dann steht ihr auch nach der Ausbildung ein Arbeitsplatz bei uns in Aussicht“, blickt Bereichsleiter Michael Dillenburg vom Netzwerk Lippe, der in den vergangenen drei Jahren ihr Arbeitgeber war, bereits in die Zukunft.

Mit 17 hat die verheiratete Detmolderin ihre Tochter bekommen. Eine Ausbildung zur Zahntechnikerin brach sie nach zwei Monaten ab und entschied sich für die Familie. „Der Zeitaufwand war einfach zu groß“, blickt Lea zurück. Nach einem Jahr Arbeitssuche und einem Praktika, wurde sie bei der Agentur für Arbeit über einen Flyer auf das Programm „TEP“ aufmerksam. „Dann ging alles ganz schnell. Ich habe mich auf eine offene Stelle beim Netzwerk Lippe beworben und wurde angenommen“, fasst sie zusammen. Innerhalb der vergangenen drei Jahre hat sie wöchentlich 32 Stunden, statt der in Vollzeit nötigen 39 Stunden gearbeitet. Alles im Einklang mit dem Berufskolleg. „Die Auszubildenden müssen im ersten und zweiten Lehrjahr 14 Wochenstunden im Berufskolleg sein“, erklärt Michael Dillenburg. Danach müssen die Auszubildenden auch ihren Tagesablauf im Unternehmen richten. „Montags organisiere ich mir den Tag länger. Von Dienstag, Donnerstag und Freitag versuche ich in sechs Stunden fertig zu sein“, verdeutlicht Lea ihren Tagesablauf. Mittwochs geht’s in die Schule. Im Anschluss stehen Familie, Einkauf und Haushalt im Vordergrund. „Diese Frauen sind Managerinnen. Sie haben gute Noten, sind motiviert und können sehr gut organisieren“, beschreibt Dillenburg die bisherigen TEP-Teilnehmerinnen und verdeutlicht den Vorteil für Unternehmen.

Das Programm „TEP“ wird aus Mitteln des Landesarbeitsministeriums und des Europäischen Sozialfonds finanziert. Die Koordination in Ostwestfalen-Lippe erfolgt durch die Regionalagentur OWL. »Wir haben mit diesem Programm sehr gute Erfahrungen gemacht, weil es sich ganz gezielt an den Bedürfnissen junger Eltern orientiert«, berichtet Uwe Gotzeina von der Wirtschaftsförderungen des Kreises Lippe, der die Zusammenarbeit der Beteiligten im Kreis für die Regionalagentur OWL koordiniert. Vorteil für die Unternehmen: Mit Hilfe der Teilzeit-Ausbildung können sie sich ein zusätzliches Mitarbeiterpotenzial erschließen. »Angesichts des zunehmenden Mangels an Fachkräften ein wichtiger Aspekt«, findet er. Auch darum sind Gotzeina und Dillenburg froh, dass in diesem Jahr Mittel für 15 neue Ausbildungsplätze im Kreis Lippe zur Verfügung stehen. Viele Unternehmen wissen bisher allerdings nicht, dass eine Teilzeitausbildung überhaupt möglich ist. Lippische Firmen, die junge und engagierte Mütter und Väter ausbilden möchten, oder junge Menschen, die auf diesem Weg eine Ausbildung suchen, können sich an die Netzwerk Lippe gGmbH, Ina Görzen, (0 52 31) 64 03 37, i.goerzen@netzwerk-lippe.de wenden.

 

Foto: Kreis Lippe

BU:“Lea 1″:  Die 22-jährige Lea Bool (rechts) sitzt an ihrem Arbeitsplatz beim Netzwerk Lippe. Auf dem Weg zu ihren letzten Prüfungen wird sie von Ina Görzen, Ansprechpartnerin für die TEP-Teilzeitberufsausbildung, begleitet.