Mit Kunst und Kreativität

KREIS LIPPE. Sie schaukeln Haushalt und Kinder, viele sind alleinerziehend, manche kümmern sich noch um kranke Eltern oder Schwiegereltern und andere verdienen mit einem Mini-Job Geld dazu. Das sind viele Aufgaben gleichzeitig, die gemanagt und organisiert werden müssen, und doch sagten am Anfang die meisten der Frauen, die an KiBA teilnehmen: „Ich? Ich kann doch nichts!“

KiBA steht für „Kreativ in Beruf und Arbeitsmarkt“ und ist ein Projekt des Jobcenters Lippe für arbeitslose, (allein-)erziehende Frauen. Es wird zum zweiten Mal durchgeführt in Kooperation mit der CompetenzWerksatt Beruf (cwb) und der Akademie Denkflügel. Die Abschlussveranstaltung wurde nun in der Detmolder Stadthalle gefeiert.

Masken von Göttinnen funkeln die Besucher der Abschlussveranstaltung an, Baum-Plastiken sind eingerahmt von musikalischen Installationen und Video-Sequenzen werden eingespielt. Sechs Monate lang haben die 31 KiBA-Teilnehmerinnen mit verschiedenen lippischen Künstern, unter anderem Axel Plöger, Ulrike Wahren und Irmgard Tutschek, künstlerisch-kreativ gearbeitet. Wiederkommende Themen waren dabei Bäume, als Symbol für die innere Kraft und Stärke, und Göttinnen. „Die Göttinnen sind das Idealbild der Frau. Sie können alles und haben unglaubliche Kräfte. Doch wie sieht unsere Realität dagegen aus?“, erklärt Axel Plöger.

Ziel von KiBA ist die Heranführung und Vermittlung der Teilnehmerin auf den ersten Arbeitsmarkt. „Die Frauen haben teilweise lange Berufspausen eingelegt, um für ihre Kinder da zu sein“, erklärt Andrea Berger, Vorstandsvorsitzende des Jobcenters Lippe. „Andere haben früh Kinder bekommen und deswegen keine Ausbildung absolviert und wiederum andere haben keinen Schulabschluss.“ Durch die Arbeit mit den Kunst- und Musikpädagogen bei KiBA werden sich die Frauen ihrer versteckten Talente bewusst und stärken ihr Selbstvertrauen. „Wir begleiten die Frauen auch sozialpädagogisch, arbeiten mit ihnen an Lösungen familiärer Probleme, die einer Arbeitsaufnehme entgegenstehen, zum Beispiel bei der Kinderbetreuung“, erläutert cwb-Geschäftsführerin Ingrid Haase.

„KiBA ist ein erster Schritt Richtung Arbeitsmarkt“, verdeutlicht Andrea Berger. Hier würden die Grundlagen gelegt, damit sich die Frauen überhaupt eine Erwerbstätigkeit wieder zutrauen und auch eine Vorstellung davon bekommen, welchen Beruf sie ergreifen wollen. Anschließend besprechen die Fallmanager im Jobcenter mit den Teilnehmerinnen wie die nächsten Schritte aussehen. Für einige bedeutet das, eine Ausbildung oder Umschulung anzufangen, den Schulabschluss nachzuholen oder durch Fortbildungen ihre beruflichen Qualifikationen auf den neusten technischen Stand zu bringen.

Diese Überlegungen werden in den nächsten Wochen auf die Teilnehmerinnen zukommen. Doch zunächst war in der Stadthalle zuallererst die Freude und Erleichterung zu spüren, dass die künstlerische Arbeit der letzten Monate am Internationalen Frauentag zu gut bei den Besuchern ankam.

Bild: Jobcenter Lippe