Mensch oder Maschine – wer kommuniziert in Zukunft?

Bielefeld. „In der heutigen Zeit mit vielen Unwägbarkeiten und dem Trend zu Abschottung und Protektionismus ist gemeinsame und kooperative Kommunikation entscheidend“, mit diesen Worten begrüßte Dr. Jörg Schillinger, Sprecher des Arbeits- kreises Unternehmenskommunikation der Industrie- und Handelskammer Ost- westfalen zu Bielefeld (IHK) und Pressesprecher der Oetker Gruppe, rund 140 Gäste zum 7. ihk forum kommunikation im Dr. Wolff Institut in Bielefeld. Eingeladen hatten die IHK und der Marketing Club OWL Bielefeld. Vier Experten aus den Bereichen Journalismus, Unternehmen, Universität und Neuen Medien diskutierten zum Thema: Mensch oder Maschine – wer kommuniziert in Zukunft?

 Brigitte Büscher, Moderatorin, Jörg Schillinger, Sprecher der Oetker Gruppe und Sprecher des Arbeitskreises Unternehmenskommunikation der IHK Ostwest- falen, Dr. Christoph von der Heiden, IHK-Geschäftsführer, Dr. Claudia Mast, Pro- fessorin Universität Hohenheim, Jörn Harguth, Mitglied der Geschäftsleitung Dr. Wolff Gruppe, Susanne Schaefer-Dieterle, Marketing-Club OWL Bielefeld e.V., Petra Gerster, ZDF-Nachrichtenredakteurin und Buchautorin, Tina Ruthe, In- fluencerin und Bloggerin (von links).Foto: IHK Ostwestfalen

Brigitte Büscher, Moderatorin, Jörg Schillinger, Sprecher der Oetker Gruppe und Sprecher des Arbeitskreises Unternehmenskommunikation der IHK Ostwest- falen, Dr. Christoph von der Heiden, IHK-Geschäftsführer, Dr. Claudia Mast, Pro- fessorin Universität Hohenheim, Jörn Harguth, Mitglied der Geschäftsleitung Dr. Wolff Gruppe, Susanne Schaefer-Dieterle, Marketing-Club OWL Bielefeld e.V., Petra Gerster, ZDF-Nachrichtenredakteurin und Buchautorin, Tina Ruthe, In- fluencerin und Bloggerin (von links).Foto: IHK Ostwestfalen

Dem hochaktuellen Thema stellte sich unter anderem ZDF-Nachrichtenmoderatorin Petra Gerster. In ihrem Vortrag „Werden wir noch richtig informiert? Von der Guten- in die Zuckerberg-Galaxis“ blickte sie auf die Entwicklung der Me- dienlandschaft und die Folgen neuer Medien wie Google, Facebook, Twitter oder Instagram für Politik und Gesellschaft. Das Handy habe ihrer Meinung nach Weltveränderungspotenzial. Gleichzeitig habe sich die Medienbranche durch neue Player wie Google verändert. „Alle wirklich wichtigen Interaktionen, die politische Führung des Staates und seine Kontrolle durch einen unabhängigen Journalismus, bleiben uns Menschen vorbehalten: Denn auch wenn Maschinen immer mehr lernen, so sollten sie doch keine selbstständigen politischen Ent- scheidungen treffen dürfen, selbst wenn sie es könnten.“

Für Dr. Claudia Mast, Professorin an der Universität Hohenheim, ist Künstliche Intelligenz lediglich für standardisierte Prozesse sinnvoll, wenn beispielsweise vorgefertigte Informationen schnell abgerufen werden müssten. „Je mehr Informationen über Medien angeboten oder gar Kommunikation über Bots automatisiert wird, desto wichtiger werden echte Face-to-Face Kommunikationskontakte. Denn die Menschen sehnen sich vor allem bei schwierigen Themen oder in unsicheren Zeiten nach verlässlichen Gesprächspartnern und glaubwürdigen Aussagen“, sagte Mast, deren Forschungsschwerpunkt unter anderem auf Unternehmenskommunikation liegt.

Jörn Harguth, Mitglied der Geschäftsleitung und Executive Director der Dr. Wolff Gruppe, betonte, dass insbesondere Algorithmen die Regeln des Marketings täglich neu „programmieren“ würden. „Unsere Herausforderungen werden individueller und kleinteiliger als noch zur Zeit linearer Medien. Wir benötigen plötzlich viel mehr internes Know-how und müssen unsere Mitarbeiter auf die- sen Weg mitnehmen. Dazu suchen wir Spezialisten wie Data-Analysten, Online- Marketing-Profis und E-Commerce-Experten, die bereit sind, die digitalen Themen greifbar zu machen und den gesunden Menschenverstand bei allen wach- zuhalten, um die richtigen Fragen zu stellen.“

In der digitalen Welt zu Hause ist Tina Ruthe, Bloggerin auf Instagram mit mittlerweile über 48.000 Followern. Sie berichtete aus der Welt der Klicks, Likes und Follower. Für Ruthe stehe die Zufriedenheit aller Beteiligten im Vordergrund, wenn sie Werbeaufträge annehme: „Meine Follower, der Kunde und ich müssen zufrieden sein.“

Die anschließende Podiumsdiskussion moderierte die TV-Journalisten Brigitte Büscher („hart aber fair“). Das Schlusswort hielt Susanne Schaefer-Dieterle vom Marketing Club OWL Bielefeld.