Mein Baustein für Minden

Minden. Eine Variante der Einbettung des geplanten Einkaufscenters in das Wesertor-Quartier war ein Ergebnis des bürgerschaftlichen Beteiligungsprozesses nach der 2. Planungswerkstatt. Für den Diskussionsprozess zum Thema „Baukörper und unmittelbare Nachbarschaft“ stand den Bürgerinnen und Bürgern ein Innenstadt-Modell aus „Bauklötzen“ im Maßstab 1:100 zur Verfügung. Hierin wurden Anregungen und Ideen für das Quartier von den Bürgern direkt umgesetzt, die in den Entwurf für die Centerkonzeption des Hamburger Investors ECE einflossen. Diese Ergebnisse sind am vergangenen Mittwoch in der 3. Planungswerkstatt vorgestellt und bewertet worden. Und jeder Beteiligte konnte an diesem Tag symbolisch seinen Anteil am Planungsprozess mit nach Hause nehmen. Professor Wolfgang Christ (Urban Index Institut) versah die einzelnen Holzklötze des Modells mit einem Stempel „Mein Baustein für Minden –  Minden gestalten 2012“ und mit einer fortlaufenden Nummer und signierte sie auf Wunsch auch. 176 Bausteine wurden an die Bürgerinnen und Bürger ausgegeben, als Andenken an einen beispielhaften dialogorientierten Planungsprozess, den sie persönlich mitgestaltet haben.

Das Bauklotz-Modell wurde in der 2. Planungswerksatt interaktiv an die Anregungen der Bürgerschaft zum Thema „Baukörper und unmittelbare Nachbarschaft“ angepasst. Als Ergebnis des produktiven Austauschs stand unter anderem der Wunsch der Bürger fest, den Johanniskirchhof aufwertend einzubinden und diesen zu beleben. Wichtig war den Bürgern weiterhin den Durchgang vom Johanniskirchhof zur Bäckerstraße (Johannispassage) im Erdgeschoss als öffentlichen Durchgang zu bewahren und diesen insgesamt großzügiger und heller zu gestalten. An dem Modell ließen sich auch die Höhen der neuen Gebäude gut erkennen. So legten die Bürger Wert darauf, dass die Höhe eines neuen Parkhauses am Marienwall im Einklang mit dem Kulturzentrum BÜZ (der ehemaligen Johanniskirche) steht und brachten den Vorschlag ein, die oberen Etagen „zurückspringend“ zu staffeln. Durch die direkte „bauliche“ Umsetzung in dem Holzklötzchen-Modell wurden theoretische Überlegungen direkt visuell nachvollziehbar, so dass sich die Beteiligten schnell ein konkreteres Bild von einer zukünftigen Gestaltung des Wesertor-Quartiers machen konnten.

Diesen praktischen Arbeitsansatz brachten Professor Wolfgang Christ und seine Mitarbeiter in die Planungswerkstätten ein. Seit Beginn des Projektes ist Prof. Christ in den Planungsprozess zur Entwicklung des Wesertor-Quartiers in Minden eingebunden. Nachdem er und sein Team vom Urban Index Institut eine umfangreiche städtebauliche Analyse erstellt haben – die in den kommenden Wochen noch öffentlich präsentiert wird – hat der Fachmann in der 3. Planungswerkstatt Visionen skizziert und Handlungsempfehlungen für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung in Minden ausgesprochen. Prof. Christ ist Architekt und Stadtplaner und seit 1993 Lehrender der Bauhaus-Universität Weimar und Experte für städtebauliche Fragestellungen. Er hat die Urban INDEX-Philosophie entwickelt. Sie vereint 30 Jahre Praxis in Modellprojekten der Stadtentwicklung und des Städtebaus – verknüpft mit universitärer Forschung und Lehre.

Foto:  Stadt Minden