Mediation – die Vermittlung zwischen Konfliktparteien

BBB Mediation 2013-1Bielefeld-Bethel. Wer findet, dass manche Menschen kein Gehör verdienen, eignet sich nicht zur Mediatorin oder zum Mediator; ebensowenig wer sich sicher ist, dass es nur eine richtige Sichtweise gibt – nämlich die eigene. Alle dagegen, die überzeugt sind, dass sich jeder Konflikt lösen lässt, und die bereit sind, sich mit „Allparteilichkeit“ und „wertschätzender Grundhaltung“ auseinanderzusetzen, erfüllen wesentliche Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermittlung zwischen streitenden Parteien. Für sie hat Bildung & Beratung Bethel jetzt zum ersten Mal eine neue Ausbildung in „Mediation“ angeboten. Im April startet der nächste Durchgang.

In Familie, Schule oder Wirtschaft, bei Paaren oder in Teams – überall gibt es Konflikte. Sind die Fronten verhärtet, kommen die Mediatoren ins Spiel. Als neutrale Vermittler leiten sie die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien. Die klaren Regeln des Mediationsprozesses ermöglichen es den Streitenden, ihre Standpunkte vorzutragen, Motive herauszufinden, Lösungsvorschläge zu entwickeln – und, wenn alles gut läuft, einen Konsens zu finden. „Mediatorinnen und Mediatoren sorgen dafür, dass die Parteien sich nicht gegenseitig verletzen, sondern wertschätzend miteinander umgehen“, erläutert Esther Wolf. „Sie achten darauf, dass jede Partei gleich viel Raum für ihre Sichtweise erhält.“ Die Dozentin von Bildung & Beratung Bethel hat die Ausbildung gemeinsam mit der freiberuflichen Mediatorin Marina Scheffler-Niehoff durchgeführt.

Die Mediatoren sind für den Ablauf des Verhandlungsprozesses zuständig, die Inhalte bestimmen die Konfliktparteien. „Denn sie müssen selbst die Lösung finden, die sie leben können. Wir unterstützen sie dabei“, so die beiden Dozentinnen. Treffen die Parteien eine Vereinbarung, wird diese schriftlich festgehalten und von allen unterschrieben. Das sorgt für Verbindlichkeit.

Die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ersten zweijährigen berufsbegleitenden Ausbildung in „Mediation“ in Bielefeld-Bethel kamen aus Nordrhein-Westfalen, wo sie in sozialen Arbeitsfeldern tätig sind. „Ihr neues Wissen wollen sie in ihren Arbeitsbereichen einsetzen, aber es gibt auch einige, die sich selbstständig machen wollen“, sagt Esther Wolf.

Die Ausbildung entspricht den Richtlinien des Bundesverbandes Mediation e. V. Für die Zulassung zur Prüfung müssen die Teilnehmer mindestens zwei echte Mediationen durchgeführt haben. Im Abschlusskolloquium stellen sie eine von ihnen vor und legen dar, warum sie gelungen oder nicht gelungen ist. „Es geht darum zu zeigen, dass man den Mediationsprozess eigenständig reflektieren kann“, erläutert Marina Scheffler-Niehoff. Die Dozentin bildet seit zwölf Jahren Mediatoren aus. In Deutschland stecke diese in Amerika erfolgreiche Vermittlungsmethode immer noch in den Kinderschuhen, bedauert sie. Allerdings gibt es Fortschritte. „Der Beruf ist zwar noch ungeschützt, aber im vergangenen Jahr wurde ein Mediationsgesetz verabschiedet, und die ersten Rechtsschutzversicherungen übernehmen inzwischen die Kosten für diese außergerichtliche Konfliktbeilegung.“

Die nächste Ausbildung „Mediation“ beginnt am 22. April. Informationen und Anmeldung: Bildung & Beratung Bethel, Tel. 0521 144-4961; E-Mail benjamin.tryba@bethel.de

 

BU:Die Betheler Dozentin Esther Wolf (M.) weiß, wie man zwischen streitenden Parteien vermittelt.

Foto: Reinhard Elbracht