LWL-Direktor Dr. Kirsch besucht Denkmäler in Westfalen-Lippe

klosterRheda-Wiedenbrück/Willebadessen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat bei der öffentlichen Anhörung „Zukunft braucht Herkunft – Für eine zukunftsgerichtete Denkmalförderpolitik in Nordrhein- Westfalen“ im NRW-Landtag Stellung zur aktuellen Förderpolitik des Landes bezogen. Die detaillierte Stellungnahme steht im Internet unter http://www.lwl.org/dlbw unter der Rubrik „Aktuelles“. Um auf die Probleme aufmerksam zu machen, die die geplante Mittelkürzung mit sich bringt, startet LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch in den nächsten Wochen eine Denkmalbereisung.

„Nach den vielen Diskussionen des vergangenen Jahres will ich mir vor Ort ein Bild von der Situation machen. Als LWL-Direktor und als Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes liegen mir die Denkmäler unserer Heimat am Herzen“, sagte LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch.

In den kommenden Wochen wird der LWL-Direktor verschiedene Denkmäler besuchen. Im Fokus der Bereisung stehen Denkmäler, die mit Hilfe von Fördermitteln vorbildlich saniert wurden oder deren Bestand für die Denkmallandschaft in Westfalen-Lippe dadurch gesichert werden konnte. Er besucht aber auch Denkmäler, deren Zukunft aufgrund fehlender Finanzmittel ungesichert ist.

„Die angekündigten Einschnitte in der Denkmalförderung sehe ich kritisch. Mit dieser Bereisung zu ausgewählten Denkmälern möchte ich die Sorgen des LWL zur Zukunft der Denkmäler in unserem Land verdeutlichen. Damit stelle ich mich ausdrücklich hinter den Appell unserer LWL-Denkmalpflege an die Abgeordneten im nordrhein-westfälischen Landtag, ausreichend Fördermittel im Denkmalbereich zur Verfügung zu stellen“, erläutert Kirsch die Intention der Tour durch die Region.

Folgende Reiseroute ist geplant:

Willebadessen / Denkmal „Kloster Willebadessen“
28. Februar / 11 bis 12.30 Uhr

Menden / Denkmal „Schmarotzerhaus“
28. März / 11 bis 12.30 Uhr

Rheda-Wiedenbrück /Denkmal „Ackerbürgerhaus, Wasserstraße 19“
2. April / 11 bis 12.30 Uhr

Dortmund-Grevel Denkmals Wasserturm „Lanstroper Ei“
15. April / 11 bis 12.30 Uhr / Dortmund-Grevel

Hintergrund Fördermittelpolitik
Die Landesregierung möchte sich weitestgehend aus der Förderung von denkmalpflegerischen Maßnahmen in Form von direkten Zuschüssen zurückziehen:

1992 wurden noch umgerechnet 35,4 Mio. Euro zur Verfügung gestellt.

2012 waren es nur noch ca. 14 Mio. Euro, wobei die Sonderförderungen für den Kölner Dom und die Wuppertaler Schwebebahn hier mit umfasst sind. Bereinigt wurden nur ca. 11,4 Mio. Euro bereitgestellt. Dies bedeutet einen Rückgang um rund 60 Prozent, obwohl die Zahl der eingetragenen Denkmäler erheblich gestiegen ist.

2013 erfolgte eine weitere Kürzung im Haushalt um 2 Mio. Euro; im Herbst wurden erstmals auch Mittel in Form von Krediten zur Verfügung gestellt.

2014 soll erneut eine drastische Kürzung der Zuschuss-Förderung erfolgen, so dass wohl nur etwa 4 Mio. Euro zur Verfügung stehen; gleichzeitig sollen 60 Mio. Euro an Darlehen bereitgestellt werden, die allerdings nicht nur für Maßnahmen an Baudenkmälern sondern auch für „sonstige erhaltenswerte Bausubstanz“ eingesetzt werden können.

BU: Kloster Willebadessen, Foto: LWL