Kulturlandschaftsgutachten für den Regierungsbezirk Detmold

LWL-Kulturlandschaftsgutachten für den Regierungsbezirk Detmold
Experten haben alle westfälischen Kulturlandschaften bearbeitet
71247Detmold. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat ein Kulturlandschaftsgutachten für den Regierungsbezirk Detmold herausgegeben. Dieses Gutachten wird die Bezirksregierung als eine wesentliche Planungsgrundlage nutzen, um ihren nächsten Regionalplan zu erstellen. LWL-Expertinnen und Experten aus den Bereichen Archäologie, Baudenkmalpflege und Landschaftskultur haben in einem Fachbeitrag zusammengefasst, welche historischen Werte und kulturlandschaftlichen Zusammenhänge bei künftigen Planungs- und Entwicklungsprozessen berücksichtigt werden müssen. LWL-Direktor Matthias Löb überreichte das Gutachten am Mittwoch (18.4.) im Rahmen einer Präsentation vor Behördenvertretern und an der Kulturlandschaft Interessierten an Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl.
 
„Unsere historischen Kulturlandschaften und die landschaftsprägenden Denkmäler, wie zum Beispiel die Höhenburg auf dem Desenberg oder historische Waldflächen, sind ein Schatz, den wir schon gehoben haben, der aber weiter aufpoliert werden muss, damit er auch richtig wahrgenommen und für die Zukunft erhalten wird“, sagte Löb. „Gerade in einem Europa der Regionen sind unverwechselbare Kulturlandschaften wichtig für die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Region.“ Das gelte nicht nur für Schlösser, Burgen, Kirchen und Industrieanlagen mit ihrer Strahlkraft sondern auch für historische Wälder, Fischteiche, Kreuzwege oder Parzellenzuschnitte. Dabei stünden die Begriffe Erhaltung und Entwicklung nicht im Widerspruch zueinander: „Erhaltende Kulturlandschaftsentwicklung bedeutet, das kulturelle Erbe zu erkennen und in die Planung zu integrieren“, so Löb weiter.
 
71248Das Gutachten stellt die historischen Zeugnisse der Kulturlandschaft in Ostwestfalen-Lippe zusammen: Von besonders gut erhaltenen historischen Parzellenstrukturen, Heidelandschaften und Bodendenkmälern wie Wallburgen, über an Thermalquellen entstandenen Kurorten, historischen Ortskernen, Stadtbefestigungen und Kapellen bis hin zur alten Tanzlinde am Wegesrand. „Der Fachbeitrag gibt Empfehlungen, wie die Kulturlandschaften erhalten und gestärkt werden sollen“, so Dr. Dorothee Boesler, Referatsleiterin für Städtebau und Landschaftskultur beim LWL. Um den Verantwortlichen in der Politik und auch weiteren Interessierten die Ergebnisse des Fachbeitrages näher zu bringen, haben die LWL-Fachleute neben dem zweibändigen Gutachten mit über 700 Seiten auch eine erläuternde Broschüre erarbeitet.
 
Foto:  LWL/Bodi, Gerbaulet
horizonte_zingst_2018