Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

unser-dorf-preisverleihung-Paderborn (krpb). Gold für Scharmede hieß es im Juni 2014. Der zur Stadt Salzkotten gehörende Ortsteil mit rund 2.500 Einwohnern hatte beim diesjährigen Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ die Jury auf ganzer Linie überzeugt. Die Silbermedaille ging an Bentfeld (Stadt Delbrück), über Bronze konnte sich Dörenhagen (Gemeinde Borchen) freuen. Darüber hinaus waren zahlreiche Sonderpreise vergeben worden. Im Golddorf Scharmede fand am Donnerstagabend, 30. Oktober, die offizielle Siegerehrung und damit gleichzeitig der offizielle Abschluss des Kreiswettbewerbs statt. Landrat Manfred Müller überreichte in der Schützenhalle die Preise und dankte ausdrücklich allen 17 Dörfern für ihre Teilnahme. In allen Ortschaften habe die Jury unter der Leitung von Kreisdirektor Dr. Ulrich Conradi ein hervorragendes bürgerschaftliches Engagement festgestellt. Diese Aktivitäten verdienten Respekt und große Anerkennung. „Sie alle haben die Zeichen der Zeit erkannt. Mit Ihrem Engagement für das Dorf und für das eigene Lebens- und Wohnumfeld wachsen Nachbarschaft, Gemeinschaft und Verantwortungsbewusstsein. Damit arbeiten Sie an Ihrer Zukunft. Diese Gemeinschaft ist die Stärke der Dörfer“, betonte Müller. Der Siegerort Scharmede erhielt einen Geldpreis von 1600 Euro, den Bronzeteller des Kreises Paderborn und vor allem die Fahrkarte zum Landeswettbewerb, der im nächsten Jahr ausgetragen wird.

Seit nunmehr 53 Jahren – seit 1961 – sei der der Wettbewerb zu einem der wichtigsten Instrumente der dörflichen Entwicklung geworden, habe das Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in der Ausschreibung des Landeswettbewerbs 2014/2015 betont. Dörfer würden in ihrer Bedeutung als Wohn- und Lebensraum für Menschen, Tiere und Pflanzen, als Wirtschaftsstandorte sowie als Kultur- und Erholungsräume erkannt. Was einst als bürgerschaftliche Verschönerungsbewegung begann, sei heute eng verbunden mit den umfassenden Zielsetzungen einer nachhaltigen dörflichen Entwicklung. Bürgerschaftliche Partizipation, der umfassende Schutz der natürlichen Ressourcen im unmittelbaren Lebensumfeld der Dorfgemeinschaften und wirtschaftliche Fragestellungen rückten verstärkt in den Fokus der Wettbewerbsaktivitäten. Gleichwohl bleibe der Wettbewerb seinen Wurzeln treu: Bis heute bildeten Eigenverantwortung und Selbsthilfe sowie das hohe bürgerschaftliche Engagement der Dorfgemeinschaften, Vereine und sonstigen Institutionen im Dorf die tragende Säule aller Initiativen. Nicht die Geld- und Sonderpreise seien es, die eine Motivation für eine Teilnahme sein sollten, sondern das gemeinsame Erleben, Analysieren und Präsentieren des eigenen engeren Lebensumfeldes im Dorf. „Die Dörfer müssen der Klebstoff sein, der uns Menschen in dieser Region des Paderborner Landes hält. Die Aktivitäten des Lebens in den Dörfern im gesellschaftlichen und sozialen Bereich sind die Dinge, die eine gute Heimat im Kreis Paderborn ausmachen“, sagte Müller wörtlich.

Viele Orte seien mit Dorfwerkstätten erfolgreich. Dieses Instrument könne er nur wärmstens empfehlen. Woran man gemeinsam gearbeitet habe, das werde geschätzt, gepflegt und das könne auch wachsen. Das seien Stärken, die in städtischen Bereichen in dieser Form so nicht existierten.

„Unsere Aufgabe wird es sein, die elementare Grundinfrastruktur beim Öffentlichen Personen Nahverkehr und bei der medizinischen Versorgung auf Dauer zu sichern“, sagte Müller wörtlich.Auch wenn viele davon sprechen würden, dass der Trend zum Wohnen sich in den städtischen Bereich verlagere. „Ich bin ganz sicher, dass sich auch für den ländlichen Bereich gute Chancen ergeben, erst recht, wenn die Einkaufsmöglichkeiten der Grundversorgung relativ ortsnah und differenzierte Einkaufsangebote z.B. in Paderborn in erreichbarer Nähe sind. Es zeigt sich sehr deutlich, dass auch der in Paderborn belastete Wohnungsmarkt positive Auswirkungen auf die Dörfer in unserem Kreis hat“, so Müller in seiner Ansprache.

Diese Situation sehe in anderen Kreisen ganz anders aus. Deswegen helfe indirekt die Paderborner Universität auch dem Wohnungsmarkt auf den Dörfern, auch wenn die Studierenden zumeist in Paderborn bleiben wollten. Wichtig werde es aber auch in Zukunft sein, Arbeitsplätze in erreichbarer Nähe, auch im ländlichen Raum zu sichern. Insofern sei der Diskussion über den Landesentwicklungsplan eine sehr hohe Aufmerksamkeit zu widmen. Gewerbeflächen müssten auch auf dem Lande möglich sein.

Folgende Preise wurden in Scharmede verliehen:

Platzierung                                                      Ortsteil /Stadt                                                 Preis
1                                                                        Scharmede (Stadt Salzkotten)                      1.600 €
2                                                                       Bentfeld (Stadt Delbrück)                              1.300 €
3                                                                       Dörenhagen (Gemeinde Borchen)              1.100 €
4                                                                       Schöning (Stadt Delbrück)                             700,00 €
4                                                                       Boke (Stadt Delbrück)                                    700,00 €
5                                                                       Weiberg (Stadt Büren)                                    600,00 €
5                                                                       Schwaney (Gemeinde Altenbeken)              600,00 €
6                                                                       Ahden (Stadt Büren)                                       500,00 €
6                                                                       Espeln (Gemeinde Hövelhof)                        500,00 €

Den Sonderpreis der Sparkasse Paderborn / Stadtsparkasse Delbrück in Höhe von je 500 € für „Herausragende Gemeinschaftsleistungen im bürgerschaftlichen, kulturellen oder sozialen Bereich“ erhielten Bentfeld (Stadt Delbrück) und Dörenhagen (Gemeinde Borchen).

Den Sonderpreis der Volksbanken im Kreis Paderborn in Höhe von je 500 € für „Herausragende Gemeinschaftsleistungen im bürgerschaftlichen, kulturellen oder sozialen Bereich“ erhalten Upsprunge (Stadt Salzkotten) und Ahden (Stadt Büren).
Den Sonderpreis der Bank für Kirche und Caritas, Paderborn in Höhe von 1.000 € für „Besondere Leistungen der Bürger im kirchlich-caritativen Bereich“ erhielt Hagen (Stadt Delbrück). Den Sonderpreis der Gesellschaft zur Förderung sozialer und kultureller Einrichtungen im Kreis Paderborn mbH in Höhe von 1.000 € für „Die Förderung der Zukunftsfähigkeit und besondere Würdigung von Jugendaktivitäten“ erhielt Weiberg (Stadt Büren). Zudem wurden weitere Sonderpreise im Wert von je 400,00 € an die folgenden Dörfer für besonders interessante und zukunftsfähige Projekte vergeben: Barkhausen (Stadt Büren), Wewelsburg (Stadt Büren), Espeln (Gemeinde Hövelhof), Herbram-Wald (Stadt Lichtenau).

Außerdem erhielt jeder Ort pauschal einen Betrag von 200 Euro, da die Teilnahme und Vorbereitung mit Mühe und Aufwand verbunden ist. Jedes Teilnehmerdorf erhält zudem einen Abschlussbericht, der hilft, die eigenen Stärken zu reflektieren und die eigene Entwicklung weiter voranzutreiben.

BU-1: (Foto der Stadt Paderborn) Kreiswettbewerb 2014: Siegerehrung im Golddorf Scharmede: Landrat Manfred Müller (ganz links im Bild) überreichte die Preise und würdigte die Leistungen aller teilnehmenden Orte.