Kreis Lippe und krz auf 115-Campus in Köln

Rund 140 Teilnehmer aus dem öffentlichen Sektor von Bund, Ländern und Gemeinden diskutierten im Kölner Gürzenich über die Zukunft der Behördennummer 115 (Foto: ISPRAT e.V.)

Kreis Lippe. Über 140 Teilnehmer aus dem öffentlichen Sektor von Kommunen, Ländern und Bund trafen sich zur Ideenwerkstatt „Campus 115“, um gemeinsam den Ausbau der einheitlichen Behördennummer 115 weiter voranzutreiben.  Mit dabei der Kreis Lippe und das Kommunale Rechenzentrum Minden-Ravensberg-Lippe (krz) aus Lemgo. Die Veranstaltung war eine Initiative des Forschungsnetzwerkes ISPRAT (Interdisziplinäre Studien zu Politik, Recht, Administration und Technologie), mit Unterstützung der Stadt Köln und des Bundesinnenministeriums des Innern. 

„Der Campus 115 war keine Konferenz im üblichen Sinn, sondern ein offener Raum zum Austausch über die strategische und operative Weiterentwicklung der 115 über den telefonischen Kanal hinaus“, berichtet krz-Geschäftsführer Reinhold Harnisch. Als neue Idee haben die Teilnehmer das 115-Test-Abo entwickelt. „Mit diesem Abo wollen wir vor allem kleinere Kommunen davon überzeugen, dass die 115 ein tolles Angebot ist, um befristet und unverbindlich über diese Verbesserung Ihres telefonischen Bürgerservices nachzudenken“, erläutert Thomas Wolf-Hegerbekermeier, 115-Projektleiter beim Kreis Lippe. Daneben warf der Campus Fragen auf, die die Verwaltungsmodernisierung im Kern betreffen: Kann sich die öffentliche Verwaltung auf strukturelle Herausforderungen wie Budgetknappheit und demografische Veränderungen vorbereiten? Welche Rolle spielt dabei die 115 für Qualitätsverbesserungen und Effizienzerhöhungen? Hierzu erklärt die IT-Beauftragte der Bundesregierung, Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe: „Die Behördennummer 115 ist inzwischen zu einem echten Markenzeichen für eine bürgernahe Verwaltung geworden. Die Zusammenarbeit von Kommunen, Ländern und Bund bei diesem Vorhaben ist wegweisend. Ich freue mich, dass der bewährte Erfahrungsaustausch zwischen allen Beteiligten heute durch den Campus 115 eine weitere, neue Plattform findet. Hier können wir unsere gemeinsame Vision von einer bürgernahen und modernen Verwaltung weiter ausgestalten.“ Dazu ergänzt Semra Stroh, Leiterin des BürgerServices im Kreishaus: „Wer die Polizei braucht, wählt 110, die Feuerwehr ist über 112 erreichbar – Rufnummern, die jedes Kind kennt. So bekannt sollte auch die 115 werden. Sie unterstützt die Bürger bei Verwaltungsanliegen. Außerdem kann sie als Kanal dienen, Ideen oder Beschwerden an die Verwaltung zu richten.“

Der Kreis Lippe hat in enger Zusammenarbeit mit dem krz die Behördennummer 115 bereits zum Start des Pilotbetriebs 2009 eingeführt. Im Kreisgebiet bieten auch die Städte Bad Salzuflen und Lage sowie die Gemeinden Kalletal und Leopoldshöhe ihre Dienstleistungen über die 115 an. Rund 22 Millionen Bürger haben bundesweit bereits Anschluss unter der 115, 282 Kommunen und 11 Länder nehmen teil. Seit 2011 ist auch die komplette Bundesverwaltung mit über 80 Behörden angeschlossen.

Aus dem Festnetz und aus mehreren Mobilfunknetzen ist die 115 zum Ortstarif und damit kostenlos über Flatrates erreichbar. Weitere Informationen zur einheitlichen Behördennummer  und zu den Tarifen finden Sie unter www.115.de oder telefonisch einfach unter der 115.

Foto: ISPRAT e.V.