Kreis Lippe nimmt fünf Dialog-Display-Anlagen in Betrieb

Bitte leise: Mit den neuen Schildern sollen vor allem Motorradfahrer rund um den Köterberg zu einer langsameren Fahrweise ermahnt werden. Foto: Kreis Lippe

Bitte leise: Mit den neuen Schildern sollen vor allem Motorradfahrer rund um den Köterberg zu einer langsameren Fahrweise ermahnt werden. Foto: Kreis Lippe

Lippe. Angemessene Fahrweise durch Lob und Tadel: Dieses Konzept verfolgen die fünf Dialog-Display-Anlagen, die ab sofort am Köterberg ihren Dienst verrichten. Mitte April hatte der Kreis Lippe eine Bürgerversammlung in Niese ausgerichtet, um die geplanten Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms rund um die vor allem im Sommer stark frequentierten höchste Erhebung Lippes vorzustellen. „Die Anlagen sollen auf emotionaler Ebene an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer appellieren, indem die Probleme der Anwohner mit Fotomotiven anschaulich vermittelt werden. Ziel muss es sein, dass alle Beteiligten die gegenseitige Rücksichtnahme in den Fokus ihres Handels rücken“, sagte Landrat Friedel Heuwinkel bei der Vorstellung der Kampagne auf dem Köterberg. 

Die Dialog-Display-Anlagen wurden in den vergangenen Tagen von der Firma Rehabilitationstechnik Broer Beteiligungs GmbH (RTB) aus Bad Lippspringe, im Auftrag des Kreises Lippe, aufgestellt und funktionieren folgendermaßen: Ist ein Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs, erscheint der rot leuchtende Schriftzug „Langsam!“. Bei angepasster Fahrweise leuchtet hingegen ein grünes „Danke!“ auf. Ihre besondere Aussagekraft verdanken die Dialog-Display-Anlagen den Bilder von Kindern aus Köterberg und Niese, die beispielsweise mit zugehaltenen Ohren auf die Lärmbelastung durch zu schnelles Fahren hinweisen. „Die Aktion läuft unter dem Motto `Hier leben wir´ und wurde bisher mit Fotos von sieben Kindern aus Niese und Köterberg umgesetzt. Weil die Motivtafeln aber austauschbar sind, sollen in naher Zukunft eventuell auch ältere Dorfbewohner gezeigt werden“, so Rudolf Broer, Geschäftsführer der Firma RTB. Im Vorfeld der Schilderaufstellung seien bei Probemessungen an einem Standort teilweise über 80 Prozent der PKW-Fahrer und rund 86 Prozent der Biker schneller als die entsprechende Höchstgeschwindigkeit es erlaubt hätte unterwegs gewesen, berichtete er.

„Der Köterberg ist vor allem auf touristischer Ebene unser Alleinstellungsmerkmal in Lippe, mir sind aber natürlich auch die Probleme und Sorgen der Anwohner bekannt. Ich bin daher froh, dass sowohl der Kreis Lippe als auch die Polizei das Thema `Köterberg´ jetzt zum Schwerpunkt erklärt haben“, sagte Lügdes Bürgermeister Heinz Reker.