Kooperation zwischen Minden und Changzhou

MindenChanghzou2Minden. „Wir haben aufschlussreiche Gespräche geführt und gute Eindrücke gewonnen“, lautete das Fazit von Du Wenping, stellvertretender Direktor des Büros für auswärtige Angelegenheiten der Stadt Changzhou am vergangenen Montag bei einem Empfang im Mindener Rathaus. Du stand an der Spitze einer insgesamt siebenköpfigen Delegation aus der chinesischen Millionenmetropole, die jetzt für zwei Tage Minden besuchte. Die Gruppe hatte auf Einladung der Stadt Minden und des Trägervereins „Partnerschaft Minden – Changzhou e.v.“ ein straffes Programm zu absolvieren. So wurden zwei Unternehmen – Melitta und Follmann – der Campus Minden, das Ratsgymnasium und das Johannes Wesling-Klinikum besucht. Außerdem gab es einen touristischen Teil mit einem Spaziergang durch die Innenstadt, einer Information am Wasserstraßenkreuz und ein Foto am Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Ziel dieser Reise war es, Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, Krankenhausträgern und Unternehmen auf den Weg zu bringen.

Sowohl Delegationsleiter Du Wenping als auch der Vorsitzende des Mindener Trägervereins, Olrik Laufer, äußerten bei dem Empfang im Kleinen Rathaussaal, an dem auch Stadtverordnete, Mitglieder des Verwaltungsvorstandes und Unternehmer teilnahmen, den Wunsch, dass im kommenden Jahr eine offizielle Städtepartnerschaft geschlossen wird. Die Stadt Minden und die chinesische Stadt Changzhou haben im August des vergangenen Jahres in Minden eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel war es, zunächst freundschaftliche Beziehungen aufzubauen und Kooperationen beider Städte in verschiedenen Bereichen zu fördern. Im Mai diesen Jahres wurde ein Trägerverein gegründet. Ende September 2014 erfolgte der erste Gegenbesuch einer Mindener Delegation unter Leitung von Bürgermeister Michael Buhre in Changzhou.

„Städtepartnerschaften dürfen nicht ausschließlich Sache der Verwaltung sein, sie müssen mit Leben und Aktivitäten gefüllt werden. Das ist nicht nur Aufgabe der Verwaltung, sondern das ist vorrangig Aufgabe der Akteure unserer Stadt aus den Bereichen Wirtschaft und Handel, Gesundheitswesen, Bildung und Tourismus“, hob Bürgermeister Michael Buhre in seinem Grußwort hervor. Auch Vereine und vielleicht sogar die Bürgerschaft könnten und sollten sich in städtepartnerschaftliche Aktivitäten mit Changzhou einbringen. „So wäre eine breite Basis vorhanden, die eine Städtefreundschaft und auch eine spätere offizielle Städtepartnerschaft mit Leben füllt und damit inhaltlich und auch finanziell auf ein festes Fundament stellt“, sagte Buhre.

MindenChanghzouKooperationen zwischen beiden Städten könnten mit dem Campus Minden, zwischen den Gymnasien und den Kliniken geschlossen werden. Schon im kommenden Jahr solle es einen Schüleraustausch geben, kündigte Buhre an. „Mit diesen Aktivitäten schaffen wir die Voraussetzungen für eine mögliche Städtepartnerschaft der besonderen Art“, fasste der Bürgermeister zusammen.

Changzhou sei 1300 Jahre älter, 45 Mal so groß wie Minden und habe eine ganz andere Kultur – und doch gebe es Parallelen zwischen der chinesischen Millionen-Metropole Changzhou und der Stadt Minden (81.000 Einwohner/innen). Beide Städte setzten stark auf Bildung, haben eine Campus-Universität bzw. eine Campus-Fachhochschule mit technischen Fakultäten und beide sind Hafen-Standort. „Und daran wollen wir anknüpfen“, so Michael Buhre abschließend.

Die Delegation aus China reiste nach ihrem Besuch in Minden nach Frankreich weiter. Die nächste Einladung nach China wurde von Du Wenping bereits ausgesprochen.

BU-1: (Foto der Veranstaltung) Am Kaiser Wilhelm Denkmal

BU-2: (Foto der Veranstaltung) Besuch in „Barres Brauwelt“ in Lübbecke